Glasgow erzielt das 1:0 gegen Dortmund

Aus in der Europa League: Dortmunds Defensive zu schwach für Europa

Stand: 25.02.2022, 07:19 Uhr

Nach dem 2:2 am Donnerstag (24.02.2022) bei den Glasgow Rangers ist klar: Dortmund verabschiedet sich aus der diesjährigen Europa League und muss seine Träume vom Titel begraben. Sechs Gegentore in zwei Spielen sind zu viel, um international zu bestehen.

Von Michael Buchartz

Ganze 20 Minuten dauerte es im Spiel von Borussia Dortmund, da stellte Julian Brandt seinem Gegenspieler Ryan Kent im eigenen Strafraum und der BVB zum ersten, aber nicht letzten Mal am Abend sich selbst ein Bein.  

Haarsträubende individuelle Fehler

Bis dahin war es eigentlich bemerkenswert gut gewesen, wie Dortmund sich präsentiert hatte: lauffreudig, mutig im Anlaufen des Gegners und stark in den Zweikämpfen. Nur der Pfosten verhinderte eine frühe schwarz-gelbe Führung. Dann kam besagte Szene - den fälligen Elfmeter nutzten die Rangers zur Führung.  

UEL-Aus: Der BVB scheidet nach Remis in Glasgow aus der Europa League aus

Sportschau 24.02.2022 00:34 Min. Verfügbar bis 24.02.2023 ARD


Im Fußballer-Jargon würde man sagen, dass der BVB es "sich selbst schwer machte": Leidenschaft, Wille, sogar ein gewisses spielerisches Level konnte man den Gästen besonders im ersten Durchgang nicht absprechen. Doch selbst zwei Treffer vor der Pause genügten nicht – denn Dortmund schenkte einmal mehr Glasgow einen weiteren Treffer. Drei Mann konnten nach 55 Minuten die Flanke der Rangers nicht verhindern, Mats Hummels senste zudem etwas ungeschickt am Ball vorbei. James Tavernier sagte "danke" und schoss ein.

Rangers legen defensive Schwächen offen

Emre Can hätte sogar fast für das nächste Geschenk gesorgt, als er viel zu lange für das Abspiel brauchte und nach Video-Ansicht ein Foul gegen sich gepfiffen bekam. Wer nun meint, das wären nur drei Szenen und alles kann man nicht verhindern, der sieht sich getäuscht.

Es sind nur die eklatantesten Beispiele für haarsträubende Ballverluste und eine vor allem in Halbzeit zwei schwache Zweikampfführung bei Kontern der Gastgeber. Gerade nach dem Seitenwechsel durfte sich der BVB glücklich schätzen, dass er nicht noch öfter die Kugel aus dem eigenen Netz holen musste.

Akanji fehlt als einziger konstanter Abwehrspieler

In nur zwei Partien konnten die Schotten - die nun wahrlich nicht als europäisches Schwergewicht gelten - schonungslos offenlegen, dass es dem BVB keinesfalls offensiv an Qualität mangelt, defensiv dafür umso mehr. Und so musste Trainer Marco Rose an diesem Abend wie im Hinspiel mit ansehen, wie seine Abwehr jenseits des internationalen Niveaus agierte.

Dortmunds Torhüter Gregor Kobel blockt einen Torschuss von Glasgows Scott Arfield (l).

Gründe für die Defensiv-Mängel mag es viele geben: Hummels scheint seinen Zenit mit 33 Jahren inzwischen überschritten zu haben. Zu auffällig sind seine Patzer - zu den besten Zeiten quasi nie vorgekommen - und sein Nachteil in Sachen Geschwindigkeit. Nico Schulz hat seine Rolle und Form bei Dortmund immer noch nicht gefunden und Emre Can kann sich auch nicht auf Dauer empfehlen. Schmerzlich vermisst wurde und wird der einzig konstante Abwehrspieler beim BVB: Manuel Akanji.  

Dortmund muss sich defensiv verstärken

Nach der Partie musste Dortmund erstmal noch mehr Hiobsbotschaften hinnehmen. "Bei Thomas Meunier ist wahrscheinlich die alte Verletzung wieder aufgebrochen und Emre Can beklagt starke Rückenschmerzen", erklärte Trainer Marco Rose. Der Schuh drückt auch wegen der häufigen Verletzungen besonders hinten. Die Abwehr kann sich kaum zusammen einspielen.

Das alles haben die Verantwortlichen erkannt und für den Sommer - auch nach dem Transfer von Niklas Süle - einige Abwehrleute wie den Nationalspieler Matthias Ginter ins Visier genommen. Für die aktuelle Spielzeit kommt es zu spät und die Abwehr ist zu schwach - vor allem deshalb bleibt der BVB in Europa erneut weit hinter seinen Ansprüchen zurück.