Enttäuschte Duisburger nach der Klatsche gegen Magdeburg

Fußball | 3. Liga

Torwart-Patzer und Trainer-Kritik - beim MSV Duisburg liegen die Nerven blank

Stand: 27.01.2022, 11:39 Uhr

Deftige Pleite, Blackout des Stammkeepers und ein Trainer, dem die Hutschnur reißt - für den MSV Duisburg war die Partie gegen Tabellenführer Magdeburg ein Abend zum Vergessen.

Von Cora Lanzerath

Nur ein Sieg aus den letzten acht Spielen, in der Tabelle auf einem Abstiegsplatz - nach dem 0:5-Debakel gegen den 1. FC Magdeburg wird die Luft für den MSV Duisburg immer dünner.

Natürlich kann man gegen den souveränen Tabellenführer der 3. Liga verlieren. Die Art und Weise wie sich die "Zebras" präsentierten, gibt allerdings zu denken. "Es war wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir haben uns von der ersten Minute an ergeben, sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen", sagte Trainer Hagen Schmidt hörbar angefressen.

Nicht der erste Weinkauf-Patzer

Im Blickpunkt stand bei der klaren Niederlage Torhüter Leo Weinkauf. Durch seine vermeidbare, frühe Notbremse und die daraus resultierende Rote Karte leistete er seiner Mannschaft einen Bärendienst.

Alleinig spielentscheidend war die Szene wohl nicht, zu überlegen war der Tabellenführer über die gesamten 90 Minuten. Das sah auch Schmidt so: "Wir waren vorher zu elft, ich habe da in puncto Bereitschaft, Draufgehen und Mut wenig Unterschied gesehen." Dennoch verschlechterte sich die Situation der Duisburger durch den Platzverweis nach gerade einmal 23 Minuten dramatisch. Schließlich lagen sie zu dem Zeitpunkt bereits mit 0:1 hinten.

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Für Weinkauf war es nicht der erste Blackout, den er sich in dieser Saison leistete. So ging etwa der 40-Meter-Freistoß von David Blacha bei der 0:1-Niederlage gegen Meppen am 11. Spieltag nur deswegen ins Tor, weil der MSV-Keeper am Strafraumrand mit seinen Vorderleuten diskutierte.

Ansonsten gehört Weinkauf gerade auf der Linie eigentlich zu den Besten seines Fachs. Luft nach oben hat der 25-Jährige dagegen im fußballerischen Bereich. Mehr als einmal brachte er in den vergangenen Partien sich und seine Abwehr durch gewagte Dribblings oder schlecht getimte Pässe in Bedrängnis.

MSV-Trainer mächtig angefressen

Gegen Magdeburg kam für den Stammkeeper Jo Coppens in die Partie. Der Belgier hätte sich sicher ein schöneres Debüt im MSV-Trikot gewünscht, denn auch er musste noch viermal hinter sich greifen.

Durch die klare Niederlage und vor allem den besorgniserregenden Auftritt der Duisburger wächst der Druck auf Spieler, Trainer und Verein. Wie sehr Schmitt die Situation zusetzt, merkte man auch in den Interviews nach Abpfiff. "Es war von vorne bis hinten eine schlechte Leistung, mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Auf Wiedersehen", erklärte der Coach und ließ den verdutzten TV-Reporter einfach stehen.

Zuvor hatte er sich noch für die schlechte Leistung seines Teams entschuldigt: "Das geht zunächst nur mit Worten. Am Samstag müssen wir auf dem Platz Antworten liefern", forderte Schmidt. Dann ist Duisburg zu Gast beim formstarken Tabellenneunten SV Wehen Wiesbaden. Dann hat Coppens die Chance, allen sein wahres Potential zwischen den Pfosten zu zeigen.