Neuer Investor für KFC Uerdingen - neuer Name ist aber nicht drin

Das Logo des KFC Uerdingen prangt auf einer Eckfahne

Neuer Investor für KFC Uerdingen - neuer Name ist aber nicht drin

Der KFC Uerdingen hat in der armenischen "Noah Company" einen Käufer für die Anteile des ehemaligen Investors und Präsidenten Michail Ponomarev gefunden. Das Unternehmen sorgte zuletzt im italienischen Fußball für Aufsehen und änderte nicht nur einmal den Namen eines Klubs. Das ist jedoch in Deutschland nicht so einfach.

Sommer 2018 - der KFC Uerdingen kehrt nach 19 Jahren Abstinenz in den Profifußball zurück. Den damaligen Aufstieg in die 3. Liga hatte der Krefelder Fußballclub vor allem Ex-Präsident Michail Ponomarev zu verdanken.

Viereinhalb Jahre lang zog der ehemalige Klubchef und Investor beim KFC die Fäden und gab schließlich Anfang Dezember 2020 seinen vorzeitigen Rücktritt bekannt. Seitdem war der Verein auf der Suche nach einem neuen Geldgeber.

"Noah Company" kauft Anteile

Knapp eine Woche nach Einleitung des regulären Insolvenzverfahren hat diese Suche nun ein Ende. Der Verein teilte am Mittwoch mit, in der "Noah Company" einen Käufer der Ponomarev-Anteile gefunden zu haben. "Ich bin mir sicher, dass das in enger Abstimmung mit der Noah Company eingeleitete Insolvenzverfahren erfolgreich beendet wird", kommentierte Ponomarev.

Der neue Investor gab sich zuversichtlich: "Wir werden alles versuchen, um die Dritte Liga zu halten und die Zukunft des KFC Uerdingen zu sichern. Wenn das gelungen ist, können wir über konkrete Ziele sprechen", sagte Roman Gevorkyan, Chef der Noah Company.

Investor auch in Italien aktiv

Der KFC ist nicht der erste Fußballverein, in den das armenische Unternehmen investiert. "Noah Company" besitzt unter anderem auch Anteile des italienischen Traditionsvereins ACN Siena.

Der heutige Viertligist versucht seit Sommer 2020, unter einem neuen Namen, an alte Erfolge anzuknüpfen. Siena spielte von 2003 bis 2010 - damals als AC Siena - in der erstklassigen Serie A.

Nach dem Abstieg in die Serie B schaffte der Club unter Trainer Antonio Conte 2011 zunächst den direkten Wiederaufstieg. Es folgten allerdings finanzielle Probleme und ein erster Neuanfang samt Namensänderung. Im Sommer 2020 wurde Siena schließlich Teil der "Noah Company", änderte erneut den Vereinsnamen und startete als Associazione Calcio Noah Siena 1904 (ACN Siena) in der vierten Liga.

Neuanfang im deutschen Profifußball

Es zeigen sich Parallelen zum KFC, der für einen Neuanfang im deutschen Profifußball ebenfalls die Geschicke in die Hände eines Investors gelegt hatte und an dieser Abhängigkeit vorerst gescheitert ist. Wie auch der Klub aus der Toskana setzen die Krefelder nun auf armenische Unterstützung.

Neben den Anteilen an Siena und Uerdingen besitzt "Noah Company" weitere an dem armenischen Erstligisten FC Noah Jerewan und dem lettischen Zweitligisten FC Noah Jurmala.

Vierte Namensänderung des Drittligisten?

Der KFC ist demnach der vierte Fußballverein, der die finanzielle Unterstützung des armenischen Investors annimmt und besitzt noch als einziger seinen "alten" Namen. Es liegt nahe, dass sich Anhänger des Krefelder Drittligsiten jetzt fragen, ob der neue Investor auch beim vierten Verein den Namen ändert oder zumindest anpasst.

Ganz so neu wäre das in Uerdingen ja nicht. So hat der Traditionsverein in seiner 115-jährigen Geschichte schon drei Namensänderungen hinter sich.

Anders als in Italien, Armenien oder Lettland lässt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Namensänderung zu Gunsten des Investors allerdings nicht zu. "Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen zum Zwecke der Werbung sind unzulässig", heißt es in der DFB-Satzung. Die KFC-Fans müssen sich also nicht sorgen, dass aus dem Krefelder Fußballclub Uerdingen 05 der Krefelder Fußballclub Noah Uerdingen 05 werden könnte.

red | Stand: 11.02.2021, 10:00