Jamil Siebert und David Philipp von Victoria Köln feiern den 2:0 - Sieg

Köln-Höhenberg jubelt - Viktoria feiert den Liga-Erhalt

Stand: 09.05.2022, 12:01 Uhr

Nach dem unerwarteten Sieg gegen Kaiserslautern und dem damit verbundenen Klassenerhalt kannte der Jubel bei Viktoria Köln keine Grenzen. Auch ein fieser Misston konnte die Party kaum stören.

"Es war ein brutales Jahr", stammelte Viktoria Kölns Sportvorstand Franz Wunderlich nach 90 aufreibenden Minuten im Köln-Höhenberger Sportpark am Sonntag. Mit 2:0 hatten die Kölner soeben Aufstiegsaspirant 1. FC Kaiserslautern bezwungen - die Kölsch-Hähne wurden geöffnet, die Party im sonnendurchfluteten Stadion und drum herum konnte beginnen. "Das haben wir uns jetzt aber mal wirklich verdient", fand Wunderlich.

Wunderlich junior - bedröppelt im Gästetrikot

Ein paar Meter entfernt stand etwas bedröppelt sein Sohn Mike - im Trikot des Gegners. Wunderlich junior war zu Beginn der Saison nach vielen Jahren in Höhenberg in die Pfalz gewechselt. Aus "persönlichen Gründen", wie es damals hieß. Was wirklich vorgefallen war zwischen seinem Heimatverein Viktoria Köln und Mike Wunderlich - es sickerte nie durch.

Ebenso unbekannt blieben bislang die Gründe, warum Andreas Rettig im Laufe der vergangenen Woche das Handtuch in Höhenberg geschmissen hat. Der Vorsitzende der Geschäftsführung war erst vor einem halben Jahr installiert worden, wollte und sollte die Viktoria nicht nur sportlich, sondern vor allen Dingen infrastrukturell eine Stufe nach oben bringen.

Rettig-Abschied verwundert

"Ich habe mit dem Verein vereinbart, keine weiteren Details zur Trennung bekanntzugeben", beantwortete Rettig eine wdr.de-Anfrage. Was der Rettig-Abschied für die Viktoria für Folgen haben wird? Man weiß es nicht. Ebensowenig, wie der Verein künftig sportlich aufgestellt sein wird.

Schließlich ist es kein Geheimnis, dass sich Hauptsponsor Franz-Josef Wernze über kurz oder lang aus seinem Engagement weitgehend zurückziehen möchte und die Viktoria bis dahin sozusagen "auf eigenen Beinen" stehen sollte.

All dies spielte aber am Sonntagabend keine Rolle, als die Mannschaft und das Team auf den Klassenerhalt anstießen. Trainer Olaf Janßen mittendrin. Der hatte seinen Jungs vor Anpfiff von seinem größten Moment als Spieler erzählt. "Das war 1999, als ich mit Frankfurt den Klassenerhalt gegen den 1. FC Kaiserslautern sichern konnte", so der 55-Jährige.

Eklat im Lauterer Fanblock

Vom Viktoria-Jubel ebenso verdrängt wurde ein fieser Rechtsextremismus-Eklat, der sich im Lauterer Fanblock abgespielt hatte. Weil sie "lautstark rechtsextremistische Parolen" riefen, hatten vier Gäste-Fans am Sonntag einen Stadionverweis bekommen. Das teilte die Polizei in Köln mit. Es seien Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Volksverhetzung eingeleitet worden.

Quelle: oja