Drei Jahre Stadionverbot für rassistische Rufe in Münster

  • Polizei bestätigt Identität des Mannes
  • Anzeige wegen Volksverhetzung
  • Weitere Zeugen werden vernommen

Nach dem Rassismus-Vorfall beim Drittliga-Fußballspiel in Münster ist gegen den Tatverdächtigen ein bundesweites Stadionverbot von drei Jahren ausgesprochen worden. Das gab am Montag (17.02.2020) der Verein Preußen Münster bekannt. "Das Mindeste, das wir nun tun können, ist, dass diese Person nicht mehr in unser Stadion kommt", erklärte Vereinspräsident Christoph Strässer . Zuvor hatte die Polizei die Identität des Mannes bestätigt und weitere Ermittlungen eingeleitet.

Bei dem Tatverdächtigen, der am Freitag im Drittligaspiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers den Gäste-Spieler Leroy Kwadwo mit Affenlauten beleidigt haben soll, handelt es sich um einen 29-Jährigen aus dem Kreis Steinfurt.

Preußen-Fanbeirat Brüx: "Wir sind sehr stolz auf unsere Fans" Sportschau 17.02.2020 00:14 Min. Verfügbar bis 17.02.2021 Das Erste

Wie eine Polizeisprecherin bestätigte, wurde der Mann wegen Volksverhetzung angezeigt. "Es werden weitere Zeugen vernommen und der Beschuldigte wird zur Sache befragt", sagte die Sprecherin. Danach werde sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall beschäftigen.

Juristische und finanzielle Konsequenzen

Beim Grundtatbestand der Volksverhetzung ist eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren möglich. Auch finanziell wird der Vorfall für den Zuschauer Konsequenzen haben. Neben einer Geldstrafe aus dem Strafverfahren wird auch Preußen Münster die von Seiten des DFB zu erwartende Strafe auf den Täter umlegen. Dies teilte der Verein mit.

Die Zuschauer hatten auf die Beleidigungen des Mannes mit "Nazis raus"-Rufen reagiert und den Tatverdächtigen, der seinen Platz verlassen hatte, ausfindig gemacht und identifiziert.

Talk über Rassismus gegen Kwadwo Sportschau 15.02.2020 02:49 Min. Verfügbar bis 15.02.2021 ARD Von Sven Pistor, Burkhard Hupe