KFC gegen MSV: West-Abstiegsgipfel mit Reibungspotential

Im Zweikampf: KFC Uerdingens Gustav Marcussen (in Gelb) und Duisburgs Arne Sicker (r.)

KFC gegen MSV: West-Abstiegsgipfel mit Reibungspotential

In der 3. Liga findet das Rhein-Ruhr-Duell zwischen dem KFC Uerdingen und dem MSV Duisburg in Westfalen statt. Beide Klubs brauchen unbedingt Punkte. Die Rekordtrainer der Liga stehen an der Seitenlinie.

Das Schöne an einem Lokalderby für beide Klubs: kurze Wege. Eigentlich. Denn am West-Duell in der 3. Liga zwischen dem KFC Uerdingen und dem MSV Duisburg (Sonntag, 14 Uhr) ist im örtlichen Sinne nur noch ziemlich wenig lokal. Die beiden Mannschaften treffen sich stattdessen im gut eineinhalb bis zwei Autostunden entfernten Stadion am Lotter Kreuz. Ein Rhein-Ruhr-Derby findet also kurzerhand in Westfalen statt.

Stadion-Vorgeschichte: Streit zweier Nachbarn

Was daran liegt, dass Uerdingen angesichts der eigenen - immer noch in untauglichem Zustand befindlichen - Grotenburg am Krefelder Zoo dank einer Sondererlaubnis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die übrigen ausstehenden Heimspiele der Saison in Lotte bestreitet. Aus wirtschaftlichen Gründen ist der insolvente KFC nicht mehr in der Lage, seine bisherige Spielstätte in Düsseldorf zu nutzen.

Bei der Krefelder Stadionfrage waren auch schon mal die Duisburger involviert. Im Ruhrgebiet kennt man Uerdingen als unliebsamen Mieter. Denn der Stadionbetreiber der MSV-Arena gewährte Uerdingen bis Sommer 2019 für eine Saison selbst Obdach - doch es gab diverse finanzielle Querelen und Vorwürfe, der KFC sei mit seinen Zahlungen im Rückstand gewesen. Die Krefeld-Duisburg-Liaison endete im Zwist, die Krefelder einigten sich für die Folgesaison mit der Düsseldorfer Stadiongesellschaft.

Uerdingen und Duisburg kämpfen um wichtige Punkte

Doch nebst der jüngeren angespannten Vergangenheit im Verhältnis der beiden Klubs bietet das kommende Duell auch sportlich Reibungspotential. Denn der KFC und der MSV sind punktgleich (24) und stehen im Abstiegskampf massiv unter Druck.

Der KFC Uerdingen, dem in den letzten zehn Partien lediglich drei Siege gelangen, ist aufgrund des jüngst eingeleiteten Insolvenzverfahrens in dieser Spielzeit nun noch mehr in Abstiegsgefahr - denn im Einklang mit dem Reglement wurde entschieden, den Krefeldern drei Punkte abzuziehen. Eigentlich wären es sogar neun gewesen, doch dank der Corona-Erleichterungen fiel die Strafe für den nun von einem armenischen Investor übernommenen Klub geringer aus. Allerdings legte der KFC auch gegen diese mildere Strafe Einspruch ein.

Zwei Krisen, zwei Tendenzen

"Das schlägt auf die Stimmung. Aber im Moment bekommen wir es ganz gut hin, das Ganze von der Mannschaft wegzuhalten. Wir sind eine richtig gute Truppe mit großen Nehmerqualitäten. Ich glaube, dass wir das noch ein bisschen halten können", erklärte KFC-Trainer Stefan Krämer nach der jüngsten Niederlage gegen Wehen Wiesbaden (1:3). Im Gespräch mit der "Rheinischen Post" fand allerdings KFC-Verteidiger Assani Lukimya zuletzt Worte, die aufhorchen ließen: "Wir könnten oben mitspielen, wenn drumherum nicht alles zusammenbrechen würde. Das ist ein Albtraum."

Beim MSV Duisburg zeigt der Trend nach langer sportlicher Talfahrt durchaus leicht in die andere Richtung. Dem neuen Trainer Pavel Dotchev gelang gleich bei seinem Debüt gegen die SpVgg Unterhaching ein überlebenswichtiger 2:1-Sieg. Zuvor hatte bereits Interimscoach Uwe Schubert nach der Trennung von Gino Lettieri mit den "Zebras" einen 3:1-Erfolg über den VfB Lübeck feiern können. "Es war längst noch nicht alles perfekt in unserem Spiel. Viele Dinge müssen wir ändern und besprechen, die mir nicht ganz gefallen haben", analysierte Dotchev jedoch.

Krämer gegen Dotchev: Duell der Rekord-Trainer der 3. Liga

Mit Dotchev, der in diese Saison mit Viktoria Köln gegangen und dort zuletzt freigestellt worden war, steht beim MSV Duisburg der Rekordtrainer der 3. Liga an der Seitenlinie (269). Krämer, sein Gegenüber beim KFC Uerdingen, belegt in dieser Rangliste übrigens Platz zwei mit 252 Partien als Trainer in der 3. Liga.

Albutat und Velkov fallen gegen Ex-Klubs aus

Aus verschiedenen Gründen werden Tim Albutat (KFC Uerdingen) und Stefan Velkov (MSV Duisburg) nicht gegen ihre jeweils alten Vereine zum Einsatz kommen. Albutat ist Gelb-Rot gesperrt, Velkov fällt aufgrund einer Knöchel-Operation auf unbestimmte Zeit aus.

Der Machtkampf im deutschen Fußball: Profis gegen Amateure sport inside 21.02.2021 12:24 Min. Verfügbar bis 21.02.2022 WDR Von Matthias Wolf

jti | Stand: 25.02.2021, 17:35

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 ...  
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