Teamcheck: Borussia Dortmund geht "All-In" (Teil zwei)

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Teamcheck: Borussia Dortmund geht "All-In" (Teil zwei)

Von Julian Tilders

  • Lucien Favres Zukunft liegt beim BVB
  • Offensivpersonal vorhanden für Risiko-Taktik
  • Supercup-Sieg schafft Rückenwind

Der Trainer

Lucien Favre ist ein alter Bundesliga-Bekannter, trainierte schon Hertha BSC (2007-2009) und Borussia Mönchengladbach (2011-2015). Nach einem Zwischenstopp bei OGC Nizza in Frankreich (2016-2018) geht er nun in seine zweite Saison mit Borussia Dortmund. Favres Arbeitspapier beim BVB wurde bereits im Juni vorzeitig bis 2021 verlängert.

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Der 61-jährige Schweizer, als Aktiver früher selbst ein gewiefter Spielmacher, gilt als akribischer Arbeiter und Perfektionist, der taktische Disziplin groß schreibt. Einen besonders guten Draht hat Favre zu Kapitän Reus, der zuletzt zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt wurde und den Favre bereits in seiner Gladbacher Zeit trainiert hat.

In der Vorbereitung probierte Favre viele Konstellationen auf dem Feld aus und betonte, die Vorbereitung gehe „bis in den Saisonstart hinein.“ Mal ließ er im 4-2-3-1, mal im 4-1-4-1 spielen. Es bleibt die Frage, wie viel Risiko Favre gehen will - das Offensivpersonal ist mit Alcácer, Reus, Brandt, Hazard, Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen und Mario Götze jedenfalls vorhanden.

Erwartungen an die Saison

Der erste Titel der Saison wurde schon eingefahren. Und zwar ein symbolträchtiger: Borussia Dortmund siegte im Supercup über Meister Bayern München mit 2:0. Ein Sieg, der „Schwung bringt“, wie es Sebastian Kehl, Lizenzspielerchef des BVB, formulierte. Auch in der ersten Runde des DFB-Pokals gab sich der BVB beim Drittligisten KFC Uerdingen (2:0) keine Blöße. Favre ließ sein Team beide Spiele im 4-2-3-1 bestreiten - mit Erfolg.

Zuvor absolvierte die Borussia bereits den Testspiel-Marathon souverän, gewann alle sieben Partien und schoss dabei satte 34 Tore.

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Sportschau 31.07.2019 02:14 Min. Verfügbar bis 31.07.2020 ARD

Die Borussia sprach zuletzt in Person von Watzke, Spieler Axel Witsel und Kapitän Reus („Das ist unser Anspruch“) offen über die eigenen Meisterschaftsambitionen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Bundesliga-Saison, an deren Ende die Meisterschale in den Dortmunder Himmel gereckt werden könnte, sind mit diesem derart stark besetzten Kader womöglich so gut wie lange nicht mehr.

Mit Hummels wurde das fehlende Puzzleteil zur Defensive hinzugefügt, das der gesamten Mannschaft, die letzte Saison schließlich im Rennen mit den Bayern dem Druck nicht genügend bis zum Ende hin standhielt, mehr Ruhe und Überlegtheit verleihen soll. Die Balance zwischen Defensive und Offensive gestaltet sich beim BVB vielversprechend - vorne wurden weitere echte Hochkaräter verpflichtet. Außerdem gibt es keine großen Verletzungssorgen.

"Letzte Woche gegen Bayern und jetzt gegen Uerdingen haben wir gezeigt, dass Moral und Fitness da sind. Jeder muss im Kopf haben, dass wir bereit sind", kündigte Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek nach dem DFB-Pokalspiel gegen den KFC an. Der BVB zeigt sich selbstbewusst und spielt mit offenen Karten - Borussia Dortmund geht "All-In" im Kampf um die Meisterschaft.

Reus - "Meisterschaft? Jeder in der Kabine hat diesen Anspruch" Sportschau 29.07.2019 00:24 Min. Verfügbar bis 29.07.2020 Das Erste

Lesen Sie im ersten Teil: "So lief die letzte Saison" und "Wer kommt, wer geht?"

Stand: 12.08.2019, 06:00