MSV Duisburg - Lieberknecht entlassen, Angst vor Abstieg

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht mit Maske

MSV Duisburg - Lieberknecht entlassen, Angst vor Abstieg

Wenig Geld, schlechte Perspektive: Der MSV Duisburg hat in der 3. Liga schwer zu kämpfen. Und jetzt drohen die Meidericher sogar noch tiefer zu fallen. Nach der Heimniederlage gegen Viktoria Köln steht das Team auf einem Abstiegsplatz. Und Trainer Torsten Lieberknecht wurde entlassen.

Torsten Lieberknecht wusste vor ein paar Wochen ganz genau, was ihn auch in der Saison 2020/21 in Duisburg erwartet: "In einem Klub wie dem MSV ist es so, dass er sich in der Zweiten Liga sieht. Und das versuchen wir wieder anzustreben." Das war wenige Wochen, nachdem der MSV im Schlussspurt der Vorsaison nur hauchdünn den Aufstieg in die Zweite Liga verpasst hatte. Nachdem das Team wochenlang die Liga angeführt hatte, war zum Schluss die Puste ausgegangen.

Ein neuer Anlauf also in der neuen Saison - so war der Plan. Doch jetzt sieht das alles ganz anders aus: Nach acht Spielen liegt der MSV mit nur acht Punkten auf einem Abstiegsplatz der Liga. Und die Meidericher müssen sich ernsthaft mit einem noch tieferen Fall beschäftigen: Es droht ein weiteres Abrutschen in die Regionalliga West. Am Dienstagmorgen zogen die Verantwortlichen die erste Reißleine: Trainer Lieberknecht wurde entlassen.

"Nur lebensfähig in der Zweiten Liga"

Was ein Abstieg für den MSV bedeuten würde, lässt sich nur schwer beurteilen. Allerdings hat Klub-Präsident Ingo Wald vor dieser Saison selbst vor weiteren Jahren in der Dritten Liga gewarnt. "Auf Dauer ist der MSV Duisburg nur überlebensfähig, wenn er mindestens in der Zweiten Liga spielt", so der Klubchef.

Was er meint: Wenn sich der MSV künftig nicht sportlich abheben kann von ehemaligen Konkurrenten wie RW Essen, RW Oberhausen, Wattenscheid 09 oder dem Wuppertaler SV, droht ihm ein ähnliches Schicksal: Das Abrutschen in die sportliche Bedeutungslosigkeit. Mit wenig Perspektive auf eine Rückkehr in die deutsche Fußballelite.

MSV auch schwer vom Coronavirus betroffen

Die Ablösung von Trainer Lieberknecht ist so etwas wie die "normale" Reaktion im Fußballgeschäft. Dabei war der Übungsleiter wahrlich nicht um seinen Job zu beneiden. Denn es war nicht nur so, dass der MSV vor der Saison einige wichtige Spieler abgeben musste und der Kader insgesamt eher schwächer als in der Vorsaison einzuordnen ist.

3. Liga - Viktoria Köln bleibt oben dran Sportschau 09.11.2020 01:36 Min. Verfügbar bis 09.11.2021 Das Erste

Hinzu kam, dass die Meidericher auch noch relativ schwer vom Coronavirus getroffen wurden und bereits diverse Wochen in Quarantäne verbracht haben. Andere Teams sind in der Trainingsarbeit sicherlich weiter und nutzen das im Moment gnadenlos aus. Als nächstes müssen die Duisburger bei Türkgücü München antreten. Der Aufsteiger rangiert derzeit auf Rang sieben der Tabelle und hat einen anderen Kurs eingeschlagen als der MSV: Es geht für die finanzstarken Münchener gerade pfeilgerade in Richtung Aufstiegsplätze.

Beim Spiel am Samstag bei Türkgücü München werden die Co-Trainer Marvin Compper, Branimir Bajic und Sven Beuckert das Team coachen. Der vierte Co-Trainer Philipp Klug fehlt nach Vereinsangaben aufgrund eines positiven Corona-Tests und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Der neue Chef-Coach soll am Sonntag nach dem Spiel in München vorgestellt werden.

Stand: 10.11.2020, 09:57

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