Hütter-Start in Gladbach - zwischen Hoffnung und Hindernissen

Adi Hütter ist seit dem 1. Juli Trainer von Borussia Mönchengladbach.

Hütter-Start in Gladbach - zwischen Hoffnung und Hindernissen

Von Sebastian Hochrainer

Seit dem 3. Juli bereitet sich Borussia Mönchengladbach mit dem neuen Trainer Adi Hütter auf die kommende Bundesliga-Saison vor. Die Spieler haben einen guten ersten Eindruck, es gibt jedoch auch Rückschläge.

Die Euphorie unter den Spielern von Borussia Mönchengladbach ist da. Nach zwei Jahren unter Marco Rose starteten sie am 3. Juli unter einem neuen Trainer in die Vorbereitung. Adi Hütter, der von Eintracht Frankfurt an den Niederrhein wechselte, soll Gladbach zurück ins internationale Geschäft führen. Und wenn es nach den ersten Eindrücken der Spieler geht, könnte Hütter dafür auch der richtige Mann sein.

Stindl und Kramer sind ganz angetan von Hütter

"In Frankfurt und in den Interviews hat er sich bereits sehr angenehm gegeben und dieser Eindruck bestätigt sich jetzt auch hier", sagte Lars Stindl, der auch unter Hütter aller Voraussicht nach Kapitän bleiben wird, nach dem Trainingsauftakt. "Ich bin überzeugt, dass sein Stil gut zu unserer Mannschaft passt."

Auch Stindls Teamkollege Christoph Kramer ist mit dem Start unter Hütter sehr zufrieden. "Der erste Eindruck ist durchweg positiv. Ich bin fast positiv überrascht, ich finde ihn bisher sehr nett, sehr euphorisch - was ich mag. Ich glaube, das wird sehr gut", sagte der Weltmeister von 2014. "Sein Spielstil hört sich sehr attraktiv an und darauf freue ich mich. Er hat eine gute, facettenreiche Bandbreite, die er uns mit auf den Weg geben wird."

Zwei wichtige Spieler bereits verletzt

Doch Hütters Start ist auch geprägt von Stolpersteinen. Wie die Borussen am Dienstag mitteilten, zog sich Breel Embolo im Viertelfinale der Schweizer Nationalmannschaft gegen Spanien (2:4 nach Elfmeterschießen) "eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung im hinteren linken Oberschenkel" zu und wird "bis auf Weiteres ausfallen". An seinem sechsten Arbeitstag die erste Hiobsbotschaft - und die zweite folgte nur einen Tag später.

Da musste Gladbach bekanntgeben, dass sich am Tag zuvor Neuzugang Kouadio Koné (kam für neun Millionen Euro vom französischen Zweitligisten FC Toulouse) im Training verletzt hat. Er habe sich "eine Innenbandverletzung im rechten Knie zugezogen. Der 20-Jährige wird den Fohlen damit vorerst fehlen", teilte der Bundesligist mit.

Was wird aus Zakaria und Ginter?

Damit brechen Hütter gleich zwei Akteure, die in der kommenden Saison eine wichtige Rolle spielen sollen, für mehrere Wochen weg. Doch nicht nur die Verletzten machen dem neuen Gladbach-Coach zu schaffen. Hütter würde auch im Kader gerne noch einige Veränderungen vornehmen, doch erst muss die Zukunft von zwei aktuellen Spielern geklärt werden - und das gestaltet sich enorm schwierig.

Bei Denis Zakaria und Matthias Ginter gilt, dass der Klub sie verkaufen möchte, wenn sie keinen neuen Vertrag unterschreiben. Sportdirektor Max Eberl hatte schon mehrfach betont, dass sich ein Klub wie Borussia Mönchengladbach es nicht leisten könne, solch wertvolle Spieler zum Nulltarif gehen lassen. Das wäre nämlich der Fall, wenn Zakaria und Ginter blieben, aber nicht verlängern, weil ihre Verträge im Sommer 2022 auslaufen.

Gladbach fehlt aktuell das Geld

Vor allem Nationalspieler Ginter würden die Borussen gerne ein neues Angebot machen, bisher ist dies aber noch nicht geschehen - weil die Mittel fehlen. "Es ist nicht so leicht, einfach mal ein Vertragsangebot hinzulegen. Weil Spieler ihre Ansprüche und Ideen haben und die auch umgesetzt haben wollen. Und wenn ich einem beliebigen Spieler einen Vertrag anbiete, der ihm nicht angemessen ist, dann brauche ich kein Angebot machen, wenn ich genau weiß, dass er es ablehnt", sagte Eberl zuletzt.

Mit den Verpflichtungen von Koné und Hannes Wolf, der zuvor ausgeliehen war und nach einer bestimmten Anzahl an Einsätzen für 9,5 Millionen Euro gekauft wurde, sowie der Vertragsverlängerung von Nico Elvedi hat Gladbach sein Transferbudget bereits aufgebraucht. Durch einen Verkauf von Zakaria oder eines anderen Spielers müsste erst Geld generiert werden, um Ginter ein adäquates Angebot zu unterbreiten.

Das Gute für den Klub: Der 27 Jahre alte Abwehrchef übt bislang keinen Druck aus. Er selbst hat mehrfach betont, dass keine Eile herrsche. Viel Zeit könnte aber nicht mehr bleiben, denn Ginter hat als Stammspieler im DFB-Team bei der Europameisterschaft überzeugt und sich in den Fokus einiger Klubs gespielt.

Stand: 10.07.2021, 12:09