Schalker Ehrenrat befasst sich am Dienstag mit Tönnies-Äußerungen

Clemens Tönnies von dem FC Schalke 04

Schalker Ehrenrat befasst sich am Dienstag mit Tönnies-Äußerungen

  • Schalker Ehrenrat befasst sich Dienstag mit Tönnies-Aussage
  • Der in die Kritik geratene Aufsichtsratsvorsitzende wird dabei sein
  • Verwarnung, Verweis oder Enthebung aus Vereinsämtern möglich

Der Ehrenrat des FC Schalke 04 will sich voraussichtlich am Dienstag mit den umstrittenen Äußerungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies befassen. Der 63-Jährige habe unverzüglich zugesagt, der Einladung des in diesem Fall maßgeblichen Vereinsgremiums Rede und Antwort zu stehen, sagte Anja Kleine-Wilde, Leiterin der Schalker Unternehmenskommunikation, am Montag (05.08.2019).

Der Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück hatte in der Vorwoche beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt.

Für die Äußerungen hatte er sich später entschuldigt, war aber von zahlreichen Vertretern aus Politik und Sport harsch kritisiert worden. Der aus fünf Mitgliedern bestehende Schalker Ehrenrat, darunter drei Richter, hatte daraufhin angekündigt, sich "zeitnah" mit dem Fall zu beschäftigen. Auch aus Vereinskreisen kamen Beschwerden und Aufforderungen, dass sich der Ehrenrat einschaltet.

Zwar kann auch der dreiköpfige Schalker Vorstand Sanktionen verhängen. Doch der Ehrenrat müsste sie ohnehin überprüfen. Mögliche Sanktionen reichen von einer Verwarnung, einem Verweis bis zur Enthebung aus Vereinsämtern auf Zeit und Dauer. Bis zu einer Ehrenratsentscheidung werde sich kein Verantwortlicher mehr zu dem Thema äußern, betonte Kleine-Wilde.

Asamoah "geschockt und verletzt"

Das tat Gerald Asamoah. Der frühere Schalker Profi reagierte mit Bestürzung auf die Aussagen von Tönnies. "Ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos. Ich arbeite schon lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet. Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten. Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt", schrieb der 40-Jährige bei Instagram.

Auch die Politik reagierte mit deutlichen Statements. Dagmar Freitag etwa, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sagte der "Welt am Sonntag": "Dass so etwas von jemandem artikuliert wird, der eine herausgehobene Position im Sport innehat, macht die Sache umso schlimmer. Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen." Sylvia Schenk von Transparency International erklärte: "So etwas rutscht einem bei einer offiziellen Rede nicht einfach heraus, da steckt eine hochproblematische Einstellung dahinter."

Tönnies mit Entschuldigung - Ehrenrat berät sich Sportschau 02.08.2019 02:05 Min. Verfügbar bis 02.08.2020 Das Erste

dpa | Stand: 05.08.2019, 12:33