DFB und Polizei ermitteln nach Fan-Krawallen

DFB und Polizei ermitteln nach Fan-Krawallen

  • Krawalle beim BVB-Spiel gegen Hertha
  • Deutscher Fußball-Bund und Polizei ermitteln
  • 45 Berlin-Anhänger und sechs Polizisten wurden verletzt

Nach den Ausschreitungen am Samstag (27.10.2018) beim Heimspiel des BVB gegen Hertha BSC ermittelt die Polizei. Rund 100 Hertha-Anhänger griffen nach Polizeiangaben Beamte an. Sechs Polizisten und 45 Stadion-Besucher aus Berlin wurden verletzt.

DFB bittet um Stellungnahmen

Auch der DFB-Kontrollausschuss leitete am Montag (29.19.2018) Ermittlungen ein. Sowohl der BVB als auch Hertha seien zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Über den weiteren Fortgang der Verfahren soll innerhalb einiger Wochen entschieden werden.

Polizeieinsatz wegen Pyrotechnik

Nur wenige Minuten nach dem Anpfiff der Partie zwischen BVB und Hertha (2:2) war es im Gästebereich des Stadions zu einer Auseinandersetzung zwischen Berliner Ultras und Polizisten im Stadion gekommen.

Nach Darstellung der Polizei hätten sich Berliner Fans "im Schutz einer genehmigten Choreografie" vermummt und "massiv" Pyrotechnik gezündet. Die Rauchentwicklung habe dazu geführt, dass sich zehn Besucher mit Verletzungen der Atemwege ärztlich versorgen lassen mussten.

Randale nach Einzug eines Hertha-Banners

Die Pyrotechnik sei hinter einem als Sichtschutz genutzten Banner gezündet worden. Diese Fahne wollte die Polizei zur Verhinderung weiterer Einsätze von Pyrotechnik "sicherstellen", heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Dabei kam es zur Schlägerei zwischen Fans und Einsatzkräften. In sozialen Netzwerken sind mehrere Videos der Vorgänge zu sehen.

Mehrere zerstörte Pissoirs liegen auf dem Boden einer Gäste-Toilette im Dortmunder Fußballstadion

Zwei Sanitäranlagen wurden zerstört.

Zur Spielpause verließen die Berliner Ultras die Zuschauerränge, zogen sich unter die Tribüne zurück, zerstörten nach Angaben der Polizei zwei große Sanitäranlagen und lieferten sich erneut eine Schlägerei mit Sicherheitskräften.

Fan-Hilfen kritisieren Polizeieinsatz

In einer gemeinsamen Erklärung hatten die Fan-Hilfen aus Dortmund und Berlin die Abläufe nicht grundsätzlich in Frage gestellt - beklagten aber einen überharten Einsatz der Polizei. Das Zünden von Pyrotechnik habe die Polizei zum Anlass genommen, "sinnloserweise den Gästeblock zu betreten und durch eine Beschlagnahmung von Zaunfahnen, dem Wichtigsten jedes Fanclubs, eine Gewalteskalation herbeizuführen".

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange wies die Vorwürfe am Montag zurück: "Der Einsatz war geradezu zwingend." Der Rechtsstaat könne nicht zulassen, dass Ultras in Stadien ihre eigenen Regeln durchsetzen wollen. Ähnlich deutlich äußerte sich Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz.

Stand: 29.10.2018, 20:34