Nach geglücktem BVB-Start: Favre nervt die Bayern-Frage

BVB-Trainer Lucien Favre (M.) gibt Julian Brandt (l.) Anweisungen

Nach geglücktem BVB-Start: Favre nervt die Bayern-Frage

Borussia Dortmund hat die Verfolgungsjagd auf Bayern München erfolgreich gestartet. Doch nach dem 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach übten sich die BVB-Verantwortlichen in Zurückhaltung.

Als die Frage nach Titelrivale Bayern München und dem Meisterkampf gestellt wurde, war die gute Laune von Lucien Favre erst einmal dahin. "Wir sprechen nicht von Bayern. Sie sind die beste Mannschaft der Welt. Sie haben so viel Qualität. Wenn jemand das nicht sieht, hat er ein Problem und muss einen anderen Job machen", sagte der Trainer von Borussia Dortmund. Auch nach dem überzeugenden 3:0 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach wollte er von einer möglichen Bayern-Jagd überhaupt nichts wissen.

Auch Zorc sieht Bayern als Favorit

Favres Ansage passte nicht zu dem fast perfekten Fußballabend vor 9.300 begeisterten Fans. Defensiv stabil, stark im Konter und effektiv - der Vizemeister präsentierte sich im Topspiel in Frühform, auch, wenn der Spielverlauf Dortmund ein wenig in die Karten spielte. "Das Ergebnis war wirklich zu hoch, weil Gladbach sehr gut gespielt hat", räumte Michael Zorc ein. Der BVB-Sportdirektor sprang bei der Bayern-Frage seinem Trainer zur Seite. "Bayern ist der absolute Top-Favorit auf den Titel", sagte er, versprach aber: "Wir sind sehr ambitioniert und werden unser Bestes geben."

"Habe mich sehr sicher gefühlt" - die Eindrücke der BVB-Fans Sportschau 19.09.2020 01:11 Min. Verfügbar bis 19.09.2021 Das Erste

Hummels überzeugt von Mischung beim BVB

Die Aussagen von Mats Hummels klangen nach dem "schönen Start" durchaus forscher, auch "wenn wir noch weit weg vom Maximum" sind, wie der Abwehrchef betonte. "Wenn wir alles in eine Struktur und Form bringen, sind wir eine Topmannschaft", sagte Hummels und lobte "die Mischung aus verschiedenen Typen, die Altersstruktur, die Professionalität und die sehr gute Balance im Kader".

Das Gebilde mit den Hochbegabten Erling Haaland, Jadon Sancho (beide 20 Jahre), Giovanni Reyna (17) und Jude Bellingham (17) auf der einen, sowie erfahrenen Profis wie Hummels (31), Emre Can (26), Axel Witsel (31) und Marco Reus (31) auf der anderen Seite ist ein Versprechen für eine erfolgreiche Saison.

Reyna: "Haben sehr viel Energie"

"Wir haben einen Haufen guter Fußballer", sagte Hummels. Sturmjuwel Haaland untermauerte diese Aussage und traf schon wieder im Doppelpack (54., Foulelfmeter nach Videobeweis und 77.), zudem feierte Reyna auf Zuspiel von Bellingham seine Bundesliga-Torpremiere (35.). "Beide sind extrem weit für ihr Alter. Das habe ich selten gesehen", lobte Sportdirektor Michael Zorc die beiden Youngster. "Wir haben sehr viel Energie", merkte Reyna an.

BVB-Profis genießen Ehrenrunde vor Fans

Die Ehrenrunde vor den Fans nach dem zwölften Pflichtspielsieg hintereinander gegen Gladbach genossen die BVB-Profis in vollen Zügen. "Wir brauchen diese Unterstützung. Das hat uns einen Extra-Impuls gegeben", sagte Haaland, der vor seinem Elfmetertor Sancho kurz dazu überreden musste, ihm den Ball zu überlassen. "Cool, dass die beiden es untereinander so geregelt haben", sagte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl.

Bei so viel Harmonie hatte auch Favre am Ende seine gute Laune wiedergefunden. "Ich bin sehr zufrieden", sagte der Schweizer, der aber um den Einsatz von Thorgan Hazard (Oberschenkelverletzung) in den kommenden Spielen bangt.

Gladbach-Trainer Rose: "In entscheidenden Momenten zu wenig"

Die Gladbacher gaben zwar ebenfalls ihr Bestes, es mangelte im Angriff aber an der notwendigen Durchschlagskraft. Und in der Abwehr erlaubte sich der Champions-League-Teilnehmer zwei, drei Unaufmerksamkeiten zu viel.

"In den entscheidenden Momenten war es zu wenig", sagte Trainer Marco Rose: "Dortmund war individuell stärker und effektiver - in beiden Strafräumen." Da wollte auch Favre nicht widersprechen.

dpa/sid/red | Stand: 20.09.2020, 11:56