Dortmunds Trainer Edin Terzic (M.) mit den Neuzugängen des BVB (v.l.n.r.)

Borussia Dortmund: Neuanfang im Eilverfahren

Stand: 23.05.2022, 19:51 Uhr

Es ist erstaunlich, wie früh Borussia Dortmund hochkarätige Transfers und seine Trainerentscheidung bekannt gab. Der BVB möchte den selbst verkündeteten "Neuanfang" nach der eher enttäuschenden Saison offenkundig so schnell wie möglich vollziehen.

Von Michael Buchartz

Die Ansage bleibt - wie in den vergangenen zehn Jahren - dabei gleich: Der Meistertitel soll es möglichst sein, ein Angriff auf den FC Bayern wird proklamiert. Doch dieses Mal mit dem Unterschied eines runderneuerten Klubs: Die Rückkehr von Edin Terzic auf die Trainerbank und der Transfer von Salih Özcan fügten sich am Montag (23.05.2022) nahtlos in diese Umstrukturierung ein.

Terzic als Interimstrainer erfolgreich

"Edin kennt den Klub und einen Großteil der Mannschaft. Die Saison wird ein großer Neuanfang", erklärte der designierte neue Sportdirektor Sebastian Kehl. Und man kommt nicht umhin zu beobachten, dass in Dortmund, anders als die Jahre zuvor, der ganze Klub auf den Kopf gestellt wird - nur rund zwei Wochen nach dem Ende der Saison.

Edin Terzic wird neuer Cheftrainer von Borussia Dortmund

Sportschau 23.05.2022 00:36 Min. Verfügbar bis 23.05.2023 ARD Von Jan Wochner


Fakt ist: Kehl wird die Nachfolge des bisherigen Sportdirektors Michael Zorc, immerhin 17 Jahre in dieser Position tätig, übernehmen. Außerdem kehrt mit Terzic ein "echter Dortmunder" zurück - und ein erfolgreicher Trainer: Er hatte das Team im Frühjahr 2021 bei seiner Interimszeit mit sieben Bundesliga-Siegen in Folge von Rang sieben noch in die Champions League geführt. Dazu holte er den DFB-Pokal.

BVB früh mit großen Transfers

Doch der neue Chef am Seitenrand ist nur der aktuellste Baustein einer umfangreichen Transferpolitik, mit der der Verein seinen Kader für den nächsten vermeintlichen Angriff auf die Müchner neu aufstellen möchte. Niklas Süle lotste man ablösefrei vom Rekordmeister zu den Schwarz-Gelben. Mit Karim Adeyemi und Nico Schlotterbeck holte Dortmund für viel Ablöse zwei junge, deutsche Nationalspieler mit großem Potenzial.

Nun kommt mit Özcan vom 1. FC Köln ein weiterer Aufsteiger der Saison. Der türkische Nationalspieler agierte beim FC in der abgelaufenen Spielzeit herausragend. "Er ist ungemein zweikampfstark. Er geht dahin, wo es weh tut. Seine Mentalität und Physis werden unserer Mannschaft guttun", sagte Kehl über Özcan.

Dortmund bessert Baustellen aus

Axel Witsel und Dan-Axel Zagadou haben dagegen keine Zukunft in Westfalen. Manuel Akanji werden Wechselabsichten nachgesagt. Stürmerstar Erling Haaland ist weg. Auch wenn Terzic noch einige Spieler kennt, ist es der wohl radikalste Umbruch seit Jahren.

Der BVB regelt mit den Entscheidungen frühzeitig die Baustellen, die der Kader aufwies und die die Verantwortlichen teilweise bereits während der laufenden Spielzeit erkannt haben: Einer wie Özcan, der die oft zitierte "Drecksarbeit" im Mittelfeld erledigt, fehlte bisher ebenso wie zwei Innenverteidiger auf konstant hohem Niveau.

Hohe Ablöse für Kalajdzic ein Problem

Noch ist das Puzzle nicht komplett bei den Dortmundern. Gesucht wird ein Stoßstürmer, der als Wandspieler agieren kann und Torgefahr ausstrahlt. Kandidat Nummer eins ist laut Medienberichten Stuttgarts Sasa Kalajdzic - an dem wohl auch die Münchner Interesse haben. Problem für Dortmund: Die geforderte Ablöse soll bei ungefähr 30 Millionen Euro liegen.

Der BVB hat die Haaland-Millionen, welcher für rund 65 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt ist, bereits für die bisherigen Zugänge ausgegeben. Der Klub müsste also noch einmal deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Damit wird klar: Beim "Projekt Neuanfang" haben die Schwarz-Gelben ein rasantes Start-Tempo hingelegt, aber es hat gerade erst begonnen.

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