Schlauchboot ohne Power - Bielefelds Abstieg im Rückblick

Als "Schlauchboot im Rennen mit Motorbooten" hat sich Bielefeld letzte Saison bezeichnet. In dieser Spielzeit hatte das Boot des DSC zu wenig Power für den Klassenerhalt. Ein Rückblick.

ielefelds Florian Krüger (M) im Kampf um den Ball mit Frankfurts Martin Hinteregger (l) und Evan N'Dicka

3. Spieltag: Ordentlicher Saisonstart: Die Bielefelder wussten von Beginn an, es würde nur um den Klassenerhalt gehen. Doch die Arminia startete passabel in die Spielzeit. Gegen Freiburg und Frankfurt holte man ein Remis, gegen Fürth war der Punkt aber fast zu wenig. Dennoch stand man nach drei Spielen auf Platz zwölf.

3. Spieltag: Ordentlicher Saisonstart: Die Bielefelder wussten von Beginn an, es würde nur um den Klassenerhalt gehen. Doch die Arminia startete passabel in die Spielzeit. Gegen Freiburg und Frankfurt holte man ein Remis, gegen Fürth war der Punkt aber fast zu wenig. Dennoch stand man nach drei Spielen auf Platz zwölf.

Erstmals musste der DSC mit einem direkten Abstiegsrang Bekanntschaft machen - nach dem 1:1 gegen Augsburg fiel Bielefeld auf Platz 17 zurück. Gerade mal vier Tore nach acht Spielen waren vor allem offensiv ein Armutszeugnis.

Masaya Okugawa erlöste die Westfalen am 11. Spieltag: Sein Tor beim 1:0 in Stuttgart bedeutete den ersten Sieg des DSC und den wiederhergestellten Anschluss an die Nicht-Abstiegsränge. Zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer und den dort liegenden VfB Stuttgart hatte Bielefeld zu diesem Zeitpunkt.

Ab dem 16. Spieltag bekamen die Hoffnungen auf den Klassenerhalt weiteren ernsthaften Nährboden. Sechs Spiele in Folge blieb Bielefeld ungeschlagen, kletterte so bis auf Platz 14 und durfte sich wieder berechtigterweiese mit einem dritten Jahr im Oberhaus beschäftigen.

Sieben Spiele vor dem Ende mussten die Westfalen eine 0:4-Klatsche gegen Mainz hinnehmen. Erneut geriet der DSC ins Hintertreffen und fiel auf Platz 17 zurück. Das Sorgenkind blieb die Offensive. 22 Tore in 27 Spielen waren bei weitem nicht bundesligareif. Da half auch die relativ gute Defensive (38 Gegentore, genauso viele wie der BVB) nicht. Vor allem, wenn sie mal wie in Mainz versagte.

Ein 0:3 gegen München vier Spieltage vor Schluss brachte das Aus für Trainer Frank Kramer. Die Vereinsführung hatte das Vertrauen in den Coach verloren und traute ihm nicht zu, das Ruder noch rumzureißen. In den restlichen vier Spielen sollte nun Marco Kostmann dafür sorgen, dass die Arminia drei Zähler auf den rettenden 15. Platz oder zumindest zwei Zähler auf die Relegation aufholt.

Doch die Bielefelder punkteten auch danach nicht - trotz guter Chancen dazu. Bezeichnend dafür die vergebene Großchance auf den Ausgleich von Burak Ince fünf Minuten vor Schluss gegen Köln. Oder das Eigentor von George Bello am 33. Spieltag in der 89. Minute gegen Bochum zum 1:2. Dieses besiegelte fast schon den sicheren Abstieg: Drei Zähler und ein deutlich schlechteres Torverhältnis gegenüber Stuttgart - Bielefeld brauchte im letzten Spiel ein Fußball-Wunder.

Doch das Wunder blieb aus: Mit einem 1:1 gegen RB Leipzig verabschiedete sich Arminia Bielefeld am letzten Spieltag aus der Fußball-Bundesliga. Das so oft zitierte "verflixte zweite Jahr" hatte nun auch den DSC erwischt. Für Bielefeld ist es der achte Gang in die Zweitklassigkeit. Nur Nürnberg musste das noch einmal mehr hinnehmen.

Stand: 10.05.2022, 19:36 Uhr