Rechtsstreit um den Gegner - DFB setzt Schalker Pokalspiel zunächst ab

Türkgücü München

Rechtsstreit um den Gegner - DFB setzt Schalker Pokalspiel zunächst ab

Der Deutsche Fußball-Bund hat das für Sonntag geplante Pokalspiel des Bundesligisten FC Schalke 04 nach einem Gerichtsentscheid vorerst abgesetzt. Zuvor hatte die Münchener Justiz entschieden, dass der Drittligist Türkgücü München anstelle des Regionalligisten 1. FC Schweinfurt 05 gegen die Schalker antreten soll.

Nach Angaben von Türkgücü München entschied das Landgericht München I am Freitag (11.09.2020), dass der Drittliga-Aufsteiger anstelle des vom Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gemeldeten Regionalligisten den Platz im Pokalwettbewerb erhält. Das Landgericht bestätigte später die Entscheidung. Am Freitagabend reagierte dann der DFB: Auf Antrag des BFV verschob er bis zur endgültigen Klärung des Rechtsstreits die Erstrundenpartie.

Schneider: "Sehr ärgerlich"

"Es ist sehr ärgerlich, dass das für Sonntag angesetzte DFB-Pokalspiel ausfallen muss", erklärte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider in einer Vereinsmitteilung. "Wenn Türkgücü München nach Ansicht des Landgerichts München der rechtmäßige Teilnehmer am DFB-Pokal ist, dann respektieren wir diese Entscheidung und freuen uns auf das Spiel gegen Türkgücü – wann immer es stattfinden wird. Gleiches gilt selbstverständlich, wenn wir doch noch gegen Schweinfurt spielen sollten. Letztendlich kann man jedoch nur den Kopf über die Vorgehensweise des Bayerischen Fußballverbandes schütteln, der über Wochen und Monate hinweg offensichtlich nicht in der Lage war, den rechtmäßigen Vertreter am DFB-Pokal zu bestimmen."

Türkgücü wegen Aufstieg in 3. Liga nicht berücksichtigt

Das Pokalspiel gegen Schalke war eigentlich für Sonntag (15.30 Uhr) geplant und sollte in Gelsenkirchen ausgetragen werden. Türkgücü war nach eigenen Angaben gerichtlich gegen den Beschluss des BFV vorgegangen, die Schweinfurter als bestes bayerisches Amateurteam neben dem TSV 1860 München für den DFB-Pokal zu benennen. Die "Löwen" hatten das Ticket über den Toto-Pokal gebucht. Türkgücü wurde vom BFV wegen des Aufstiegs in die 3. Liga nicht berücksichtigt. Das Landgericht sah diesen BFV-Beschluss als "rechtswidrig" an und erließ die von Türkgücü beantragte einstweilige Verfügung.

BFV kündigt Widerspruch an

"Die kurzfristige Satzungsänderung des BFV, die Schweinfurt 05 zum DFB Pokal zugelassen hätte, zeigt, dass die ursprüngliche und stets von Türkgücü München verteidigte Position rechtmäßig ist. Unsere Teilnahme an der 3. Liga war von Anfang an auch mit der geplanten Teilnahme am DFB Pokal verbunden", wurde Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny zitiert.

Der BFV kündigte Widerspruch an. Eine Entscheidung in der nächsten Instanz könne aber "aus rein praktischen Gründen nicht mehr an diesem Wochenende" fallen. Daher sei der DFB gebeten worden, die Partie zu verschieben. Der DFB will über die Neuansetzung der Partie entscheiden, sobald die juristische Klärung herbeigeführt ist, wie es in einer Mitteilung hieß.

Schalke vor Saisonstart unter Druck Morgenmagazin 31.08.2020 01:50 Min. Verfügbar bis 31.08.2021 Das Erste

Stand: 11.09.2020, 20:39