Daniel Farke blickt während einer Pressekonferenz von Borussia Mönchengladbach in die Runde

Fußball | Bundesliga

Daniel Farke - Gladbachs Rückkehr zum Fohlen-Fußball

Stand: 05.06.2022, 13:04 Uhr

Daniel Farke will Borussia Mönchengladbach als neuer Trainer mit alten Tugenden zurück zum Erfolg bringen. Der Fußball der 1970er Jahre soll wieder aufleben.

Von Sebastian Hochrainer

Bei Borussia Mönchengladbach denken viele Fußball-Romantiker aktuell an die erfolgreichste Zeit des Klubs zurück. In den 70er Jahren wurde der Klub fünfmal deutscher Meister und schaffte das mit einem äußerst sehenswerten Fußball. Die "Fohlenelf" begeisterte national und international, Hennes Weisweiler war der Trainer, der dem Verein dies ermöglichte.

"Ballbesitz, Kombinationsspiel, Dominanz, Spielfreude"

Diese Erinnerungen weckt nun mit Daniel Farke der Coach der Gegenwart. Bei seiner Vorstellung am Pfingstsonntag machte der Nachfolger von Adi Hütter klar, dass er genau den Fußball der erfolgreichsten Dekade des Klubs wieder aufleben lassen will. Weg vom wilden RB-Pressingstil, zurück zum Fußball der feinen Art.

"Borussia Mönchengladbach steht in seiner Tradition für viel Ballbesitz, Kombinationsspiel, Dominanz, will Protagonist sein und entscheiden, in welche Richtung das Spiel geht. Der Verein steht für Spielfreude", sagte Farke. "Da finden sich meine Überzeugungen sehr gut wieder. Und deswegen haben wir alle das Gefühl, dass es sehr gut zwischen uns passt. Und das müssen wir dann auch auf dem Platz zeigen."

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Ein Trainer mit klaren Prinzipien

Bei Norwich City machte Farke auf sich aufmerksam, als er mit wenigen Mitteln zweimal den Sprung in die Premier League schaffte. Und auch als Underdog in der englischen Topliga begeisterte der Farke-Fußball - auch wenn im ersten Anlauf der Abstieg und im zweiten Anlauf das Aus in Norwich nicht zu vermeiden war.

"Man darf nicht wie die Flagge im Wind sein, man muss klar in seinen Vorstellungen sein und für sich klar festlegen, auf welche Art man erfolgreich Fußball spielen will", so Farke. "Wir wollen zeigen, für welche Werte wir stehen. Die Fans wollen die Fohlenelf, die mutig versucht, Spiele zu gewinnen und nicht ängstlich ist."

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Farke beschwichtigt Rose- und Favre-Sorgen

Eine Angst hat Farke vielen Fans der Borussen bereits genommen. Seit dem Abgang von Marco Rose zu Borussia Dortmund ist das Thema "Ausstiegsklausel bei Trainern" ein sehr empfindliches im Verein. Auf die Frage, ob er in seinem bis 2025 datierten Vertrag eine solche verankert habe, antwortete er nicht konktret, aber eindeutig: "Ich äußere mich nicht zu Gerüchten und Vertragsinhalten. Aber ich stehe für Loyalität. Und seien Sie versichert: wenn ich mich zu etwas bekenne, dann zu 100 Prozent."

Roland Virkus, Sportdirektor, und Daniel Farke, neuer Cheftrainer, geben sich vor einer Pressekonferenz von Borussia Mönchengladbach die Hand

Sportdirektor Roland Virkus und der neue Trainer Daniel Farke

Und auch Gladbach bekennt sich bereits voll zum neuen Trainer. Die Absage von Nummer-1-Lösung Lucien Favre hat offenbar keine Wunden hinterlassen. "Ich habe Gänsehaut gehabt, als wir das erste Gespräch geführt haben. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass er der Richtige für uns ist. Da ist es egal, was vorher war", sagte Sportdirektor Roland Virkus.

Premiere in der Bundesliga

Farke ist jedoch nicht egal, dass vor seiner Einstellung Gespräche mit Favre geführt wurden. Nur ist es kein Störfaktor, sondern eine Bestätigung, dass er in Gladbach am richtigen Ort ist. "Favre hat hier außergewöhnliche Arbeit geleistet. Ich hätte es befremdlich gefunden, wenn sie das nicht gemacht hätten, als Fan wäre ich enttäuscht gewesen", sagte Farke. "Auch weil diese Personalie abgeklopft wurde, habe ich ein gutes Gefühl. Weil das die Qualität der Arbeit hier zeigt."

Nun ist Farke (früher Trainer beim SV Lippstadt und der U23 von Borussia Dortmund) an der Reihe, die Qualität seiner Arbeit unter Beweis zu stellen. Gladbach ist seine erste Station auf Profistation auf Topniveau in Deutschland. "Ich hatte dann in England fünf sehr intensive Jahre, jetzt muss ich mich schon anpassen", so Farke.