KFC Uerdingen plant Aufstiegs-Anlauf Nummer zwei

Das Trainerteam des KFC Uerdingen: Stefan Reisinger, Frank Heinemann und Chefcoach Heiko Vogel (v.l.)

KFC Uerdingen plant Aufstiegs-Anlauf Nummer zwei

Von Julian Tilders

  • KFC Uerdingen bisher mit zehn Neuverpflichtungen und zwölf Abgängen
  • Dezenter Strategiewechsel bei Zugängen erkennbar
  • Kirchhoff mit Chancen auf die Kapitänsbinde

Inmitten der österreichischen Idylle hat sich was zusammengebraut. Das Trainingslager des Krefelder Drittligisten KFC Uerdingen in Werfenweng Anfang Juli blieb nicht unbegleitet von Transfer-Schlagzeilen.

Zuletzt verpflichtete der KFC gleich zwei Spieler vom Schweizer Erstligisten FC Zürich: Andreas Maxsö (25 Jahre) und Hakim Guenouche (19). Sie reihten sich als Zugänge Nummer neun und zehn in den Kader ein, mit dem Trainer Heiko Vogel die Spitze anpeilen soll.

Strategiewechsel: der Mittelweg

Zumindest verdeutlichen dies die bislang getätigten Transfers, die die Mannschaft kräftig durchmischen. Zwölf Spieler des Kaders der letzten Spielzeit stehen auf der Abgangsliste. Vom Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg wurde dafür der ehemalige Bayern- und Schalke-Profi Jan Kirchhoff (28) als Fixpunkt für die Zentrale geholt.

Als neuer Außenspieler kam Selim Gündüz (25) von Zweitligist Darmstadt, Tobias Rühle (28) wurde als Offensivmann von Preußen Münster verpflichtet. Auch der dänische Innenverteidiger Maxsö kann die Vita eines erfahrenen Profis vorzeigen.

Demgegenüber vervollständigen jedoch junge Talente den Kader: Franck Evina (18, Leihe/Bayern München), Jean Manuel Mbom (19, Leihe/Werder Bremen), Christian Kinsombi (19, Mainz 05 II) und eben Guenouche will Trainer Vogel weiterentwickeln. Hinzu kommt Perspektivtorwart Philipp Bachmeier (20, Ingolstadt II). "Ich erhoffe mir für den Verein, dass wir eine Plattform werden können für solche hochkarätigen Talente", betonte der ehemalige Bayern-Nachwuchsleiter bei wdr.de.

Die U23-Regelung

Auf dem Spielberichtsbogen müssen in der 3. Liga gemäß der U23-Regelung mindestens vier Spieler zu finden sein, die für eine DFB-Auswahl spielberechtigt sind und am 1. Juli des jeweiligen Jahres das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Diese Regelung ist auf die Bestrebungen des DFB zurückzuführen, den Nachwuchs zu fördern.

Auffällig: Die vor der letzten Saison getätigten Sommer-Einkäufe waren im Schnitt 27 Jahre alt, nun beträgt dieses Alter nur noch etwa 23 Jahre. Offenbar gibt es eine dezente Neuausrichtung in der Transferpolitik unter Vogel, die sich auch, aber nicht nur mit der U23-Regel des DFB erklären lässt.

Kirchhoff als Kapitän?

Die Aufgabe, diese Mischung aus jung und alt als Kapitän anzuführen, wird wohl Chefsache. Vogel deutete an: "Definitiv entschieden ist noch nichts, aber natürlich ist Jan Kirchhoff ein Kandidat, der aktuell in der Pole-Position ist."

Jan Kirchhoff: "Entwickeln uns gut weiter"

Sport 04.07.2019 02:24 Min. Verfügbar bis 04.07.2020 WDR

Kirchhoff selbst lobte die Zusammenarbeit mit dem Trainer. Es mache "Spaß, unter ihm Fußball zu spielen." Die gegenseitige Wertschätzung ist vorhanden - eine gute Voraussetzung.

Ob der zweite Uerdinger Anlauf in Richtung Drittliga-Spitze von Erfolg gekrönt ist, dessen ist sich Vogel noch nicht endgültig sicher: "Für mich ist der Top-Favorit auf den Aufstieg Ingolstadt." Dahinter würden sich dann Mannschaften einreihen, "zu denen ich unser Team auch zähle."

Kevin Großkreutz im Fragenpressing Sport 18.07.2019 01:27 Min. Verfügbar bis 18.07.2020 WDR

Stand: 19.07.2019, 08:14