Dritte Liga: NRW-Teams zwischen Hurra und Oh weh

Lukas Daschner (MSV Duisburg) und Arnold Budimbu (MSV Duisburg) feiern den Torschützen zum 3:1, Lukas Scepanik

Dritte Liga: NRW-Teams zwischen Hurra und Oh weh

Von Olaf Jansen

  • MSV Duisburg thront an der Tabellenspitze
  • KFC Uerdingen hat sich erholt
  • Viktoria Köln rutscht immer tiefer
  • Preußen Münster hängt im Tabellenkeller

Hohe Ziele hatten sie alle, erreicht haben sie längst nicht alle: Die Hinrunden-Bilanz der NRW-Drittligisten MSV Duisburg, KFC Uerdingen, Viktoria Köln und Preußen Münster könnte unterschiedlicher kaum ausfallen.

Top: MSV Duisburg

Als der MSV Duisburg am Ende der vergangenen Saison den bitteren Abstieg aus der Zweiten Liga hinnehmen musste, waren die Aussichten düster: Die "Zebras" waren finanziell klamm, den Kader für die anspruchsvolle Dritte Liga konnte man nur erahnen. Doch die MSV-Führung um Sportdirektor Ivica Grlic blieb ruhig und tat das einzig Richtige: Sie hielt trotz des gerade erlebten Misserfolgs an Trainer Torsten Lieberknecht fest. Und der stürzte sich sogleich in die Arbeit und baute mit Grlic einen neuen Kader auf.

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Resultat: Mit einer jungen, hungrigen Mannschaft stürmte der MSV vom ersten Spieltag an munter drauf los. Erste Erfolge stellten sich ein, die Fans waren begeistert: Endlich sahen sie mal wieder ein MSV-Team, das erfrischenden Offensivfußball mit viel Einsatz anbot. Die mutige Spielweise wurde belohnt: Am 5. Spieltag rückten die Duisburger nach einem 3:1-Heimsieg über Zwickau auf Rang zwei der Tabelle vor. Das Team ließ sich auch von einer kleinen Durststreclke von drei sieglosen Partien in Serie nicht beirren und thronte nach dem 14. Spieltag und einem 2:0-Sieg gegen Uerdingen plötzlich ganz oben auf dem Platz an der Sonne.

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Dort rangiert das Team auch nach Beendigung der Hinrunde - nach 12 Siegen aus 19 Spielen hat die Mannschaft schon sechs Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz drei. Die junge Mannschaft erzielte dabei mit 40 Treffern die meisten in der Liga. Und man darf dem stabil daherkommenden Gebilde durchaus zutrauen, dass es diesen famosen Lauf auch in der zweiten Saisonhälfte ins Ziel bringt.

Aufsteigend: KFC Uerdingen

Stefan Reisinger und KFC-Trainer Daniel Stuernagel

Stefan Reisinger und KFC-Trainer Daniel Stuernagel

Seit 2016 wird der Verein von Investor Michail Ponomarev geführt. Der russische Geschäftsmann hat seither eine Menge Geld in den Klub investiert - aber mindestens ebenso wenig Geduld bewiesen. Ponomarev will rauf mit dem KFC in de 2. Liga. Und weil dies erheblich schleppender funktioniert als gewünscht, versuchen sich seit Sommer 2016 mit dem derzeitigen Trainergespann Stefan Reisinger/Daniel Steuernagel bereits die Trainer Nummer neun und zehn an der Grotenburg. Dort würde man natürlich auch gern seine Heimspiele austragen, allein das Stadion taugt dazu nicht mehr. Letztes Jahr Gast in Duisburg, absolvieren die Krefelder in der laufenden Spielzeit ihre Heimpartien in Düsseldorf.

Trotz aller Anstrengungen stand der KFC also auch zu Beginn der aktuellen Saison tief im Tabellenkeller der Liga. Es lief einfach nicht - obwohl das Team mit einigen Ex-Bundesligaspoielern eigentlich hochkarätig besetzt erscheint. Erst nachdem Reisinger/Steuernagel das Traineramt im Oktober von Heiko Vogel übernahmen, drehte sich der Wind.

Nach einigen erfolgreichen Wochen sind die Krefelder nun schon wieder an die Aufstiegsplätze herangerutscht. Zumindest Platz drei ist bei Saisonhalbzeit und drei Zählern Rückstand in greifbarer Nähe.

Teil zwei der Drittligabilanz: Viktoria Köln und Preußen Münster

Stand: 22.12.2019, 16:37