Kai Havertz sieht seine Zukunft nicht in Leverkusen

Kai Havertz (l.) und Kevin Volland (r.).

Kai Havertz sieht seine Zukunft nicht in Leverkusen

  • Kai Havertz möglicherweise vor letzter Saison mit Bayer
  • Havertz: "Irgendwann muss der nächste Schritt kommen"
  • Teamkollege Volland kritisiert Entwicklungen im Fußballgeschäft

Kai Havertz sieht seine Zukunft langfristig nicht bei seinem derzeitigen Klub Bayer Leverkusen. "Ich bin ehrlich: Irgendwann muss für mich der nächste Schritt kommen", sagte der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler der "Bild" (Freitag, 19.07.2019) auf die Frage, ob er vor seiner letzten Saison in Leverkusen steht.

"Weiß nicht, ob Bayern der nächste richtige Schritt wäre"

Einen konkreten Zeitpunkt wollte der vertraglich bis 2022 gebundene Nationalspieler jedoch nicht nennen: "Ich mache mir da jetzt keinen großen Kopf, wann genau das der Fall sein wird. Jetzt zählt erst einmal Bayer Leverkusen."

Auf Spekulationen über einen bevorstehenden Transfer zum FC Bayern reagierte Havertz zurückhaltend. "Ich weiß jetzt wirklich noch nicht, ob der FC Bayern für mich der nächste und richtige Schritt ist. Ich weiß auch nicht, ob nicht eher das Ausland für mich infrage kommen würde."

"Habe noch nichts unterschrieben"

Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen: "Es gibt keinen Verein, bei dem ich schon unterschrieben habe." Mit dem Druck, möglicherweise der erste über 100 Millionen Euro teure deutsche Fußballer zu sein, kann Havertz leben: "Ich gehe damit locker um. Das ist der Markt, dafür kann ich ja nichts. Es hat sich eben alles so entwickelt."

Volland beklagt Schwarz-Weiß-Denken

Teamkollege Kevin Volland indes sieht einige Entwicklungen im modernen Fußball kritisch. "Man bekommt den Eindruck: Entweder hast Du ein Tor gemacht, dann hast Du gut gespielt. Oder Du hast kein Tor gemacht, dann hast Du schlecht gespielt. Das ist die öffentliche Wahrnehmung. Entweder Schwarz oder Weiß", sagte der 26-Jährige am Freitag gegenüber "t-online.de".

Kritik an Fixierung auf Soziale Medien

Den zehnmaligen Nationalspieler stört auch eine gewisse Fixierung auf Soziale Medien bei einer bestimmten Gruppe von Anhängern: "Viele junge Fans wollen bei Instagram spektakuläre Tricks sehen, und Übersteiger-Videos generieren nun einmal viele Klicks. Aber das ist in meinen Augen nicht das Wesentliche im Fußball", sagte Volland.

Er glaube, dass auch viele Fans das nicht gut finden würden. "Vor allem die älteren - auch, dass du auf vier verschiedenen Plattformen Spiele anschauen musst, dass der Ton in den sozialen Netzwerken so rau geworden ist, dass du sehr schnell ganz oben, aber auch schnell wieder ganz unten bist", sagte Volland.

Für die Nachwuchsspieler sei dies eine gefährliche Entwicklung. "Das ist alles extremer geworden und gerade für junge Spieler gefährlich. Da denkt ein Spieler schnell: 'Ich bin schon einer.' Aber eigentlich hat er noch nichts erreicht."

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Sportschau 17.07.2019 01:43 Min. Verfügbar bis 17.07.2020 Das Erste

Stand: 19.07.2019, 11:45