Marvin Friedrich

Neuzugang Friedrich bleibt Gladbachs Unglücksrabe

Stand: 20.01.2022, 10:52 Uhr

Zwei Spiele, zwei Niederlagen, zwei verursachte Elfmeter - seinen Start bei Borussia Mönchengladbach hatte sich Marvin Friedrich sicher ganz anders vorgestellt.

An Friedrich alleine lag es nicht, dass die Gladbacher am Mittwoch sang- und klanglos aus dem DFB-Pokal ausgeschieden sind. Mit 0:3 blamierte sich die Fohlen-Elf beim Zweitligisten Hannover 96.

Doch der Winterneuzugang von Union Berlin war einmal mehr der Unglücksrabe der Partie. In der 35. Minute bekam er bei einem Klärungsversuch den Ball im Strafraum an den Arm. Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Florian Badstübner auf Strafstoß, den Sebastian Kerk zum 2:0 für die Hannoveraner verwandelte. Es war eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Schon in der Liga gegen Leverkusen hatte Friedrich einen Foulelfmeter verursacht, den Gladbach-Keeper Yann Sommer jedoch parieren konnte. "Aufgrund der Situation mit dem Elfmeter war es für viele vielleicht ein unglückliches Debüt. Ich habe ihn sehr ordentlich gesehen", nahm Borussen-Coach Adi Hütter den Neuzugang da noch in Schutz. Denn ansonsten machte der 26-Jährige beim 1:2 gegen Bayer ein ordentliches Spiel, hatte mit 65 Ballkontakten die meisten Aktionen der drei Innenverteidiger.

Vogelwilde Defensive

Gegen Hannover jedoch erwischte Friedrich genau wie seine Nebenleute Matthias Ginter und Nico Elvedi einen schwarzen Tag. Schon nach knapp vier Minuten wurde das Abwehr-Trio vom Zweitligisten überrumpelt. Nach einem präzisen Pass von Hendrik Weydandt war Maximilian Beier halbrechts im Strafraum völlig frei und schoss wuchtig am chancenlosen Torhüter Sommer vorbei ins Gladbacher Tor.

Und das war längst nicht die einzige Szene, in der die Defensive der Borussia vogelwild wirkte. Am Ende konnte der Bundesligist froh sein, nicht noch höher verloren zu haben. Den Schlusspunkt unter die Partie setzte erneut Beier: Er schloss einen Konter mit einem technisch feinen Außenristschuss zum 3:0 ab.

Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach - die Zusammenfassung

Sportschau 19.01.2022 03:51 Min. Verfügbar bis 19.01.2023 Das Erste

Besorgniserregende Talfahrt

"Es ist schwierig, das in Worte zu fassen. Wir hatten so eine große Möglichkeit, etwas Besonderes zu schaffen. Ich verstehe es einfach nicht", sagte ein tief enttäuschter Kapitän Lars Stindl.

Nach dem blamablen Aus im Pokal droht den Gladbachern eine bittere Saison, denn auch in der Liga verloren sie zuletzt fünf der vergangenen sieben Begegnungen. Nur vier Punkte trennen sie noch von den Abstiegsrängen - eine besorgniserregende Talfahrt.

Damit nimmt der öffentliche Druck auf die Mannschaft, aber natürlich vor allem auf Coach Hütter weiter zu. Das weiß auch der Trainer selbst: "Klar, in der Situation, in der wir stecken, ist das sicher nicht zufriedenstellend. Das muss man ganz klar sagen." Die Frage, ob er Angst um seinen Job habe, beantwortete Hütter aber mit einem klaren "Nein".

Wie er den Erfolg zurückbringen soll, erscheint nach dem schwachen und teilweise lustlos wirkenden Auftritt seines Teams in Hannover allerdings fraglicher denn je. Fast alle Leistungsträger rufen ihr Potenzial in dieser Spielzeit nur sporadisch ab. Torhüter Sommer ist der einzige, der konstant auf hohem Niveau spielt.

Friedrich gegen Ex-Verein

Ausgerechnet jetzt wartet auf die Borussia Union Berlin. Die Eisernen strotzen nach dem Pokalerfolg gegen Stadtrivale Hertha BSC und Platz fünf in der Liga nur so vor Selbstvertrauen.

Zumindest Friedrich dürfte gegen seinen Ex-Verein aber hochmotiviert sein. Er zählte bei Union zu den absoluten Leistungsträgern, war Vizekapitän und Fanliebling - alles Dinge, die er in Gladbach auch gerne erreichen würde. Ein erster Schritt wäre da sicherlich, zur Abwechslung mal keinen Elfmeter zu verursachen.

Quelle: cl