Arminia-Comeback in der Bundesliga mit Freude und Fehlern

Bielefeld-Coach Uwe Neuhaus dirigiert sein Team

Arminia-Comeback in der Bundesliga mit Freude und Fehlern

Die Rückkehr ist geglückt: Aufsteiger Arminia Bielefeld hat trotz bescheidener spielerischer Mittel gleich zum Saisonauftakt seine Bundesligatauglichkeit unter Beweis gestellt.

Fabian Klos schleppte sich völlig erschöpft mit nur einem Schuh zu den Fernsehinterviews. "Der Zweite ist kaputt", sagte der Kapitän von Arminia Bielefeld nach dem 1:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt am Samstag und lachte: "Es war schon sehr intensiv. Es war noch einen Ticken schneller, physischer und körperlicher als in der zweiten Liga."

Kämpfermentalität als notwendige Tugend

Doch der Kapitän lebte die Tugenden vor, mit denen der Zweitliga-Meister trotz bescheidener spielerischer Mittel auch in der Bundesliga bestehen könnte. Der 32 Jahre alte Bundesliga-Debütant lief unermüdlich an, warf sich in jeden Zweikampf und rackerte bis zur Erschöpfung. Nur mit dieser Kämpfermentalität wird es für die Ostwestfalen in der Bundesliga funktionieren können - das wurde bereits am ersten Spieltag deutlich. "Wir müssen gemeinschaftlich paddeln, um am Ende bei hoher See die eine oder andere Jacht zum Kentern zu bringen", sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi im ZDF.

Neuhaus: "Haben uns vorgenommen, als Mannschaft aufzutreten" Sportschau 19.09.2020 00:36 Min. Verfügbar bis 19.09.2021 Das Erste

Trainer Uwe Neuhaus fügte mit Blick auf das Auftaktspiel hinzu: "Wer die reifere Mannschaft war, darüber brauchen wir nicht zu reden. Wir haben versucht, mit unseren Mitteln eine gute Kompaktheit und eine gute Disziplin auf den Platz zu bringen. Das ist uns einigermaßen gelungen."

Defensive sattelfest, Offensive nicht allzu präzise

Die beste Defensive der vergangenen Zweitligasaison wirkte auch in der Beletage des deutschen Fußballs erstaunlich sattelfest und brachte die hochveranlagte Offensive der Eintracht ins Stottern. "Arminia hat das gut gemacht und gut verteidigt", musste Eintracht-Trainer Adi Hütter anerkennen.

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Sportschau 19.09.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 19.09.2021 ARD

Das Problem war nur: Der Bielefelder Angriff lahmte ebenfalls. Bis auf den Führungstreffer von Cebio Soukou (51.) konnte der Rekordaufsteiger gegen die Eintracht kaum spielerische Akzente setzen. "Wir haben es versäumt, auf dem Weg nach vorne die teilweise großen Räume zu nutzen", haderte Neuhaus deshalb.

Den Unterschied zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga hatte der 60-Jährige bei seinem Premierenspiel in der Eliteliga direkt ausgemacht. "Spiele wie heute, wo wir im Spiel nach vorne nicht ganz so präzise waren, hatten wir vergangene Saison auch. Aber da ist es halt meist nicht mit dem Ausgleich bestraft worden. Die Qualität ist enorm."

Lucoqui: "Es kommen größere Namen auf einen zu"

Diese Qualität kannten die Bielefelder bislang "nur aus dem Fernsehen", berichtete Linksverteidiger Anderson Lucoqui lachend: "Man hat schon einen gewissen Respekt. Die haben ja auch Großes geleistet, es kommen größere Namen auf einen zu." Und die Arminia bewies, dass sie mit diesen durchaus mithalten kann.

dpa/sid/red | Stand: 20.09.2020, 13:20