Bielfelds Geschäftsführer Markus Rejek

Geschäftsführer Rejek verlässt Arminia Bielefeld in Richtung Köln

Stand: 17.05.2022, 13:07 Uhr

Arminia Bielefeld muss sich einen neuen Finanz-Geschäftsführer suchen. Markus Rejek wird den Bundesliga-Absteiger verlassen und Ende des Jahres zum 1. FC Köln wechseln.

Die Arminia bestätigte Rejeks Abgang am Dienstag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, an der neben Rejek auch Vereinspräsident Rainer Schütte und der Aufsichtsratsvorsitzende Hartmut Ostrowski teilnahmen. Rejeks Vertrag endet am 30. November.

Der 53-Jährige war am 1. Oktober 2017 als kaufmännischer Geschäftsführer zur damals hoch verschuldeten Arminia gekommen. Als Initiator des "Bündnis Ostwestfalen", einem Zusammenschluss regionaler Unternehmen, hatte Rejek entscheidenden Anteil an der Sanierung des Clubs und verhinderte die Insolvenz.

Schlauchboot ohne Power - Bielefelds Abstieg im Rückblick

Als "Schlauchboot im Rennen mit Motorbooten" hat sich Bielefeld letzte Saison bezeichnet. In dieser Spielzeit hatte das Boot des DSC zu wenig Power für den Klassenerhalt. Ein Rückblick.

ielefelds Florian Krüger (M) im Kampf um den Ball mit Frankfurts Martin Hinteregger (l) und Evan N'Dicka

3. Spieltag: Ordentlicher Saisonstart: Die Bielefelder wussten von Beginn an, es würde nur um den Klassenerhalt gehen. Doch die Arminia startete passabel in die Spielzeit. Gegen Freiburg und Frankfurt holte man ein Remis, gegen Fürth war der Punkt aber fast zu wenig. Dennoch stand man nach drei Spielen auf Platz zwölf.

3. Spieltag: Ordentlicher Saisonstart: Die Bielefelder wussten von Beginn an, es würde nur um den Klassenerhalt gehen. Doch die Arminia startete passabel in die Spielzeit. Gegen Freiburg und Frankfurt holte man ein Remis, gegen Fürth war der Punkt aber fast zu wenig. Dennoch stand man nach drei Spielen auf Platz zwölf.

Erstmals musste der DSC mit einem direkten Abstiegsrang Bekanntschaft machen - nach dem 1:1 gegen Augsburg fiel Bielefeld auf Platz 17 zurück. Gerade mal vier Tore nach acht Spielen waren vor allem offensiv ein Armutszeugnis.

Masaya Okugawa erlöste die Westfalen am 11. Spieltag: Sein Tor beim 1:0 in Stuttgart bedeutete den ersten Sieg des DSC und den wiederhergestellten Anschluss an die Nicht-Abstiegsränge. Zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer und den dort liegenden VfB Stuttgart hatte Bielefeld zu diesem Zeitpunkt.

Ab dem 16. Spieltag bekamen die Hoffnungen auf den Klassenerhalt weiteren ernsthaften Nährboden. Sechs Spiele in Folge blieb Bielefeld ungeschlagen, kletterte so bis auf Platz 14 und durfte sich wieder berechtigterweiese mit einem dritten Jahr im Oberhaus beschäftigen.

Sieben Spiele vor dem Ende mussten die Westfalen eine 0:4-Klatsche gegen Mainz hinnehmen. Erneut geriet der DSC ins Hintertreffen und fiel auf Platz 17 zurück. Das Sorgenkind blieb die Offensive. 22 Tore in 27 Spielen waren bei weitem nicht bundesligareif. Da half auch die relativ gute Defensive (38 Gegentore, genauso viele wie der BVB) nicht. Vor allem, wenn sie mal wie in Mainz versagte.

Ein 0:3 gegen München vier Spieltage vor Schluss brachte das Aus für Trainer Frank Kramer. Die Vereinsführung hatte das Vertrauen in den Coach verloren und traute ihm nicht zu, das Ruder noch rumzureißen. In den restlichen vier Spielen sollte nun Marco Kostmann dafür sorgen, dass die Arminia drei Zähler auf den rettenden 15. Platz oder zumindest zwei Zähler auf die Relegation aufholt.

Doch die Bielefelder punkteten auch danach nicht - trotz guter Chancen dazu. Bezeichnend dafür die vergebene Großchance auf den Ausgleich von Burak Ince fünf Minuten vor Schluss gegen Köln. Oder das Eigentor von George Bello am 33. Spieltag in der 89. Minute gegen Bochum zum 1:2. Dieses besiegelte fast schon den sicheren Abstieg: Drei Zähler und ein deutlich schlechteres Torverhältnis gegenüber Stuttgart - Bielefeld brauchte im letzten Spiel ein Fußball-Wunder.

Doch das Wunder blieb aus: Mit einem 1:1 gegen RB Leipzig verabschiedete sich Arminia Bielefeld am letzten Spieltag aus der Fußball-Bundesliga. Das so oft zitierte "verflixte zweite Jahr" hatte nun auch den DSC erwischt. Für Bielefeld ist es der achte Gang in die Zweitklassigkeit. Nur Nürnberg musste das noch einmal mehr hinnehmen.

Rejek wechselt zum 1. FC Köln

Rejek wechselt zum 1. FC Köln, wo er das Führungstrio um Sport-Geschäftsführer Christian Keller und Finanzchef Philipp Türoff komplettieren soll. Am Dienstag bestätigte der FC die Verpflichtung.

"Mit Markus Rejek holen wird einen bundesliga-erfahrenen Manager mit großer Expertise im Marketing & Vertrieb eines Fußballclubs in die Geschäftsführung. Wir sind sicher, dass er sich im Team mit Christian Keller und Philipp Türoff perfekt ergänzen wird. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn vom 1. FC Köln überzeugen konnten", wird FC-Präsident Werner Wolf in der Vereinsmitteilung zitiert. In Köln soll Rejek für die Bereiche Vermarktung und Vertrieb verantwortlich sein und den zum VfB Stuttgart abgewanderten Alexander Wehrle ersetzen.

"Wir bedauern sehr die Entscheidung von Markus Rejek. Wir sind aber froh, dass wir den gemeinsamen Weg noch bis zum Jahresende fortsetzen werden", sagten Bielefelds Vereinspräsident Rainer Schütte und Aufsichtsrats-Vorsitzender Hartmut Ostrowski. "Mit Bedacht und der nötigen Ruhe kümmern wir uns um die weiteren Schritte. Mit Samir Arabi und Markus Rejek haben wir intensive Gespräche geführt und werden zusammen die Zukunftsprojekte unseres Vereins weiter vorantreiben."

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"Das ist keine Entscheidung gegen Arminia Bielefeld, sondern es ist eine Entscheidung vor allem aus privaten Gründen, die mir sehr schwergefallen ist", sagte Rejek: "Meine Entscheidung, mich zu verändern, ist in letzter Zeit gereift. Als dann das Angebot vom 1. FC Köln kam, war für mich der Moment gekommen, über einen solchen Schritt und über die Veränderung meines Lebensmittelpunktes ernsthaft nachzudenken."

Über Dortmund und München nach Bielefeld

Von 2010 bis 2014 arbeitete der in Mülheim an der Ruhr geborene Rejek als Marketingchef bei Borussia Dortmund. Danach wechselte er als kaufmännischer Geschäftsführer zu 1860 München, ehe er in gleicher Position in Bielefeld anheuete.

Quelle: lt