Teamcheck: Borussia Dortmund geht "All-In"

Teamcheck Borussia Dortmund 2

Teamcheck: Borussia Dortmund geht "All-In"

Von Julian Tilders

  • Borussia Dortmund nennt Meisterschaft als Ziel
  • Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt: Hummels, Hazard, Brandt, Schulz
  • Konkurrenzkampf: Reus will in "allen Wettbewerben lange vertreten sein"

So lief die letzte Saison

Objektiv betrachtet, eigentlich ziemlich gut. Zweiter Platz, Champions-League-Teilnahme, begeisternder Fußball, die zweitbeste Offensive (81 Tore) und viertbeste Defensive (44 Gegentore) der Liga trug Schwarz-Gelb. Doch dass für Borussia Dortmund am Ende der Spielzeit, die die Mannschaft von Trainer Lucien Favre in über der Hälfte aller Partien an der Tabellenspitze verbrachte, nicht die vermeintlich so greifbare Deutsche Meisterschaft heraussprang, trübte letztendlich das Bild einer starken Saison.

Zwei Punkte trennten den BVB von Rekordmeister Bayern München. Große mentale Knackpunkte waren zwei Spiele: Der direkte Vergleich mit Bayern am 28. Spieltag, der mit 0:5 in fataler Art und Weise verloren ging und dazu führte, dass München am BVB vorbeizog. Und ausgerechnet das Revierderby gegen den kriselnden FC Schalke 04 drei Spieltage vor Schluss, das mit 2:4 aus BVB-Sicht endete und Favre dazu verleitete, nach dem Spiel die Meisterschaft mit folgenden Worten vorzeitig abzuhaken: „Der Titel ist gespielt. Das ist klar für mich.“ Auch, wenn seine Vorgesetzten dies anders sahen.

Nach der Saison konstatierte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der Klub werde seine Kommunikationspolitik nun offensiver ausrichten und die Meisterschaft anpeilen.

Wer kommt, wer geht?

Den Worten folgten Taten. Dortmund investierte im Sommer insgesamt - inklusive der fällig gewordenen Ablöse für Stürmer Paco Alcácer - fast 130 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) in Zugänge. Innenverteidiger Mats Hummels kehrte vom FC Bayern zurück in den Ruhrpott, von Borussia Mönchengladbach kam Flügelspieler Thorgan Hazard, außerdem holte der BVB Mittelfeld-Juwel Julian Brandt von Bayer Leverkusen. Zudem wurde Außenverteidiger Nico Schulz von Hoffenheim losgeeist.

Der BVB bediente sich im Bundesliga-Regal. Als weitere Außenverteidiger-Alternative verpflichtete Dortmund den 19-jährigen Mateu Morey vom FC Barcelona (ablösefrei). Aus der eigenen Jugend rückten Torwart Luca Unbehaun sowie die Mittelfeldspieler Tobias Raschl und Patrick Osterhage hoch.

Hummels' Rückkehr: Ein guter Wechsel für den BVB Sportschau 19.06.2019 01:08 Min. Verfügbar bis 19.06.2020 Das Erste

Auf der Abgangsliste stehen bisher Flügelspieler Christian Pulisic, der für 64 Millionen Euro zum FC Chelsea wechselte, Verteidiger Abdou Diallo (Paris St. Germain), Stürmer Alexander Isak (Real Sociedad), Mittelfeldmann Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) und die Leihen von Jeremy Toljan (Abwehr, Sassuolo Calcio), André Schürrle (Angriff, Spartak Moskau) und Ömer Toprak (Abwehr, Werder Bremen).

Der Kader zählt noch 29 Spieler. Möglich, dass es weitere Abgänge gibt. "Wir wollen diesen Konkurrenzkampf auf ganz hohem Niveau, weil wir in allen Wettbewerben lange vertreten sein wollen", äußerte jedoch Kapitän Marco Reus.

Lesen Sie im zweiten Teil: "Der Trainer" und "Erwartungen an die Saison"

Stand: 12.08.2019, 08:30