Die Kölner Jonas Hector, Julian Chabot, Mark Uth und Florian Kainz (v.l.) bedanken sich bei ihren mitgereisten Fans für die Unterstützung

Enttäuschung beim 1. FC Köln nach bitterem Pokal-Aus

Stand: 31.07.2022, 10:23 Uhr

Erneut kassierte der 1. FC Köln im DFB-Pokal eine Niederlage im Elfmeterschießen. Nach dem Erstrunden-Aus in Regensburg herrscht Frust bei den Kölnern.

Mit gesenkten Köpfen schlurften die Spieler des 1. FC Köln in Richtung der Gästekurve. Doch auch die aufmunternden Gesänge der eigenen Anhänger konnten die getrübte Stimmung beim FC nicht verbessern. Auch die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten machten aus ihrer Gemütslage nach dem 3:4 im Elfmeterschießen am Samstag beim Zweitligisten Jahn Regensburg kein Geheimnis.

"Heute ist es richtig scheiße, sportlich wie wirtschaftlich", räumte der neue Kölner Geschäftsführer Christian Keller ein. Keller hatte zuvor viele Jahre in verantwortlicher Position beim Gegner SSV Jahn gearbeitet.

Regensburg hatte nach Treffern von Andreas Albers (18. Minute) und Prince Owusu (26.) mit 2:0 geführt, die Kölner kamen aber zurück - nach Toren von Mark Uth (28.) und Dejan Ljubicic (63.) stand es 2:2. Die Kölner verpassten es danach aber nachzulegen. "Dieses Spiel darf gar nicht ins Elfmeterschießen gehen", meinte Keller und verwies auf "fünf, sechs, sieben" Chancen auf ein drittes Kölner Tor.

In der Offensive der Rheinländer haperte es aber. FC-Trainer Steffen Baumgart bemängelte im Gespräch am ARD-Mikrofon "viele kleine Fehler" seiner Mannschaft, deren Leistung er aber insgesamt nicht schlecht fand.

Möchte den Trainer-Job möglichst lange ausführen: Steffen Baumgart.

Köln-Trainer Baumgart

Im Elfmeterschießen konnte Köln-Torwart Timo Horn zwar den Versuch des Regensburgers Benedikt Saller abwehren; doch weil Jahn-Keeper Dejan Stojanović zunächst den Schuss von Julian Chabot und dann auch noch den von Kingsley Ehizibue parierte, behielten die Gastgeber die Oberhand. Dass bei Köln zwei Verteidiger scheiterten und andere Spieler offenbar nicht antreten wollten, kommentierte Trainer Baumgart so: "Manchmal ist es aus der Situation heraus so, dass Spieler nicht wollen. Da möchte ich keine drängen", sagte Baumgart.

Erneutes Kölner Aus nach Elfmeterschießen

Am Ende scheiterten die Kölner wie schon im Februar 2021 im Pokal-Achtelfinale erneut im Elfmeterschießen an Regensburg. Auch in der Saison 2021/22 waren die Kölner im DFB-Pokal im Elfmeterschießen an einem Zweitligisten gescheitert, nämlich im Januar 2022 am Hamburger SV.

FC-Verteidiger Timo Hübers sprach von einer "ernüchternden" Situation, das Pokal-Aus entscheide aber nicht darüber, ob die Saison gut oder schlecht werde. "Ab und zu hat uns die letzte Durchschlagskraft gefehlt", analysierte er das Spiel in der ARD.

Modeste verletzt ausgewechselt

Ein Faktor war dabei möglicherweise auch die Verletzung von Anthony Modeste. Kölns Torjäger musste in der 94. Minute wegen Beckenproblemen ausgewechselt werden. Trainer Steffen Baumgart sagte, er habe aber nicht die Befürchtung, dass Modeste beim Bundesligastart gegen den FC Schalke 04 ausfalle. Verärgert war Baumgart jedoch, weil ein Pfiff von Schiedsrichter Felix Brych ausblieb, als der FC-Stürmer sich die Verletzung zuzog.