Krise statt Karneval: Chaos-Tage beim 1. FC Köln

Frank Aehlig, Interims-Sportchef beim 1. FC Köln

Krise statt Karneval: Chaos-Tage beim 1. FC Köln

Von Lukas Thiele

  • Veh und Beierlorzer sind weg
  • Labbadia sagt ab
  • Zweitschlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte

Am 11.11. wird es beim 1. FC Köln traditionell lustig. Zum Beginn der Karnevals-Session trainieren die Kölner gerne in schrillen Kostümen, mit Pappnasen und Ringel-Söckchen. In diesem Jahr fällt das Karnevals-Training aber aus. Die Situation beim abstiegsbedrohten Bundesligisten ist zu ernst.

Am Freitag (08.11.2019) kassierten die Kölner in letzter Minute eine bittere 1:2-Niederlage gegen de TSG Hoffenheim - die achte Pleite im elften Saisonspiel. Direkt nach Abpfiff gaben die Kölner die sofortige Trennung von Sportchef Armin Veh bekannt. Am Tag darauf folgte dann die Entlassung von Trainer Achim Beierlorzer. "Der Grund ist in der Hauptsache der Tabellenstand", kommentierte Interims-Sportchef Frank Aehlig die Entscheidung. Die Mannschaft wird derzeit von den beiden Co-Trainern Andre Pawlak und Manfred Schmid betreut.

Labbadia sagt ab

Der FC ist derzeit also quasi führungslos. Wie geht es nun weiter? Fest steht zumindest, dass Bruno Labbadia das Traineramt nicht übernehmen wird. Aehlig bestätigte, Kontakt zum ehemaligen Wolfsburg-Coach aufgenommen zu haben, dieser aber absagte. "Bruno hat gesagt, dass er im Moment nicht zur Verfügung steht. Das gilt es zu respektieren", sagte Aehlig und ergänzte: "Ich persönlich hätte mir das vorstellen können."

Frank Aehlig: "Grund ist in der Hauptsache der Tabellenstand" Sportschau 09.11.2019 00:58 Min. Verfügbar bis 09.11.2020 Das Erste

Die Kölner Medien haben unterdessen bereits zwei weitere Namen ins Spiel gebracht: Tayfun Korkut und Pal Dardai. Kommentieren wollte Aehlig diese Namen nicht. Dass es einer der beiden wird, ist unwahrscheinlich. Korkut hatte bei seinen vorherigen Stationen in Leverkusen und Stuttgart nachhaltig keinen Erfolg. Dardai soll ab der kommenden Saison wieder Jugendtrainer bei Hertha BSC werden.

Zweitschlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte

Aber wer auch immer es wird, auf den Nachfolger von Achim Beierlorzer wartet eine verunsicherte Mannschaft. Zwar zeigten die Kölner gegen Hoffenheim die richtige Einstellung, offenbarten spielerisch aber erneut Defizite. Der FC stellt die schlechteste Offensive der Liga und kassiert zudem im Schnitt zwei Tore pro Spiel. Unter dem Strich steht deshalb der zweitschlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte.

Logisch, dass in dieser Situation niemand Lust hat, mit Clowns-Perücke über den Trainingsplatz zu hüpfen. Zumal die kommende Aufgabe für den FC alles andere als leicht wird: Am Samstag nach der Länderspielpause (23.11.2019) müssen die Kölner auswärts bei RB Leipzig antreten.

Stand: 10.11.2019, 12:59