Arminia gegen BVB: Gelassenheit auf beiden Seiten

Sind vor dem Westfalenderby gelassen: Arminia Bielefelds Trainer Uwe Nauhaus (l.) und Borussia Dortmunds Coach Lucien Favre.

Arminia gegen BVB: Gelassenheit auf beiden Seiten

Während Arminia Bielefeld vor dem Westfalenderby gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) gelassen ob des jüngsten Abwärtstrends reagiert, zeigt sich auch BVB-Coach Lucien Favre trotz einiger Spekulationen um seinen Job wenig beunruhigt.

Der Bielefelder Trainer Uwe Neuhaus sieht trotz der ersten drei Pflichtspiel-Niederlagen der Arminia in Serie unter seiner Regie keinen Grund zur Beunruhigung. "Ich kann meiner Mannschaft läuferisch und kämpferisch keinen Vorwurf machen. Der Wille der Mannschaft ist klar erkennbar", sagte der Trainer vor dem Duell des Bundesliga-Aufsteigers mit Borussia Dortmund.

Sportchef Samir Arabi und Angreifer Fabian Klos kommen zu einer ähnlichen Einschätzung. "Wichtig wird sein, dass wir weiter mutig und selbstbewusst auftreten. Es gibt auch keinen Grund, warum wir das nicht tun sollten", befand Arabi ungeachtet der jüngsten Niederlagen gegen Bremen (0:1), FC Bayern (1:4) und Wolfsburg (1:2). Klos pflichtete bei: "Mit vier Punkten kann man nicht von einem Traumstart sprechen, aber wir müssen auch nichts schlecht reden."

Für Neuhaus wird die Partie gegen den Bundesliga-Dritten vor leeren Rängen zu einem Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club, für den er zwischen 1998 und 2005 als Co-Trainer und später als Coach der zweiten Mannschaft tätig war. Apropos "Wiedersehen mit dem Ex-Klub": Das könnte möglicherweise auch bald auf Lucien Favre in Bezug auf den BVB zutreffen.

Favre: "Ich lese viel, aber das nicht"

Fleißig wurde jüngst in der Öffentlichkeit über seinen möglichen Nachfolger spekuliert. Der Gladbacher Coach Marco Rose wurde dabei ebenso als neuer BVB-Trainer gehandelt wie Julian Nagelsmann von RB Leipzig und der Salzburger Jesse Marsch. Alle drei stehen bei ihren Klubs über den Sommer hinaus noch unter Vertrag. Daher muss Favre noch keine schlaflosen Nächte verbringen. Von der zuletzt wieder einmal aufkommenden Kritik an seiner Person will er nichts mitbekommen haben. "Ich lese viel, aber das nicht", sagte Favre gelassen.

Etwas beunruhigender dürfte für den BVB-Coach die Tatsache sein, dass seine Vorgesetzten beim deutschen Vizemeister auf Zeit spielen. Favres Dreijahresvertrag endet nach der Saison, Gespräche über eine Verlängerung hat es noch nicht gegeben. "Wir sind erst am Anfang der Saison und haben in diesem Sommer gemeinsam entschieden, dass wir die Frage zurückstellen. Wir werden sicherlich irgendwann die Gespräche führen. Aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt", sagte Sportdirektor Michael Zorc unter der Woche.

Zahlen sprechen für den 62-Jährigen

Die Zahlen sprechen indes für den 62-Jährigen. Seinen Schnitt von 2,15 Punkten in 73 Ligaspielen schaffte keiner seiner Vorgänger. Dennoch bestehen Zweifel an Favre. Die Zaghaftigkeit der Mannschaft zieht sich durch seine gesamte Amtszeit. In der Champions League und im DFB-Pokal scheiterte der BVB unter ihm viermal im Achtelfinale. In der Liga gingen zwar nicht viele, aber entscheidende Spiele verloren.

In Bielefeld sollte möglichst keine Niederlage hinzukommen. Arminias Coach Neuhaus hofft ein wenig auf Abnutzungserscheinungen beim Vizemeister aufgrund der Europacup-Belastung gegen Zenit St. Petersburg unter der Woche (2:0).

Nahezu alle Mann an Bord auf beiden Seiten

"Ich habe keine Ahnung, wie wichtig dem BVB dieses Spiel im Vergleich zur Champions League ist und welche Spieler auflaufen können", sagt aber auch: "Ich glaube, dass Borussia ähnlich gut aufgestellt ist wie der FC Bayern." Zu seiner Freude geht sein Team ohne größere Personalsorgen in das Spiel. Bis auf den langzeitverletzten Angreifer Andreas Voglsammer kann Neuhaus mit allen Profis planen.

Das gilt allerdings auch für die Borussia. Personell kann der BVB nahezu aus dem Vollen schöpfen. Nur Emre Can (Quarantäne) und sehr wahrscheinlich auch Nico Schulz (Muskelverketzung) werden nicht mitwirken können. Dennoch kündigte Favre Änderungen in der Startelf an. "Wir werden rotieren, das ist klar. Das ist logisch und nötig", sagte der BVB-Coach.

Fabian Klos: "Hoffnung auf Fans im Stadion ist gestern gestorben" Sportschau 29.10.2020 00:44 Min. Verfügbar bis 29.10.2021 Das Erste

sid | Stand: 30.10.2020, 14:41

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