Gladbachs Denis Zakaria - Das Streben nach ein wenig Glück

Denis Zakaria durchlebt eine schwere Zeit in seiner Karriere.

Gladbachs Denis Zakaria - Das Streben nach ein wenig Glück

Von Sebastian Hochrainer

Im vergangenen Jahr war Denis Zakaria einer der begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Jetzt möchte er Borussia Mönchengladbach verlassen, eine bis heute andauernde Misere erschwert das jedoch.

Die Pechsträhne von Denis Zakaria will einfach nicht enden. Während alle anderen EM-Teilnehmer nun in die Vorbereitung von Borussia Mönchengladbach einsteigen werden, muss er noch warten. Zakaria ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich in Quarantäne.

Vertragsverlängerung abgelehnt

Dabei wollte der 24-Jährige jetzt den nächsten Versuch starten, seine alte Form zu erreichen. Das war in den vergangenen Monaten mehrfach gescheitert. Deswegen erlebte er auch bei der EURO eine Enttäuschung, er stand nur einmal in der Schweizer Startelf - im Viertelfinale, das Spanien nach Elfmeterschießen gewann. Zakaria hatte an der Niederlage auch seinen Anteil, er erzielte in der regulären Spielzeit ein Eigentor.

Die EM sollte für den Mittelfeldspieler die Gelegenheit sein, sich wieder in den Fokus zu spielen. Denn sein Plan ist es nach wie vor, Gladbach zu verlassen und zu einem Top-Klub zu wechseln. "Bei Denis haben wir seit Oktober versucht, mit ihm zu verlängern. Denis und sein Management haben uns relativ klar gesagt, dass sie in diesem Sommer einen Transfer favorisieren, wenn sich etwas ergibt. Warten wir ab, was passiert", sagte Sportdirektor Max Eberl. Der hatte ebenso klargemacht, dass Zakaria, dessen Vertrag nur noch ein Jahr Bestand hat, verkauft werden solle, wenn er nicht verlängern möchte.

Europäisches Interesse mittlerweile deutlich abgeklungen

Denis Zakaria (M) erzielt ein Eigentor

Bitterer Moment: Denis Zakaria (M) nach seinem Eigentor

Das Problem ist aber: Die Zeiten, in denen Zakaria einer der begehrtesten Spieler Europas war, sind vorbei. Bis Anfang 2020 hatte der Schweizer noch die große Auswahl, es gab unter anderem Gespräche mit Manchester Citys Coach Pep Guardiola, selbst sein Traumverein FC Barcelona hatte ihn auf dem Zettel. Doch dann geschah beim Spiel gegen Borussia Dortmund am 7. März 2020 ein Unfall, der ihn für lange Zeit aus der Bahn warf.

Bei einem Zusammenprall mit Torhüter Yann Sommer verletzte sich Zakaria am Knie und musste ausgewechselt werden. Es folgte eine Odyssee - zunächst hieß es, er hätte Glück im Unglück gehabt. Ein schneller Comeback-Versuch scheiterte jedoch. Nach weiteren Untersuchungen bei Kniespezialisten in ganz Europa gab es dann erst viele Wochen später die Erkenntnis: eine Operation ist notwendig. Es hieß, dass der Grund dafür sei, dass ein Stück der Kniescheibe weggebrochen war.

50 Millionen Euro plus X sind Geschichte

Doch es war schlimmer, wie sich erst deutlich später herausstellte. Zakaria hatte einen Knorpelschaden. Sowohl das Umfeld des Spielers als auch der Klub hatten darauf verzichtet, diese Schwerstverletzung zu kommunizieren. Auch damit sein Marktwert nicht derart absinkt, wie er es schließlich doch getan hat.

Anfang 2020 waren Summen von über 50 Millionen Euro im Gespräch. Es galt als sicher, dass Zakaria der neue Gladbacher Rekordverkauf wird. Bisher ist das Granit Xhaka, der 2016 für 45 Millionen Euro zu Arsenal London wechselte. Doch mittlerweile sind solche Summen nicht mehr für Zakaria zu erzielen. Er ist auf der Suche nach dem Abnehmer, der ihm eine erfolgreiche sportliche Perspektive gibt und Gladbach das Geld bezahlt, das sich der Verein vorstellt.

Neustart mit Fragezeichen

Geht es nur nach den jüngsten Eindrücken, wird es schwer für die Borussen, einen guten Preis zu erzielen. Es ist nun bekannt, dass Zakaria ein lädiertes Knie hat, ein gewisses Risiko wird da immer bestehen. Dazu war er kein Stammspieler bei der EM, ebenso war es schon in der Bundesliga-Saison, als Zakaria nur 15-mal in der Startelf stand. Vor seiner Verletzung war er noch unangefochten bei Marco Rose.

Bereits seit einer Woche soll sich Zakaria in der Quarantäne befinden und auch keine Symptome haben. Bald wird er also aller Voraussicht nach auf den Platz zurückkehren können. Doch sein Comeback wird geprägt sein von der Suche nach seiner alten Form und nach einem neuen Verein. Nach 16-monatiger Pechsträhne braucht er jetzt auch ein wenig Glück.

Stand: 27.07.2021, 11:03