Countdown für Preußen Münster

Team von Preußen Münster im Motivationskreis

Countdown für Preußen Münster

  • Preußen Münster steckt tief im Abstiegskampf
  • Befreiungsschlag noch nicht erfolgt
  • Gegen Würzburg muss ein Sieg her

Die großen Geschichten des SC Preußen Münster liegen schon lange, lange zurück. Erste Live-Übertragung eines Fußballspiels im Radio 1925. Finale deutsche Meisterschaft 1951. Bundesliga-Gründungsmitglied 1963. In der jüngeren Vereinsgeschichte können da am ehesten der Drittliga-Aufstieg 2011 und der Sieg im Westfalenpokal 2014 mithalten.

Aktuell geht es aber in Münster nicht um Glanz, sondern ums Überleben. Als Drittletzter belegen die Westfalen in der 3. Liga einen Abstiegsplatz. Das rettende Ufer ist sieben Punkte entfernt. "Wir sind mit der Überzeugung in die Saison gestartet, dass wir nicht unmittelbar etwas mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden", gab Geschäftsführer Malte Metzelder bei der Jahreshauptversammlung 2020 einen Einblick in das Selbstverständnis der Adlerträger.

Umbruch im Sommer

Im Sommer schien alles normal zu sein. Der Etat der 2018 ausgegliederten Profi-Abteilung lag mit circa drei Millionen Euro im Mittelfeld der Liga. Bei den Neuen schien die Mischung aus erfahrenen Profis und Regionalliga-Talenten zu stimmen. Dazu kam mit Sven Hübscher ein Trainer, der beim Nachwuchs von Werder Bremen gezeigt hatte, dass er Aufbauarbeit leisten kann.

Knapp sechs Monate später ist in Münster Ernüchterung eingekehrt. Trainer Hübscher bekam den mit zwölf Neuzugängen und 15 Abgängen durchgewirbelten Kader nicht auf Kurs. Gedachte Leistungsträger wie Ole Kittner, Nico Brandenburger oder Julian Schauerte kämpften mit Verletzungen oder sich selbst. Und so begann die Abwärtsspirale.

Nachbesserungen im Winter

Münsters Jan Löhmannsröben (M.) nach dem Spiel in Kaiserlautern

Winter-Zugang Löhmannsröben (M.) soll Münster stabilisieren.

Seit dem 8. Spieltag ist Preußen im Tabellenkeller angekommen und bekommt sich seitdem nicht freigestrampelt. Mittlerweile sind auch die klassischen Optionen gezogen. Mit Sascha Hildmann wurde in der Winterpause ein neuer Trainer installiert. Dazu kamen mit Stürmer und Rückkehrer Marco Königs, Ex-Profi Jan Löhmannsröben (Mittelfeld) und Innenverteidiger Oliver Steurer Neuzugänge für alle Mannschaftsteile.

Der Start ins neue Jahr sah aber erst einmal nicht nach Spontanheilung aus. Ein Sieg im Kellerduell mit Jena, eine krachende Niederlage gegen Tabellenführer Duisburg sowie ein ermauerter Punkt in Kaiserslautern macht vier Zähler. Das ist ok, für einen echten Umschwung aber noch zu wenig. Trainer Hildmann mahnt deshalb zur Ruhe: "Wir wissen alle, dass es ein harter und langer Ritt wird."

Würzburg als Gradmesser und Beispiel

Die nächste Herausforderung heißt am Freitag (14.02.2020) im heimischen Preußenstadion Kickers Würzburg (ab 19 Uhr im Live-Ticker bei sportschau.de). Die Bayern waren am 8. Spieltag noch Tabellennachbar des SC. Mittlerweile haben sie sich mit 13 Punkten aus den letzten sechs Spielen bis auf 13 Zähler von Münster entfernt. So etwas sieht schon eher nach Befreiungsschlag aus. Münster bräuchte eine ähnliche Serie, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu halten. Sonst wird es auf längere Zeit keine großen Geschichten zu erzählen zu geben - und schon gar keine schönen.

3. Liga - MSV Duisburg lässt Preußen Münster keine Chance Sportschau 01.02.2020 05:30 Min. Verfügbar bis 01.02.2021 Das Erste

Stand: 13.02.2020, 08:18