John Yeboah vom MSV Duisburg jubelt verhalten über den Klassenerhalt

MSV Duisburg - Jubel mit warnendem Zeigefinger

Stand: 09.05.2022, 14:35 Uhr

Wie eine Befreiung empfand der MSV Duisburg den am Wochenende gesicherten Klassenerhalt in der 3. Liga. Viele Fans waren aber nicht gut auf die MSV-Spieler zu sprechen.

Darf man beim MSV Duisburg den Klassenerhalt in der 3. Liga feiern oder nicht? Diese Frage war allgegenwärtig in Duisburg, wo sich der Meidericher Sportverein am Samstag mit einem Sieg gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg (1:0) vor dem Abstieg in die Regionalliga rettete.

Am Samstag waren mehr als 11.000 Zuschauer im Stadion - ein großer Teil dieser Fans feierte die Mannschaft frenetisch. Jene Mannschaft, die genau diese Anhänger vor wenigen Tagen noch ausgepfiffen hatten.

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Sportschau 07.05.2022 03:30 Min. Verfügbar bis 07.05.2023 Das Erste

Ultras sauer auf das Team

Ende April hatten die Zebras zunächst in der Liga zu Hause mit 0:6 gegen 1860 München verloren, um wenige Tage darauf im Niederrhein-Pokal gegen den SV Straelen (0:1) auszuscheiden. "Die Mannschaft hat soeben fahrlässig 300.000 Euro verspielt", wütete seinerzeit MSV-Präsident Ingo Wald.

Entsprechend war es kaum verwunderlich, dass einigen MSV-Anhängern nicht so recht nach Jubel war. Die Ultras zum Beispiel bezeichneten ihr Team trotz des erreichten Ziels einmal mehr als "Versager" und richteten einige kritische Banner an die Spieler, die sich alle hinterfragen müssen.

"Arsch aufreißen"

Teamkapitän Moritz Stoppelkamp äußerte Verständnis für die kritischen Anhänger: "Duisburger verlangen nicht viel. Sie verlangen nur, dass wir uns auf dem Platz den Arsch aufreißen."

Jene kämpferischen Tugenden, die Stoppelkamp anspricht, zeigten viele der MSV-Spieler im Saisonverlauf zu selten. So etwas bei den Akteuren freizulegen, ist normalerweise Trainersache. Möglicherweise musste aus diesem Grund auch Trainer Hagen Schmidt vor wenigen Tagen seinen Hut nehmen - er wurde kurzerhand durch Torsten Ziegner ersetzt.

"Ab jetzt Konzentration auf Verl"

Der feierte mit dem Sieg gegen Freiburg einen Einstand nach Maß, warnte seine Spieler aber vor zu frühem Jubel: "Wir feiern jetzt nicht", sagte er. Und kündigte an: "Ab jetzt konzentrieren wir uns auf den SC Verl." Bei den Ostwestfalen, die noch nicht sicher den Klassenerhalt in der Tasche haben, spielen die Meidericher am letzten Spieltag.

Quelle: oja