KFC Uerdingen hofft auf den nächsten Krämer-Aufstieg

KFC-Coach Stefan Krämer (r.) mit Co-Trainer Stefan Reisinger an der Seitenlinie

KFC Uerdingen hofft auf den nächsten Krämer-Aufstieg

Von Julian Tilders

  • Trainer Stefan Krämer und der KFC Uerdingen wittern Aufstiegschance
  • Krämer vor Wiedersehen mit Ex-Klub Magdeburg (Freitag, 19 Uhr)
  • Aufstiegscoach baut auch wieder auf Vollath und Großkreutz

Der KFC Uerdingen wittert nach der Corona-Zwangspause in der 3. Liga die große Chance. Erst gab es einen überzeugenden 2:1-Sieg gegen Waldhof Mannheim, am Dienstag (02.06.2020) langte es gegen den SV Meppen nach einer schwachen ersten Hälfte immerhin zu einem torlosen Unentschieden. Die Aufstiegsplätze sind noch in Reichweite.

Die großen Ziele des KFC Uerdingen sind bekannt. Die Zweitklassigkeit soll es sein. Das unterstrich auch Trainer Stefan Krämer zuletzt im Gespräch mit dem "kicker: "Ich glaube, dass es das Ziel des Klubs sein muss. Man hat aus dem vergangenen Jahr mitgenommen, dass es aber nicht so einfach ist, aufzusteigen."

3. Liga: Kein Sieger bei Uerdingen gegen Meppen Sportschau 02.06.2020 02:32 Min. Verfügbar bis 02.06.2021 Das Erste

Trennung im Streit, Versöhnung erfolgreich

Deckungsgleiche Ziele - eine gute Basis für eine Zusammenarbeit. Dass Krämer und der KFC Uerdingen noch einmal zusammenfinden würden, war fast undenkbar. Denn Krämer wurde im Januar 2019 nach zwei Niederlagen entlassen, obwohl er in 39 Spielen 29 Siege geholt und den Verein überhaupt erst in die 3. Liga geführt hatte. Das Ganze hatte auch ein juristisches Nachspiel: Der 53-Jährige zerrte - wie auch einige Ex-Spieler - den Klub vor das Arbeitsgericht, letztlich zog er seine Klage zugunsten einer außergerichtlichen Einigung zurück.

"Es ist kein Geheimnis, dass ich die Freistellung damals nicht nachvollziehen konnte. Ähnlich überrascht war ich, als das Telefon klingelte. Natürlich musste ich da erstmal für mich klären, ob ich mir das überhaupt nochmal vorstellen kann", erklärte Krämer bei seiner offiziellen Vorstellung im März.

Wiedersehen für Krämer mit FCM

Nun haben sich die Parteien also versöhnt und ordnen wieder gemeinsam alles dem Erfolg unter. Dabei trifft Krämer, der die verbleibenden neun Spiele wie "Pokalspiele" angehen will, schon am Freitag (19 Uhr) auf einen anderen Ex-Klub: den 1. FC Magdeburg. Dort wurde Krämer im Dezember 2019 entlassen - ihm war es nicht gelungen, den taumelnden Zweitliga-Absteiger wieder auf Kurs zu bringen, der aktuell auf Rang 15 steht und zuletzt gegen Würzburg gewann.

Dieses brisante Duell könnte offenlegen, wohin das Pendel für den KFC in dieser chaotischen Drittliga-Saison ausschlägt - und ob man sich tatsächlich auf Augenhöhe mit den Top-Klubs befindet.

Neue Chance für Vollath und Großkreutz

Strukturell könne man aufgrund des eng getakteten Spielplans jedenfalls "kaum arbeiten", räumte Krämer nach dem Meppen-Spiel ein. Allerdings kennt er noch die Strukturen von seinem letzten KFC-Engagement. Was dazu führt, dass René Vollath, Aufstiegs-Torwart 2018 unter Krämer, eine Chance bekommt, sich gegen Lukas Königshofer, der gegen Meppen wegen eines Blutergusses fehlte, zu beweisen. Krämer sagte: "Die Verletzung hat mir die Entscheidung zwar abgenommen, aber es wäre ein ganz enges Rennen geworden."

Auch Kevin Großkreutz durfte gegen Mannheim und Meppen insgesamt 20 Minuten ran. Zuletzt hatte der Weltmeister von 2014 keine Rolle mehr gespielt. "Ich sehe ihn eher im Zentrum, auf der Halbposition oder der Zehn. Ich bin froh, dass wir ihn haben", äußerte sich Krämer. Ob die Ansätze des Trainers auf ähnlich fruchtbaren Boden fallen wie beim letzten Aufstieg, wird sich noch zeigen.

Stand: 03.06.2020, 09:15