Nach Preußen-Abstieg: Baustellen überall

Preußen Münsters Trainer sitzt enttäuscht am Spielfeldrand mit gesenktem Kopf auf einem Stuhl.

Nach Preußen-Abstieg: Baustellen überall

  • Preußen Münster steigt nach neun Drittliga-Jahren in die Regionalliga ab
  • Fassungslosigkeit im ganzen Team nach der 0:3-Pleite gegen Meppen
  • Vom Stadion bis zu Verträgen: Überall Baustellen bei den Westfalen

Am ersten Bundesliga-Spieltag der Geschichte empfing Preußen Münster 1963 den Hamburger SV mit Uwe Seeler. Nach dem feststehenden Abstieg in die Regionalliga heißen die künftigen Gegner SV Straelen, FC Wiedenbrück oder FC Wegberg-Beeck. Der zweite Absturz in die Viertklassigkeit nach 2006 bis 2011 hinterlässt beim Bundesliga-Gründungsmitglied fast überall Baustellen.

Zukunft des Trainers offen, Sportchef geht

Die Zukunft von Sascha Hildmann ist ebenso offen wie die der meisten Spieler. Bereits klar ist, dass Sportchef Malte Metzelder den Verein verlassen wird. "Unsere gemeinsam gesteckten sportlichen Ziele konnten wir nicht erreichen.

Dieser Verantwortung muss auch ich mich stellen", sagte Metzelder dazu. Und für die seit Jahren schwelende Stadion-Frage dürfte der Abstieg ebenfalls ein heftiger Rückschlag sein. Entsprechend groß war die Fassungslosigkeit nach dem entscheidenden 0:3 (0:1) am vorletzten Spieltag gegen den SV Meppen.

Torhüter Maximilian Schulze Niehues (31), der schon in der Jugend für die Preußen spielte und in allen neun Drittliga-Jahren seit 2011 im Kader stand, setzte sich hinter sein Tor und weinte hemmungslos. Simon Scherder (27), ebenfalls gebürtiger Westfale und seit 2012 im Verein, brach beim TV-Interview mit "Magenta Sport" immer wieder die Stimme. "In einem Endspiel kann man so eine Vorstellung nicht bringen", sagte er: "Es tut mir leid für alle Fans und Mitarbeiter von Preußen."

Trainer Hildmann: "Hätte Preußen so gerne gerettet"

Trainer Hildmann wirkte derweil komplett niedergeschlagen. Nach dem Schlusspfiff zog er sich die Baseball-Cap vom Kopf, fuhr sich verzweifelt durch die Haare und wanderte dann eine Weile alleine über das Spielfeld. "Das ist ein bitterer Augenblick und ein schlimmer Moment", sagte der 48-Jährige: "Ich hätte Preußen so gerne gerettet." Das wäre dem Ende Januar verpflichteten Coach fast gelungen.

Vertrag hätte sich nur bei Ligaerhalt automatisch verlängert

Mit seinem Punkteschnitt über die gesamte Saison hinweg wäre Preußen nicht abgestiegen. Doch auch Hildmanns Vertrag hätte sich nur über den Klassenerhalt automatisch verlängert. Unter der Woche hatte der gebürtige Kaiserslauterer noch versichert, "dass ich mir nichts mehr wünschen würde, als meine Arbeit hier in Münster weiterzuführen."

Meppen überrennt Absteiger Münster Sportschau 01.07.2020 03:05 Min. Verfügbar bis 01.07.2021 Das Erste

dpa/lnw | Stand: 02.07.2020, 15:27