Bielefelds Gonzalo Castro

Fußball | Bundesliga

Gonzalo Castro wird für Bielefeld immer wichtiger

Stand: 17.01.2022, 11:43 Uhr

Zweiter Kurzeinsatz, erstes Tor: Die Bilanz von Gonzalo Castro bei Arminia Bielefeld kann sich sehen lassen. Und das, obwohl der 34-Jährige längst noch nicht wieder richtig fit ist.

Gonzalo Castro kommt bei Arminia Bielefeld immer besser in Fahrt. Durfte sich der Routinier bei seinem Debüt für die Ostwestfalen in Freiburg gerade einmal acht Minuten zeigen, war es am Sonntag gegen Greuther Fürth immerhin schon eine Viertelstunde.

Zwar klingt auch das erstmal nicht viel, doch der Kurzeinsatz hat bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. Vor allem bei Castro selbst, denn der 34-Jährige war im Anschluss ziemlich geschafft. "Die 15 Minuten waren schon anstrengend, weil es hin und her ging", gestand der Mittelfeldstratege, der sich nach einer sechsmonatigen Auszeit erstmal wieder an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen muss.

Erster Treffer seit April

Während das wohl noch ein paar Wochen dauern könnte, hat Castro gegen Fürth eines aber bereits bewiesen: Seine exzellente Schusstechnik hat der Ex-Nationalspieler während der Zwangspause nicht verlernt. Mit einem Traumtor zum späten 2:2-Ausgleich schoss sich Castro nicht nur in die Herzen der Arminia-Fans, sondern auch zurück ins Rampenlicht.

Für den Deutsch-Spanier war es der erste Liga-Treffer seit April 2021. Und der brachte ihm gleich mal ein Sonderlob des Trainers ein. "Gonzo weiß, wann er da sein muss und wann die Mannschaft ihn braucht", lobte Frank Kramer.

Traumtor zum Ausgleich

Tatsächlich hätte es für Castro kaum einen besseren Zeitpunkt geben können, um sein Tor-Debüt für die Ostwestfalen zu feiern. Denn sein Team lag zum Zeitpunkt seiner Einwechslung mit 1:2 hinten. Eine Niederlage beim Tabellenschlusslicht wäre ein herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt gewesen.

Doch da fasste sich der in der Winterpause verpflichtete Castro ein Herz und schoss den Ball in der 83. Minute aus rund 20 Metern mit vollem Risiko per Dropkick Richtung gegnerisches Tor. "Ich habe gesagt, entweder geht der Ball über das Stadion oder ins Tor. Gott sei Dank ist er ins Tor gegangen", kommentierte Castro. Damit war der Frust über die halbjährige Zwangspause urplötzlich vergessen.

Remis im Kellerduell: Bielefelds Castro gleicht spät aus

Sportschau 17.01.2022 08:11 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

Castros Qualitäten unbestritten

Noch wenige Wochen zuvor drohte dem gebürtigen Wuppertaler nach bewegter Profikarriere mit Stationen in Leverkusen, Dortmund und Stuttgart die Vergessenheit. Nach seiner Ausmusterung beim VfB im vergangenen Sommer schien kein anderer Klub interessiert, ehe die Arminia sich an seine Qualitäten erinnerte.

Und Qualitäten besitzt der ehemalige Nationalspieler einige. Er ist vielseitig einsetzbar, technisch beschlagen und charakterlich einwandfrei. Zudem - auch das erscheint nicht ganz unwichtig - ist Castro ein Mann für Standardsituationen, deren Ausführung beim DSC in dieser Hinrunde eine Dauerbaustelle war.

Als Goalgetter dagegen haben ihn die Arminia-Verantwortlichen dagegen wohl eher nicht gesehen. Obwohl 37 Treffer in 409 Bundesligaspielen sicher keine schlechte Ausbeute sind, glänzte Castro bei seinen früheren Vereinen doch eher als Vorlagengeber. Sollte im hohen Alter aber künftig häufiger sein Torriecher aufblitzen, hätte man in Bielefeld sicher nichts dagegen.

Quelle: cl/dpa