KFC-Mitglieder sollen Weg für Investor freimachen

Das Logo des KFC Uerdingen auf einer Eckfahne

KFC-Mitglieder sollen Weg für Investor freimachen

Der KFC Uerdingen benötigt wegen des angekündigten Rückzugs von Präsident Ponomarev einen neuen Investor. Für einen solchen sollen die Mitglieder in einer Abstimmung nun den Weg freimachen - ohne zu wissen, wer der Investor ist.

Beim KFC Uerdingen läuft es in der 3. Liga auf wie neben dem Platz nicht rund. Sportlich war der Höhenflug mit der Rückkehr in den Profibereich 2018 gestoppt - zwei Spielzeiten in Liga drei endeten "nur" mit dem sicheren Klassenerhalt und in der dritten fährt der Verein aktuell auch nicht auf Sicht zu den Aufstiegsrängen.

Präsident Ponomarev hat Rückzug angekündigt

Das Ausbleiben der angepeilten sportlichen Erfolge trotz eines sehr teuren Kaders bleibt auch abseits des Platzes nicht folgenlos. Regelmäßige Trainerwechsel, das Fehlen eines profitauglichen Stadions in Krefeld, Abgänge im Führungsteam (Manager Sport Stefan Effenberg und Frank Strüver als Geschäftsführer) und am Saisonende nun wohl der Abgang von Präsident Ponomarev.

Mit Ponomarev geht beim KFC aber nicht nur der Präsident, sondern vor allem der Geldgeber. Der Russe hatte Anfang Dezember erklärt, dass er sich zurückziehen wolle, sobald der "Deal für alle Seiten gut ist" - spätestens aber am Saisonende. Ob es früher klappe, hänge "von den Gesprächen mit den potenziellen Investoren ab", so Ponomarev.

Mitglieder sollen Weg für Investor freimachen

Bei diesen Gesprächen scheint der KFC nun positive Signale empfangen haben. Zumindest fordert der Club seine Mitglieder auf, "im schriftlichen Verfahren den Weg zur Beteiligung eines neuen Investors an der KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH freizumachen" - bis zum 15. Januar. Konkret geht es um die Zustimmung zu einer "Kapitalerhöhung und/oder Übertragung von Anteilen". Für wen, erfahren die Mitglieder allerdings nicht:

"Zum anderen haben uns die interessierten Investoren (noch) nicht die Erlaubnis gegeben, Ihre Namen in der Öffentlichkeit zu nennen, wollen aber das grundsätzliche Bekenntnis der Mitglieder zu einer Anteilsübertragung bzw. Kapitalerhöhung, bevor sie Geld in die erforderlichen Maßnahmen zur Übertragung stecken", heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder.

Die Profi-GmbH des KFC droht unterzugehen

Das Schreiben ist samt Stimmzettel auf der KFC-Homepage einsehbar und neben Geschäftsführer Nikolas Weinhart auch mit dem Namen des Anfang Dezember als Geschäftsführer der ausgegliederten Profiabteilung zurückgetretenen Frank Strüver gezeichnet. Beide sind amtierende Vorstandsmitglieder des Vereins KFC Uerdingen.

Die Mehrheit der Stimmrechte bleibe "der 50+1-Regel folgend beim KFC Uerdingen 05 e.V.", heißt es in dem Schreiben weiter. Da Präsident und Investor Ponomarev sich von seinen Anteilen trennen will, werden die Investoren, die ihren Namen in der Öffentlichkeit laut KFC noch nicht nennen wollen, ihn vermutlich doch irgendwann dort lesen - im Zusammenhang mit der Neubesetzung eines Postens im Verein, der die Mehrheit der Stimmen an der Profi-GmbH hält.

Werden die dortigen Stühle nicht mit finanziell entsprechend gesegneten Personen besetzt, sieht es für den KFC düster aus. Da äußern sich Weinhart und Strüver in ihrem Schreiben an die Mitglieder unmissverständlich: "Um es offen zu sagen: unsere Profi-GmbH ist in schwierigem Fahrwasser und droht unterzugehen.

Stand: 31.12.2020, 13:34