Mike Wunderlich von Viktoria Köln am Ball

Viktoria Köln - der Traum vom Aufstieg lebt

Stand: 05.01.2023, 08:42 Uhr

Nach einer kleinen Erfolgsserie vor Beginn der Winterpause geht Viktoria Köln mit gutem Gefühl in die Rest-Spielzeit der Dritten Liga. Hoffnung macht ein "verlorener Sohn".

Von Olaf Jansen

Als Viktoria Köln Ende August gegen den FC Bayern im DFB-Pokal spielte, waren sie endlich einmal dabei: beim großen Fußball. 50.000 Zuschauer waren zur Partie des Drittligisten gegen den deutschen Rekordmeister gekommen, der Umzug ins Rhein-Energie-Stadion hatte sich so richtig gelohnt. Da war die 0:5-Klatsche, die Viktoria bezog, natürlich nebensächlich.

Das Spiel ist jetzt nur noch eine tolle Erinnerung, aber irgendwie wollen sie bei der Viktoria doch wieder hin zum größeren Fußball. Dazu müsste erst einmal ein Aufstieg her. Der Sprung in die 2. Bundesliga ist aktuell der große Traum der Kölner Rechtsrheinischen.

Platz drei in Reichweite

Ein kleiner Siegeszug direkt vor der WM-Unterbrechung sorgte dafür, dass der Verein tatsächlich wieder dran ist an den Spitzenteams der Dritten Liga. 27 Zähler hat das Team nach 17 Spielen gesammelt - Relegationsplatz drei, auf dem derzeit der SV Wehen Wiesbaden steht, ist überschaubare vier Punkte entfernt. "Natürlich ist es unser großer Traum, irgendwann mal den Sprung in die Zweite Liga zu schaffen", bestätigte Viktoria-Sportvorstand Franz Wunderlich jüngst in einem Interview mit dem "Kölner Stadtanzeiger".

Dass dieser Traum schon in dieser Saison Realität werden kann - dazu soll nun Wunderlichs Sohn Mike beitragen. Der "verlorene Sohn" kehrte in diesem Winter nach Höhenberg zurück, nachdem er bei Zweitligist 1. FC Kaiserslautern zuletzt nur noch auf der Ersatzbank gesessen hatte. "Ich will in meinem Alter so viel wie möglich spielen - das war in Kaiserslautern nicht mehr möglich", so Wunderlich zu seinem Wechsel-Entschluss.

Aufstieg - "ein unfassbares Erlebnis"

Wie es ist, von der Dritten in die Zweite Liga aufzusteigen, hat der 36-Jährige vor nicht allzu langer Zeit erlebt. Mit Lautern gelang ihm dieser Sprung im vergangenen Sommer. "Ein unfassbares Erlebnis. Die ganze Stadt war im Ausnahmezustand", so Wunderlich.

Ist so etwas auch mit der Viktoria möglich? Womöglich schon dieses Jahr? Wunderlich bleibt zurückhaltend: "Wir wissen alle, wie die Dritte Liga funktioniert - es geht schnell nach oben, aber auch wieder nach unten. Ich glaube, dass sich die Mannschaft eine gute Ausgangsposition in der Hinrunde geschaffen hat. Wir schauen einfach, dass wir daran anknüpfen. Was dann passiert, wird man sehen."

Wunderlich - ab Sommer kein Spieler mehr

Er selbst betonte noch einmal, dass er sich auf der unmittelbaren Zielgeraden seiner Spieler-Karriere befindet. "Ich höre definitiv im Sommer auf zu spielen", erklärt er. "Ich steige in das Unternehmen meines Vaters ein, werde dort eine Führungsposition besetzen." Dem Fußball will Wunderlich, der die Trainer-B-Lizenz besitzt, allerdings erhalten bleiben. "Ich würde ab Sommer gern einen ambitionierten Oberligisten als Trainer betreuen. Mal schauen, was da so für Angebote hereinflattern", sagt er.

Bis es soweit ist, will er aber erst einmal auf dem Spielfeld weiterhelfen. Für die Viktoria geht's am 14. Januar mit einem Auswärtsspiel beim VfL Osnbarück wieder los. "Ich habe seit dem 11. November pausiert und muss erst einmal wieder reinkommen", sagt Wunderlich zurückhaltend.

Viktoria Köln gegen Bayern - Drittliga-Ambiente trifft auf Rekordpokalsieger

Sportschau 30.08.2022 01:41 Min. Verfügbar bis 30.08.2023 Das Erste