KFC-Spieler zu Gehaltsverzicht bereit - Einigung steht aus

Jan Kirchhoff vor der Tribüne des 1. FC Magdeburg

KFC-Spieler zu Gehaltsverzicht bereit - Einigung steht aus

  • Klubführung hatte Mangel an Solidarität beklagt
  • Geschäftsführer Strüver rudert zurück
  • Einigung über Gehaltsverzicht steht immer noch aus

Die Geschäftsführung des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen ist am Dienstag (31.03.2020) deutlich zurückgerudert, was eine angebliche Weigerung seiner Profi-Spieler zum Gehaltsverzicht während der Corona-Krise betrifft.

Richtigstellung auf Vereinshomepage

Nachdem Geschäftsführer Frank Strüver am Montag in der Rheinischen Post noch einen Mangel an "Solidarität" in der Mannschaft beklagt hatte, sah er sich nur einen Tag darauf zu einer Richtigstellung auf der Vereinshomepage genötigt. Man habe das Mannschaftstraining aus Gründen der Gesundheitsvorsorge früh eingestellt und den Spielern freigestellt, an ihre Wohnorte zurückzukehren. "Dies hat die Kommunikation und die Möglichkeit der persönlichen Information zur Notwendigkeit von Maßnahmen sicherlich etwas erschwert", wird Strüver zitiert.

"Ich bedaure, wenn meine Aussagen teilweise falsch rüberkamen", so Strüver weiter. Er habe die Mannschaft über die von ihm angestoßene Solidaritätsdebatte nicht bloßstellen wollen. Während das Funktionsteam und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle ihre Bereitschaft zur Kurzarbeit bereits signalisiert hätten, habe die Mannschaft dies nur noch prüfen wollen.

"Finale Lösung" stehe unmittelbar bevor

Eine Einigung stehe nach wie vor aus, aber man ist nach KFC-Angaben "einer von beiden Seiten annehmbaren Lösung nahe". Kapitän Jan Kirchhoff zeigte sich von den Äußerungen Strüvers in der Rheinischen Post enttäuscht: "Wir als Spieler waren immer bereit, unseren solidarischen Beitrag in dieser Krise zu leisten, haben unsere grundsätzliche Bereitschaft auf Gehaltsverzicht signalisiert."

Letztlich habe das Team auch einen Vorschlag unterbreitet, der aus Sicht der Klubführung "jedoch nicht umfassend genug" war, heißt es auf der Homepage. Die "finale Lösung" stehe nun aber unmittelbar bevor: "Wir sind zuversichtlich, dass wir nun auch mit den Spielern eine faire, solidarische Lösung gefunden haben, mit der wir die durch die Corona-Krise erlittenen finanziellen Einbußen abfedern können", so Strüver.

Amateursport wegen Corona unter Druck Morgenmagazin 30.03.2020 01:30 Min. Verfügbar bis 30.03.2021 Das Erste

Stand: 31.03.2020, 16:49