Marco Reus erzielte für Dortmund gegen Hoffenheim den 1:0-Siegtreffer.

Marco Reus - ein Führungstorgarant für den BVB

Stand: 03.09.2022, 10:26 Uhr

"Reus-Tore sind Führungstore" hat Borussia Dortmund im vergangenen Jahr einmal auf seiner Homepage geschrieben. Beim 1:0-Erfolg gegen Hoffenheim hat Marco Reus nun einen Rekord eingestellt.

Am Freitagabend hat Marco Reus den Vereinsrekord von Manfred Burgsmüller eingestellt - er hat den BVB im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim mit seinem Treffer zum 1:0 zum 45. Mal in Führung gebracht. In einem Verein, bei dem zur selben Zeit schon Stürmer wie Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang über mehrere Jahre fürs Toreschießen zuständig waren, ist das ein Rekord, der viel über die Qualität eines offensiven Mittelfeldspielers aussagt.

Reus-Treffer bei magerer Torausbeute umso wichtiger

Natürlich profitiert der 33-Jährige dabei von seiner Vereinstreue. Immerhin spielt er nun bereits seit zehn Jahren beim BVB, wo er in der Jugend auch ausgebildet wurde. Seinen Durchbruch als Profi schaffte er nach einem Zwischenstopp bei Rot Weiss Ahlen zwar bei der Borussia aus Mönchengladbach. Doch neben den höheren sportlichen Erfolgsaussichten sah Reus seine sportliche Heimat stets in Dortmund.

Wenn es mit dem Toreschießen noch nicht so läuft, wie man sich das vorstellt, braucht ein Verein Spieler wie Reus. Dann ist der Treffer zum 1:0 eben manchmal schon das Tor zum Sieg - wie am Freitag gegen die TSG. "Wir haben eine Klarheit, wie wir die Torchancen herausspielen, das stimmt uns zufrieden. Jetzt müssen wir nur noch lernen, die Bälle über die Linie ins Netz zu jagen", sagte Dortmunds Coach Edin Terzic nach dem Erfolg gegen Hoffenheim.

BVB wollte nach Werder-Schock zurück in den Flow

Neun seiner zwölf Punkte hat sich der BVB nach fünf Spieltagen mit lediglich drei Toren verdient. Zwei dieser drei Tore erzielte Marco Reus. Seine Treffer sind also nicht nur wichtig, um mit einer Führung im Rücken befreiter aufspielen zu können, sondern sie helfen, Rekordmeister Bayern München in der Tabelle mit Siegen unter Druck zu setzen.

Diesen Druck wollen Reus und der BVB verstärken. Nach dem 2:3-Schock gegen Werder Bremen, als die Dortmunder mit drei Gegentoren in der Schlussphase einen bereits sicher geglaubten Sieg aus der Hand gaben, waren die 1:0-Erfolge gegen Hertha und Hoffenheim enorm wichtig: "Wir wollten auf die nächste Welle draufkommen. Das war sehr, sehr wichtig, in diesen Flow zu kommen. Da geht alles ein bisschen leichter", so Reus.

Dahoud fällt bis November aus

1:0-Siege haben indes immer den Nachteil, dass man auf dem Rasen bis zum Abpfiff zittern muss, was auch Kapitän Reus Kopfschmerzen bereitet: "Vorne müssen wir kaltschnäuziger sein und das 2:0 machen." Trotzdem war der Sieg gegen Hoffenheim dank des frühen Treffers von Reus (16. Minute) nicht nur die bis dato beste Saisonleistung (vor allem in Hälfte eins) der Dortmunder, sondern auch eine gelungene Generalprobe für den Gruppenauftakt in der Champions League am Dienstag an gleicher Stätte gegen den FC Kopenhagen.

Getrübt wird die gute Dortmunder Laune allerdings durch zwei Hiobsbotschaften aus dem Lazarett. Jamie Bynoe-Gittens (18) zog sich gegen Hoffenheim bei einem vermeintlich harmlosen Laufduell mit Ozan Kabak eine Schulterverletzung zu und musste noch vor der Pause durch Thorgan Hazard ersetzt werden. "Die Schulter war raus. Das ist unglaublich", klagte Terzic mit Bezug auf ähnliche Vorfälle in der noch jungen Saison bei Nico Schlotterbeck und Mahmoud Dahoud.

Wie lange Bynoe-Gittens ausfällt ist unklar, aber klar ist laut Sportdirektor Sebastian Kehl, dass Nationalspieler Dahoud "bis November nicht spielen kann". Der 26 Jahre alte BVB-Taktgeber, der sich gegen Bremen die Schulter ausgerenkt hatte, muss sich einem Eingriff unterziehen.