Bundesliga-Abstiegskampf - der Trend spricht gegen Köln und Bielefeld

Bielfelds Ritsu Doan (l.) gegen den Kölner Ex-Nationalspieler Jonas Hector (r.)

Bundesliga-Abstiegskampf - der Trend spricht gegen Köln und Bielefeld

Von Sebastian Hochrainer

In den letzten acht Spieltagen geht es für fünf Klubs um das Fortbestehen in der Bundesliga. Einiges spricht dafür, dass am Ende drei Vereine aus Nordrhein-Westfalen die unteren drei Tabellenplätze einnehmen.

Nach der Länderspielpause geht die Bundesliga gleich mit mehreren Spitzenspielen los. Bei RB Leipzig gegen Bayern München geht es um die Meisterschaft, bei Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt um einen Champions-League-Platz - und bei Mainz 05 gegen Arminia Bielefeld ums Überleben in der fußballerischen Erstklassigkeit.

Köln und Bielefeld unter Zugzwang

Insgesamt fünf Teams stecken nach 26 Spieltagen akut im Abstiegskampf. Neben der Mainz-Bielefeld-Partie stehen noch weitere direkte Duelle an, die Spannung im Kampf um den Klassenerhalt garantieren. In dem spricht der Trend aber eindeutig gegen drei Teams aus Nordrhein-Westfalen.

Denn Hertha BSC (14. Platz) und Mainz 05 (15.) sind nicht nur tabellarisch in der Pole Position, sondern zeigten zuletzt auch eine deutlich bessere Form als die Mitkonkurrenten 1. FC Köln, Arminia Bielefeld und Schalke 04. Zwar sind die beiden Kontrahenten mit 24 Punkten nur hauchdünn vorne, doch sowohl Köln (23 Zähler) als auch Bielefeld (22) sammelten zuletzt deutlich weniger Punkte und zeigten schlechtere Leistungen als die vor ihnen platzierten Teams. Und für Schalke (zehn Punkte) geht es ohnehin nur noch um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt.

Kölns immer wiederkehrendes Trainerthema

In Köln scheint zum wiederholten Male der Job von Markus Gisdol in Gefahr zu sein. Spätestens beim direkten Duell gegen Mainz (11. April, 18 Uhr) muss Köln siegen, ansonsten dürfte es im Endspurt noch einen Trainerwechsel geben. Helfen sollen dabei die genesenen Offensivspieler Sebastian Andersson und Florian Kainz. Der Angriff war zuletzt die größte Schwachstelle der Kölner.

Restprogramm 1. FC Köln
Begegnung
VfL Wolfsburg (3.)1. FC Köln
1. FC KölnMainz 05 (15.)
Bayer Leverkusen (6.)1. FC Köln
1. FC KölnRB Leipzig (2.)
FC Augsburg (13.)1. FC Köln
1. FC KölnSC Freiburg (8.)
Hertha BSC (14.)1. FC Köln
1. FC KölnSchalke 04 (18.)

Aus den vergangenen sechs Partien hat der Tabellen-16. nur zwei Punkte geholt, das 2:2 gegen Dortmund vor der Länderspielpause war jedoch ein Achtungserfolg - jedoch mit bitterem Beigeschmack, weil der BVB den Ausgleich erst kurz Schluss erzielte. Trotzdem deutete zunächst nicht viel hin auf genügend Erfolgserlebnisse im restlichen Saisonverlauf, weshalb der Trend dafür spricht, dass Köln unter den letzten drei Teams landet, die Rettung ist aber über die Relegation drin.

Bielefeld schießt unter Kramer kaum Tore

In Bielefeld gab es vor wenigen Wochen bereits einen Wechsel auf der Trainerbank. Frank Kramer übernahm für Uwe Neuhaus, unter dem das Team zuvor in fünf Spielen nur einen Punkt geholt hatte. Mit vier Zählern aus vier Partien ist Kramers Bilanz besser, einen besonders guten Eindruck machen die Arminen aktuell jedoch nicht. Der Sieg in Leverkusen (2:1) war äußerst glücklich, in den anderen drei Partien unter dem neuen Coach blieb der Tabellen-17. tor- und nahezu chancenlos.

Restprogramm Arminia Bielefeld
Begegnung
Mainz 05 (15.)Arminia Bielefeld
Arminia BielefeldSC Freiburg (8.)
FC Augsburg (13.)Arminia Bielefeld
Arminia BielefeldSchalke 04 (18.)
Bor. M'gladbach (10.)Arminia Bielefeld
Hertha BSC (14.)Arminia Bielefeld
Arminia Bielefeld1899 Hoffenheim (11.)
VfB Stuttgart (9.)Arminia Bielefeld

Dennoch ist die bisherige Saison für Bielefeld durchaus ein Erfolg. Von Beginn an stand fest, dass es für die Ostwestfalen mit dem mit Abstand geringsten Etat und dem auch vom Leistungsvermögen her schwächsten Kader der Liga nur um den Klassenerhalt gehen kann. Dass die Arminia acht Spieltage vor Schluss noch derart große Aussichten auf diesen hat, hätten ihr dabei die meisten wohl nicht zugetraut.

Wichtige Duelle gegen die Konkurrenz

Gute Chancen hat Bielefeld auch aufgrund des Spielplans, vor allem auf das Erreichen von Relegationsplatz 16. Während Köln noch auf die Top-Teams Wolfsburg, Leverkusen und Leipzig trifft, ist Freiburg als Achter der tabellarisch stärkste Gegner der Arminen. In den direkten Duellen in Mainz (3. April) und Berlin (7. Mai) kann das Kramer-Team sogar wichtige Punkte für den direkten Klassenerhalt einfahren.

Auf Schalke dagegen hoffen nur noch die kühnsten Optimisten auf das große Wunder. Nicht nur die tabellarische Situation ist mit 13 Punkten Rückstand auf Platz 16 nahezu aussichtslos, sondern auch die Leistungen machen nicht den Eindruck, als könnte Schalke auch nur ansatzweise nochmal ins Rennen um den Klassenerhalt eingreifen.

Endlich mal was Positives auf Schalke

Immerhin gab es am Dienstag aber mal gute Nachrichten für die Knappen. Mit dem Hauptsponsor Gazprom konnte eine Einigung über eine weitere Zusammenarbeit in der zweiten Liga erzielt werden. Bislang hatte das Unternehmen die Möglichkeit, im Falle eines Abstiegs auszusteigen.

So kann Schalke wenigstens auf diese Mittel zurückgreifen beim höchstwahrscheinlichen Neustart in der zweiten Liga. Und es ist ebenfalls recht wahrscheinlich, dass die Gelsenkirchener dort auf mindestens einen weiteren diesjährigen Bundesligisten aus NRW treffen.

Stand: 30.03.2021, 18:03