Miete nicht gezahlt: Uerdingens Heimspiel gegen Ingolstadt vor Absage

Von Lukas Thiele

Weil der KFC Uerdingen die Stadionmiete nicht gezahlt hat, setzt der Arena-Betreiber den Drittligisten vor die Tür. Die Krefelder reagieren mit Unverständnis.

Das Heimspiel des KFC Uerdingen gegen den FC Ingolstadt am Sonntag (15 Uhr) steht vor der Absage. Weil der Drittligist die Miete für die Düsseldorfer Arena nicht pünktlich gezahlt hat, setzt der Stadion-Betreiber "D.Live" die Krefelder vor die Tür.

"Der KFC Uerdingen hat die ausstehenden Mietzahlungen für die Nutzung der Merkur Spiel-Arena nicht beglichen und dadurch die Zahlungsvereinbarung mit D.Live nicht erfüllt. Aus diesem Grund können wir die Arena für die anstehende Spielbegegnung am Sonntag, 24. Januar, nicht als Spielstätte zur Verfügung stellen", teilte DLive am Freitagabend auf Anfrage des WDR mit. "Wir bedauern die wirtschaftliche Situation des KFC Uerdingen, müssen jedoch die Interessen unserer Gesellschaft wahren", hieß es weiter.

KFC reagiert verärgert

Der KFC reagierte verärgert und begründete die fehlende Zahlung mit positiven Corona-Tests innerhalb der Mannschaft. "Stand Freitagabend musste nach Aussage des Krefelder Gesundheitsamtes davon ausgegangen werden, dass die Partie am Sonntag nicht stattfinden könne. Diese Information war auch D.Live bekannt", heißt es in einem Statement auf der Vereinshomepage. "Völlig unverständlich ist daher, warum der Stadionbetreiber am Freitagabend eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlichte, obwohl bekannt war, dass die Partie voraussichtlich aufgrund der Corona-Fälle ohnehin nicht stattfinden kann."

Mikhail Ponomarev, scheidender Präsident und Investor des KFC Uerdingen, sieht seinen Verein als Opfer und forderte Hilfe des DFB: "Der KFC Uerdingen ist das Opfer eines internen Machtkampfes bei D.Live: Während Herr Brill unser Spiel bestätigt, wird es von Frau Röttgen abgesagt. Hier wird unter anderem die Situation ausgenutzt, dass der neue Oberbürgermeister in Düsseldorf sich noch einarbeiten muss", sagte er. "Die Stadionsituation wird für uns jedoch immer untragbarer – nicht nur wegen der Kosten. Wir brauchen hier die Hilfe des DFB."

KFC spricht von Vertrauensbruch

Wie es weitergeht, ist unklar. DLive könne zu den weiteren angesetzte KFC-Spielen in Düsseldorf keine Auskunft geben, hieß es. Der KFC spricht von einem "Vertrauensbruch" seitens des Stadionbetreibers und sieht "die Grundlage für eine Weiterführung des Vertrags nach jetzigem Stand nicht mehr gegeben".

Seit zwei Jahren trägt der KFC seine Heimspiele seit der Saison 2019/20 in Düsseldorf aus, weil das heimische Grotenburg-Stadion nicht den Drittliga-Ansprüchen genügt. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass die Uerdinger einen Eilantrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt haben. Die Suche nach einem neuen Investor nach dem Abgang Ponomarevs blieb bislang erfolglos.