Tabellenführer: Der junge MSV besticht im Kollektiv

Jubel bei den Spielern des MSV Duisburg nach dem Führungstreffer bei Hansa Rostock.

Tabellenführer: Der junge MSV besticht im Kollektiv

Von Thorsten Rosenberg

  • MSV Duisburg Spitzenreiter der 3. Liga
  • Lange Verletztenliste
  • Nächstes Spiel erst am 25. November

Der MSV Duisburg grüßt nach 15 Spieltagen von der Tabellenspitze der 3. Liga. Das war nach dem radikalen Umbruch nach dem Zweitliga-Abstieg im Sommer nicht unbedingt zu erwarten.

Nur drei Stammspieler hatte der MSV nach dem schlimmen Abstiegsjahr behalten. In erster Linie wurden junge Talente mit Entwicklungspotential geholt. Routinierte Spieler wie etwa Marvin Compper (34) oder Moritz Stoppelkamp (32) sollten das junge Team auf dem Platz führen.

Vierter Sieg in Folge

Die Rechnung scheint aufzugehen: Mit dem 2:1-Erfolg bei Hansa Rostock am Sonntag (10.11.2019) gelang dem MSV der vierte Sieg in Folge. Die Meidericher stehen mit drei Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz drei ganz oben. Doch die Duisburger sind kein Tabellenführer, der die Liga nach Belieben dominiert.

Mitte September noch belegten die Zebras Platz sieben mit sechs Punkten Rückstand auf den damaligen Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Doch in der Folge kam das Team von Trainer Torsten Lieberknecht immer besser in Fahrt, verlor von den folgenden acht Partien nur eine und beendete sechs Spiele siegreich. Wie steinig der Weg in der ausgeglichenen 3. Liga ist, zeigte auch die Rostock-Partie.

3. Liga: Duisburg entscheidet Spitzenspiel gegen Rostock für sich Sportschau 09.11.2019 05:59 Min. Verfügbar bis 09.11.2020 Das Erste

Die Lieberknecht-Elf war in der ersten Hälfte klar unterlegen und durfte sich bei ihrem Keeper Leo Weinkauf bedanken, dass es noch torlos stand. Doch nach Wiederanpfiff kämpfte sich das Team in das Spiel zurück und nahm die wichtigen drei Punkte mit an die Wedau.

Pause kommt für MSV wie gerufen

Nun kann der MSV etwas durchschnaufen, wegen der Länderspielpause müssen die Duisburger erst wieder am 25. November ran. Gegner ist am Montagabend Viktoria Köln (19 Uhr). Die vierzehntägige Pause kommt wie gerufen. "Wir brauchen die Pause unbedingt, um wieder geistige Frische zu holen", sagte der Trainer dem "Kicker" (Montag).

Vor dem Rostock-Spiel beklagte der Coach gleich sechs verletzte Spieler - die ohnehin dünne Personaldecke wurde noch schlanker. Zu allem Übel verletzte sich in Rostock zudem Leistungsträger Tim Albutat, eine Diagnose steht noch aus. Es bleibt abzuwarten, inwieweit das junge Team personelle Rückschläge dieser Art künftig verkraften wird.

MSV funktionierte bislang vor allem als Kollektiv

Bislang funktionierten die Zebras in dieser Saison vor allem als Kollektiv. Nach dem 2:0 gegen den KFC Uerdingen, mit dem der MSV am 14. Spieltag erstmals die Tabellenführung eroberte, lobte der Trainer vor allem die Zusammenarbeit in der Defensive: "Unsere junge Verteidigung mit den beiden Sechsern hat im Verbund alles wegverteidigt."

Gelingt es dem Trainer, den Mannschaftsgeist aufrecht zu erhalten und die Kräfte der Spieler nicht überzustrapazieren, ist die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga kein unmögliches Unterfangen.

Stand: 11.11.2019, 14:37