Bayer-Torwart Lukas Hradecky im Gespräch mit den Fans nach dem Pokal-Aus beim SV Elversberg.

"In allen Belangen ungenügend": Bayer 04 selbstkritisch nach Pokal-Aus

Stand: 30.07.2022, 21:28 Uhr

Bayer 04 Leverkusen hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals blamiert und bei Drittligist SV Elversberg verloren. Nach dem Spiel übten Trainer und Spieler schonungslos Selbstkritik.

Rot-Weiss Essen, Karlsruher SC und jetzt SV Elversberg - zum dritten Mal in Folge ist Bayer 04 Leverkusen gegen einen unterklassigen Gegner aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Die 3:4-Niederlage bei Drittligist Elversberg am Samstag (30.07.22) war dabei aber die erste Erstrunden-Niederlage der Werkself seit der Saison 2011/12, als Bayer 04 bei Dynamo Dresden unterlag.

Schon vor der Pause hatte Drittliga-Aufsteiger Elversberg durch Jannik Rochelt (2.), Jean Koffi (17./Foulelfmeter) und Luca Schnellbacher drei Mal getroffen und die Schwächen der Werkself kurz vor Bundesliga-Start gnadenlos aufgezeigt. Kevin Conrad sorgte in der 74. Minute nach einer Ecke freistehend für die Vorentscheidung.

Hradecky: "Vier Tore zu kassieren ist inakzeptabel"

"Wir wussten schon in der letzten Saison, dass wir Probleme in der Verteidigung hatten. Vier Tore zu kassieren ist inakzeptabel", wurde Bayer-Torwart und Kapitän Lukas Hradecky nach dem Spiel gegenüber dem WDR deutlich.

Neuzugang Adam Hlozek (5.) und Charles Aranguiz (30.) hielten die Werkself in der ersten Halbzeit im Spiel. Der Anschlusstreffer von Patrik Schick (89.) zum 3:4 kam allerdings zu spät. "Wir haben gute Leute vorne im Angriff", sagte Hradecky, "aber die können nicht in jedem Spiel drei bis vier Tore machen. Wenn man so vetreidigt, wenn man mit so einer Einstellung spielt, verliert man hier."

Andrich: "Von Anfang an eine Katastrophe"

Bayer-Trainer Gerardo Seoane bezeichnete die Leistung als "in allen Belangen ungenügend". Robert Andrich sagte: "Das war von Anfang an eine Katastrophe. Wir sind offensiv wie defensiv immer einen Schritt zu spät gekommen und waren auch in den Zweikämpfen immer zweiter Sieger. So kannst du selbst gegen eine Drittliga-Mannschaft nicht bestehen."

Hradecky wurde deutlich, als er die mangelnde Einstellung seines Teams kritisierte: "Es lag alles an uns. Wir sind hier hergekommen und dachten, dass es vielleicht mit 90 Prozent geht. Elversberg hat ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. So läuft das nicht im deutschen Fußball. Da sind Leute in unserer Kabine, die müssen in den Spiegel gucken."

Seoane: "Werden nicht alles auf den Kopf stellen"

Seoane wolle nun schnell in die Aufarbeitung gehen: "Wir müssen Ursachenforschung betreiben, warum wir mental und phsyisch nicht auf der Höhe waren und sofort versuchen, Einfluss zu nehmen", sagte der Schweizer, schob aber ein: "Wir werden sicherlich jetzt nicht alles auf den Kopf stellen, weil wir einen rabenschwarzen Tag hatten."

Eine Woche hat die Werkself nun Zeit, die Defizite aufzuarbeiten. Denn zum Bundesliga-Auftakt am kommenden Samstag (18.30 Uhr) wartet mit Borussia Dortmund ein anderes Kaliber als die SV Elversberg.

Quelle: lt