Viktoria Köln zwischen Liga-Streit und auslaufenden Verträgen

Viktoria-Sportdirektor Marcus Steegmann (r.) steht auf dem Trainingsplatz

Viktoria Köln zwischen Liga-Streit und auslaufenden Verträgen

Von Julian Tilders

  • 3. Liga nimmt am 30. Mai Spielbetrieb wieder auf
  • Viktoria Kölns Sportdirektor Steegmann übt Kritik an DFB und Klubs
  • Problematik der auslaufenden Verträge noch ungeklärt

Weiter im Text - so lautet die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag (21.05.2020) verkündete Marschroute für die 3. Liga. Die Klubs, die ab dem 30. Mai und bis zum 4. Juli wieder spielen sollen, sind sich aber nach wie vor uneinig. Carl Zeiss Jena etwa äußerte die Absicht, angesichts der Anforderungen an die Vereine rechtliche Schritte gegen den Beschluss einzuleiten. Geschäftsführer Chris Förster sagte: "Es wird mit der Brechstange versucht, den Spielplan durchzudrücken. Das ist Wahnsinn." "Zu viele Vereine" hätten noch "zu viele Probleme".

Einer der Drittligisten, die bei der Abstimmung zuletzt eine Fortsetzung befürworteten, war Viktoria Köln. Die Umsetzung des Hygienekonzeptes stelle kein Problem dar, sagt Sportdirektor Marcus Steegmann im Gespräch mit dem WDR: "Der Aufwand wurde uns frühzeitig umrissen. Wir waren mit der erste Verein, der wieder im Mannschaftstraining war."

3. Liga über Neustart gespalten

Sportschau 21.05.2020 01:09 Min. Verfügbar bis 21.05.2021 ARD Von Martina Knief

Steegmann mit Kritik an DFB und Klubs

Über den Konflikt in der Liga ist er allerdings nicht glücklich. Steegmann kritisiert, "dass man nicht von Anfang an die 3. Liga als Profiliga mit den ersten beiden Ligen zusammen hat starten lassen, wenn man dasselbe Konzept fährt." Er hätte sich eine frühzeitigere Entscheidung und damit Planungssicherheit für die Vereine gewünscht.

DFB-Präsident Fritz Keller betonte zuletzt ebenfalls, dass die 3. Liga eine "bundesweite Profispielklasse" sei und "negative politische Verfügungslagen an vereinzelten Standorten" nicht den Spielbetrieb komplett unterbinden dürften.

Dass nach "wochenlangem Hin und Her" nun aber "fast eine Ad-hoc-Entscheidung des DFB am Vatertag" verkündet wurde, findet Steegmann "überdenkenswert". Auch könne man "den Eindruck bekommen, dass der ein oder andere Verein lieber öffentlich Rede und Antwort steht, statt mit dem DFB und den anderen Klubs konstruktiv nach Lösungen zu suchen", kritisiert Steegmann und fügt an: "Das hat dem Image dieser Liga nicht gut getan und das, worum es eigentlich geht - nämlich die Gesundheit aller - in den Hintergrund rücken lassen."

Offene Fragen bei auslaufenden Verträgen

Die nun anstehenden elf Spiele in fünf Wochen dürften strapaziös werden. Steegmann erklärt: "Die Mannschaft freut sich, dass wieder gespielt wird. Ich höre aber auch Stimmen, die sagen, dass es eine immense Belastung ist, die auf alle zukommt und die es so noch nie gegeben hat." Am Sonntag begibt sich die Viktoria ins Quarantäne-Trainingslager in einem Hotel in Köln. Erster Kölner Gegner ist Braunschweig (Samstag, 30.05.2020, 14 Uhr).

Trotz der englischen Wochen wird die Spielzeit in den Juli hineinreichen. Dies könnte zu Extra-Stunden auf der Geschäftsstelle führen. Denn laut "transfermarkt.de" laufen bei Viktoria mehr als 20 Spielerverträge zum 30. Juni aus. Steegmann bestätigt diese Zahl nicht, richtig sei aber, dass "einige Verträge auslaufen und wir auf eine kurzfristige Nachricht des DFB warten - weil wir hier eine Sondersituation haben - wie damit im Einzelnen juristisch umgegangen werden kann." In der 3. Liga ist also noch längst nicht alles geklärt.

Stand: 22.05.2020, 13:58