"Wir haben gelitten" - Atempause für den BVB

BVB-Coach Lucien Favre durfte sich bei Hertha BSC endlich wieder über einen Sieg freuen.

"Wir haben gelitten" - Atempause für den BVB

  • BVB gewinnt bei Hertha in Unterzahl
  • Erster "Dreier" nach drei Pflichtspielen ohne Sieg
  • Sportdirektor Zorc fegt Trainerfrage beiseite

Borussia Dortmund hat sich am Samstag (30.11.2019) mit dem 2:1-Erfolg bei Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga die dringend benötigte Atempause verschafft. Nach drei Pflichtspielen ohne Sieg, der daraus resultierenden Trainer-Diskussion und erneuten Undiszipliniertheiten von Jungstar Jadon Sancho im Vorfeld der Champions-League-Schlappe beim FC Barcelona (1:3) können die Verantwortlichen des BVB erstmal durchatmen.

Erleichterung bei Zorc und Favre

Sancho, der in Barcelona nach WDR-Informationen gleich bei mehreren Pflichtterminen mit der Mannschaft fehlte, war von BVB-Sportdirektor Michael Zorc bereits vor dem Gastspiel bei der Hertha entlastet worden: "Intern haben wir das schon längst besprochen, mit ihm und der Mannschaft. Das Thema ist abgehakt und erledigt für uns." Nach der Partie fegte Zorc dann auch die Frage nach dem Ende der Trainerdiskussion um Lucien Favre mit einer schwungvollen Armbewegung beiseite. "Das ist weg", sagte Zorc lachend und sichtlich erleichtert in den Katakomben des Olympiastadions.

Favre, dem die ganze Debatte nach eigenem Bekunden ohnehin "ganz egal" war, zeigte sich gleichwohl erleichtert. Immerhin war der Sieg nach dem Platzverweis gegen Mats Hummels beim Stand von 2:1 (45. Minute) hart erkämpft: "Wir haben gelitten. Wir haben intelligent gekämpft und verteidigt. Die Spieler sind enorm viel gelaufen", lobte der Coach. Nationalspieler Julian Brandt sieht nun nicht nur Favre raus aus dem Negativ-Fokus. "Es geht ja nicht nur um den Trainer, sondern um die allgemeine Situation in Dortmund, um den ganzen Verein", sagte der 23-Jährige.

Dortmunds Brandt: "Der Sieg war wichtig, aber damit ist es noch nicht getan"

Sportschau 30.11.2019 01:57 Min. Verfügbar bis 30.11.2020 ARD

BVB nun mit zwei Heimspielen

Die "allgemeine Situation" hat sich mit dem Erfolgserlebnis einstweilen entspannt, ist aber sicher anfällig für weitere Rückschläge. Ob der "Dreier" in Berlin im Fanlager der Borussia alle Kritiker am Trainer zum Verstummen bringt, darf bezweifelt werden, aber von Vereinsseite erhält Favre wohl vorerst Rückendeckung. Da heißt es am Sonntag im Nachbericht auf der BVB-Homepage: "Nun hat er eine komplette Trainingswoche, um seine Mannschaft mit einem vielleicht zukunftsfähigen System vertrauter zu machen.

Dass der BVB nun zwei Heimspiele vor der Brust hat - in der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf (07.12.2019) und in der Champions League drei Tage später gegen Slavia Prag - dürfte zusätzlich Mut machen. Immerhin hat der Verein in dieser Spielzeit vor eigenem Publikum noch keine Niederlage kassiert.

Stand: 01.12.2019, 13:56