Leverkusen zu nachlässig im Pokalfinale gegen Bayern

Bayer Leverkusens Wendell (vorne) läuft enttäuscht über den Platz, im Hintergrund jubelt Bayern

Leverkusen zu nachlässig im Pokalfinale gegen Bayern

  • Bayer Leverkusen unterliegt im DFB-Pokalfinale Bayern München mit 1:4 (0:2)
  • Bender lässt Werkself zwischenzeitlich Hoffnung schöpfen
  • Aufbäumen Leverkusens kommt letztendlich zu spät

Im DFB-Pokalfinale hat Bayer Leverkusen die Serie von 27 Jahren ohne Titel nicht beenden können. In Berlin unterlag die früh in Rückstand geratene Werkself dem starken FC Bayern München am Samstag (04.07.2020) verdient mit 1:4 (0:2) - das Aufbäumen der Leverkusener kam zu spät. Sven Bender sorgte in Hälfte zwei mit seinem Tor (63.) zwischenzeitlich für Hoffnung bei Bayer, auch Kai Havertz trug sich in die Torschützenliste ein (90.+4, E.). Für München trafen David Alaba (16.), Serge Gnabry (24.) und Robert Lewandowski (59./89.).

Fehlstart für Bayer - Alaba und Gnabry schocken Werkself

Für Leverkusen verlief der Start in dieses so bedeutsame Endspiel nicht gerade glücklich: David Alaba brachte Bayern früh mit einem wunderbaren, direkt verwandelten Freistoß in Front, Bayer-Torhüter Hradecky blieb in dieser Szene schlicht chancenlos. Edmond Tapsoba hatte Robert Lewandowski an der Strafraumgrenze ungestüm gefoult. Hradecky verhinderte in der Folge dann vorerst noch das zweite Tor des Rekordpokalsiegers und reagierte brillant im Duell mit Thomas Müller (21.).

Highlights - Bayern München holt den DFB-Pokal Sportschau 04.07.2020 07:59 Min. Verfügbar bis 04.07.2021 Das Erste

Doch bereits beim dritten ernstzunehmenden FCB-Angriff musste Hradecky wieder hinter sich greifen. Serge Gnabry nutzte einen präzisen Steilpass von Joshua Kimmich, der die Bayer-Abwehr aushebelte, zum 2:0 für München. Leverkusen mühte sich ab, Akzente nach vorne zu setzen, blieb dabei aber immer wieder an der starken Bayern-Defensive hängen und fabrizierte einige Fehler im Aufbauspiel. Die nötige Effektivität, die es gegen Bayern München braucht, ging der Werkself ab.

Volland verstolpert Chance, Hradecky mit Lapsus

Zur zweiten Hälfte brachte Leverkusens Trainer Peter Bosz Kevin Volland und Kerem Demirbay für Nadiem Amiri und Julian Baumgartlinger. Bayer bekam in mehreren Szenen des Spiels nicht genügend Zugriff auf die selbstbewusst agierenden und individuell starken Bayern-Offensivkräfte. Lewandowski vergab nach starkem Tempodribbling von Kingsley Coman eine weitere Möglichkeit (56.).

Moussa Diaby bediente im Gegenzug nach einem unwiderstehlichen Antritt über die rechte Seite Volland - doch der Leverkusener Stürmer verstolperte die große Chance auf den Anschlusstreffer sträflich (57.). Auf der Gegenseite funktionierte dagegen alles: Bayern-Torwart Manuel Neuer drosch den Ball nach vorne, Lewandowski nahm den Ball an und schoss ansatzlos auf das Tor von Hradecky, der nicht mit dem Abschluss gerechnet hatte - in Slapstick-Manier legte sich der Bayer-Schlussmann die Kugel quasi selbst ins Netz (59.). 0:3 aus Leverkusener Sicht.

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Bender-Tor macht Hoffnung, München weiter gefährlich

Auf einmal lag dann doch Jubel bei Bayer: Sven Bender setzte sich nach einem Eckschlag per Flugkopfball gegen Alaba durch und leitete mit seinem Treffer zum 1:3 die stärkste Leverkusener Phase der Partie ein. Der Bosz-Elf gelang es nun, mehr Druck zu entwickeln, Hoffnung keimte im Werkself-Lager auf.

In der Schlussphase stellte Bayer die Münchner in der Defensive zwar vermehrt vor Probleme, war zeitweise dicht dran am zweiten Treffer, doch auch Bayern blieb gefährlich: Lewandowski verpasste um Haaresbreite das nächste Tor für München (73.), konnte dann aber in der 89. Spielminute doch noch über seinen zweiten Treffer zum 4:1 jubeln. Leverkusen schaffte es nicht mehr, aus dem achtbaren Aufbäumen gegen Ende der Partie noch mehr zu machen - auch, obwohl Kai Havertz noch einen Handelfmeter verwandelte.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2019/2020

Samstag, 04.07.2020 | 20.00 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Hradecky – L. Bender (81. Weiser), S. Bender, Tapsoba, Wendell – Ch. Aranguiz, Baumgartlinger (46. Demirbay) – Diaby, Amiri (46. K. Volland), Bailey (76. Bellarabi) – Havertz

2
Wappen Bayern München

Bayern München

Neuer – Pavard, Boateng (69. Lucas Hernández), Alaba, Davies – Kimmich, Goretzka – Gnabry (87. Philippe Coutinho), Müller (87. Thiago), Coman (65. Perisic) – Lewandowski

4

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Alaba (16.)
  • 0:2 Gnabry (24.)
  • 0:3 Lewandowski (59.)
  • 1:3 S. Bender (64.)
  • 1:4 Lewandowski (89.)
  • 2:4 Havertz (90.+5/Handelfmeter)

Strafen:

  • gelbe Karte Wendell (1 )
  • gelbe Karte Lewandowski (1 )

Schiedsrichter:

  • Tobias Welz (Wiesbaden)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Handelfmeter (Leverkusen) nach Videobeweis (90. + 4).

Stand der Statistik: Samstag, 04.07.2020, 21:57 Uhr

jti | Stand: 04.07.2020, 21:48