Dortmunds Youssoufa Moukoko am Ball

Youssoufa Moukoko - BVB-Teenager gegen das Bayern-Trauma

Stand: 07.10.2022, 14:14 Uhr

Nach seinem starken Spiel gegen den FC Sevilla setzt Borussia Dortmund auch im Topspiel gegen den FC Bayern München auf Youssoufa Moukoko. Das Sturm-Talent soll die Misere gegen den Rekordmeister beenden.

Von Sebastian Hochrainer

Seit mehreren Jahren arbeitet sich Borussia Dortmund erfolglos daran ab, die Meisterserie des FC Bayern München zu beenden. Zehnmal in Folge holte der Rekordmeister zuletzt den Titel, und mehrfach war beim BVB - und bei allen, die die große Einseitigkeit in der Bundesliga bemängeln - die Hoffnung groß, den Lauf zu stoppen.

Gerade in den direkten Duellen wurde aber deutlich, dass Dortmund dem FC Bayern unterlegen ist. Zwar wird das direkte Aufeinandertreffen immer hochgejazzt, mancherorts ist sogar vom "deutschen Clasico" die Rede, doch die Realität ist ernüchternd. Siebenmal in Folge hat München in der Liga gegen den BVB gewonnen. Gegen den ärgsten Konkurrenten gelingt es dem Ligaprimus also stets, die Muskeln spielen zu lassen.

Moukoko hat Modeste verdrängt

Am Samstag (08.10.22, 18.30 Uhr) startet Dortmund den nächsten Versuch und hat sich mit dem 4:1-Erfolg beim FC Sevilla in der Champions League die nötige Portion Selbstvertrauen für dieses Unterfangen geholt. Eine der Schlüsselfiguren dabei war Youssoufa Moukoko, der von der spanischen Defensive kaum zu halten war.

In den Wochen zuvor hatte Trainer Edin Terzic auf Anthony Modeste gesetzt, der kurzfristig für den erkrankten Sebastien Haller (Hodenkrebs) verpflichtet worden war. Modeste enttäuschte jedoch, war ein Fremdkörper im BVB-Spiel. Moukoko hat den Dortmundern mit seiner Geschwindigkeit und jugendlichen Freude am Fußball in Sevilla neuen Esprit verliehen - und das soll der 17-Jährige auch gegen die Bayern und darüber hinaus machen.

Terzic macht Druck

"Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Aber ein gutes Spiel reicht nicht. Wir werden ihm sagen, dass er das häufiger machen soll", sagte Terzic. Denn die Personalie Moukoko ist eine, die geprägt ist von hochhaushohen Hoffnungen, aber auch von Rückfällen in die Realität.

Der jüngste Spieler der BVB-Geschichte (machte sein erstes Pflichtspiel einen Tag nach seinem 16. Geburtstag) hat im Profigeschäft erleben müssen, dass Torrekorde in der Jugend keine Garantie dafür sind, ein Star bei den "Großen" zu werden. Meist saß Moukoko nur auf der Bank, es gab schon Gerüchte, er wolle weg, aktuell wird über einen neuen Vertrag gesprochen - Ende offen.

Kein Freifahrtschein für Moukoko

Zumindest nach außen will Terzic noch offen lassen, ob Moukoko auch gegen die Bayern wieder von Beginn an spielen wird oder doch Modeste in die Startelf zurückkehrt. "Wir überlegen uns immer viele Dinge, mir ist nur wichtig, dass wir da zwei Jungs haben, denen wir das absolute Vertrauen aussprechen", sagte Terzic: "Wir wissen, dass uns beide helfen werden. Wir werden für das Spiel eine Lösung finden, aber das Schönste wäre, wenn beide gegen Bayern treffen."

Zumal die Dortmunder auf eine mutige Spielweise setzen wollen - wofür die Schnelligkeit und Fähigkeit im Dribblings Moukokos prädestiniert wären. "Man braucht nicht nur eine taktisch disziplinierte Leistung, sondern ganz besonders braucht man Mut. Mut, im Ballbesitz zu bleiben und im Eins-gegen-Eins. Nicht nur gegen die Bayern, aber ganz besonders gegen sie", sagte Terzic: "Wir müssen daran glauben, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Und das über das gesamte Spiel."