Angriff aus dem Westen - BVB setzt auf Bundesliga-Power

BVB-Manager Hans-Joachim Watzke sitzt auf der Bank

Angriff aus dem Westen - BVB setzt auf Bundesliga-Power

Von Julian Tilders

  • Transfers kosteten Borussia Dortmund bislang 125 Millionen Euro
  • BVB setzt gezielt auf Bundesliga-Zugänge
  • Leverkusen ebenfalls mit ambitionierter Kaderplanung

Großen Worten folgten große Taten. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte angekündigt, man wolle in der kommenden Bundesliga-Spielzeit "Meister werden" und "noch ambitionierter auftreten." Er ließ unmissverständlich erkennen, dass der Vizemeister den Dauerdruck auf Bayern München aufrechterhalten will.

Dann fuhr Borussia Dortmund eine wahre Transfer-Offensive, holte Thorgan Hazard, Julian Brandt, Nico Schulz und zuletzt Mats Hummels. Rund 125 Millionen Euro (inklusive der fälligen Zahlung für Paco Alcácer) hat der BVB nun schon diesen Sommer ausgegeben. Zudem wurde der Vertrag mit Trainer Lucien Favre bis 2021 verlängert.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Dortmunds vierter Streich - Hummels wieder Borusse

Sportschau 19.06.2019 00:42 Min. ARD Von Holger Dahl (WDR)

Dortmund setzt auf Bundesliga-Power

Dem Schweizer wird also ein schlagkräftiges Team an die Hand gegeben, um in der nächsten Spielzeit die Münchner Vorherrschaft zu brechen.

Auffällig: Borussia Dortmund setzt dabei gezielt auf Bundesliga-Power. Mit Hazard (Borussia Mönchengladbach), Schulz (TSG Hoffenheim), Brandt (Leverkusen) und Hummels (Bayern München) stehen vier Spieler aus dem deutschen Oberhaus auf der Zugangsliste. Ein Einkaufsgebiet, das vor kurzer Zeit noch von Bayern München regelmäßig für Verstärkungen genutzt wurde. Der Rekordmeister hingegen hat in dieser Transferperiode lediglich Benjamin Pavard vom Absteiger VfB Stuttgart verpflichtet und beschäftigt sich offensichtlich eher mit dem internationalen Markt.

Isaks Wechsel symbolträchtig

Die Neuen beim BVB machen Mut - schließlich funktioniert das Bayern-Modell mit Bundesliga-internen Transfers seit Jahrzehnten sehr gut.

Ein weiteres Zeichen für das neue BVB-Selbstverständnis ist der Verkauf von Alexander Isak an Real Sociedad. Der letzte Saison zur Rückrunde an den niederländischen Klub Willem II ausgeliehene Stürmer entwickelte sich gut, kam zu 16 Liga-Einsätzen und traf 13-mal. Doch der BVB hat keinen Platz für ihn - offenbar nicht einmal als Backup-Angreifer.

Bayer plant mit Havertz

Deutschlands Mittelfeld-Juwel Kai Havertz bei einer DFB-Trainingseinheit

Leverkusens Kai Havertz ist längst A-Nationalspieler.

Zwar musste Bayer 04 den Verlust von Brandt an Dortmund hinnehmen, doch auch Leverkusen bastelt mit hochkarätigen Transfers am Vorhaben, eine Rolle in der Bundesliga-Spitze zu spielen.

Die Zugänge bisher: Kerem Demirbay (Hoffenheim), Moussa Diaby (Paris St. Germain) und Daley Sinkgraven (Ajax Amsterdam). Zudem macht Sportdirektor Simon Rolfes, der die Königsklasse als Ziel ausgab, keine Anstalten, Juwel Kai Havertz ziehen zu lassen. Nach Medienberichten soll auch Bayern mit einem 90-Millionen-Angebot abgeblitzt sein.

Zwei West-Vereine legen ein neues Selbstbewusstsein an den Tag: Die Zeichen stehen auf Angriff.

Stand: 20.06.2019, 12:20