Pokal-Kracher gegen Bayern: Düren will besser als Schalke und Barça sein

Spieler des 1.FC Düren mit dem Mittelrheinpokal

Pokal-Kracher gegen Bayern: Düren will besser als Schalke und Barça sein

Der Countdown läuft: Am Donnerstag tritt der 1. FC Düren zum DFB-Pokalspiel beim FC Bayern München an. Der Fünftligist hatte sich als Sieger des Mittelrheinpokals für den DFB-Pokal qualifiziert und anschließend das ganz große Los gezogen.

Angst vor dem scheinbar übermächtigen Rekordmeister haben die Dürener nicht. Im Gegenteil, sie haben sich für die Partie einiges vorgenommen: "Wir wollen auf jeden Fall besser abschneiden als Schalke oder der FC Barcelona", sagte Dürens Sportdirektor Dirk Ruhrig mit einem Augenzwinkern. Was erstmal ziemlich vermessen klingt, ist bei genauerer Betrachtung gar nicht so unrealistisch. Schließlich unterlag Barcelona den Bayern im Champions-League-Viertelfinale mit 2:8, Schalke kam beim Bundesliga-Auftakt in München mit 0:8 unter die Räder.

Da könnte Düren am Ende tatsächlich glimpflicher davonkommen, zumal der Bundesligist auf eine uneingespielte C-Elf vertrauen muss. Der Grund: Die meisten Stars sind derzeit noch mit ihren Nationalmannschaften unterwegs, die Neuzugänge Leroy Sané und Tanguy Nianzou fehlen angeschlagen. Außerdem steht für die Flick-Elf nur 44 Stunden nach dem Pokalspiel die Bundesliga-Partie gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld an.

Ein Traum wird wahr! 1. FC Düren fordert die Bayern

WDR aktuell 14.10.2020 02:24 Min. Verfügbar bis 14.10.2021 WDR 2

So könnte auch der ein oder andere Neuzugang sein Debüt beim FC Bayern geben. "Okay, es ist nur ein Fünftligist, aber ich freue mich, eventuell mein erstes Spiel zu machen", sagte etwa Eric-Maxim Choupo-Moting. Choupo-Moting (zuletzt Paris Saint Germain), Marc Roca (Espanyol Barcelona), Bouna Sarr (Olympique Marseille) und Rückkehrer Douglas Costa (Juventus Turin) wollen nach ersten Schnuppertagen im Training des zuletzt etwas wackligen deutschen Fußball-Rekordmeisters endlich richtig loslegen

Neuer Bus als Motivation

Diese Art Terminstress kennt man in Düren nicht - auch wenn beim Fünftligisten vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte ebenfalls einiges los ist. So stellte etwa ein Werbepartner der Bayern den Dürenern einen Mannschaftsbus in den Vereinsfarben Blau und Gelb zur Verfügung, damit sie standesgemäß nach München reisen können. Düren hatte in Absprache mit Bayern und dem DFB sein Heimspielrecht abgegeben.

"Ich denke, dass unsere Spieler mit breiter Brust aus diesem Mannschaftsbus aussteigen werden", so Ruhrig. Die Form zumindest stimmt beim Oberligisten. Die ersten drei Saisonspiele hat der 1. FC Düren allesamt gewonnen. Dennoch wäre alles andere als eine hohe Niederlage eine Sensation. Ganz leise Hoffnungen, dass man dem Titelverteidiger dennoch ein Bein stellen kann, gibt es trotzdem: "Einfach, weil wir ein geiler Haufen sind", scherzte Trainer Giuseppe Brunetto.

Matusczcyk weiß, wie es geht

Marc Brasnic wird da im Interview mit DFB.de schon etwas konkreter. "Wir sind sehr offensivstark und spielen mutig nach vorne", beschreibt der Stürmer die Stärken seiner Mannschaft. Und dann haben die Dürener ja auch noch einen Spieler im Kader, der weiß wie man den Rekordmeister schlägt. Neuzugang Adam Matusczcyk absolvierte für den 1. FC Köln insgesamt 52 Bundesligaspiele und feierte im Februar 2011 einen 3:2-Heimsieg gegen die Bayern. Ein Erlebnis, das Matusczcyk nur allzu gerne wiederholen würde.

Doch auch wenn es nicht klappt, ist es für die Dürener Spieler "das Fußball-Erlebnis ihres Lebens", sagte Klubchef Wolfgang Spelthahn und verriet schmunzelnd: "Mich hat es gefreut, dass der Mannschaftsrat mit mir vorher über die Siegprämien verhandeln wollte."

Am Mittwoch dürfte die Vorfreude auf das Spiel bei den Dürenern noch einmal getstiegen sein. Auch die am Dienstagmorgen noch in der Heimat durchgeführte vierte Corona-Testreihe fiel negativ aus. "Natürlich hat es bei allen noch mal für große Erleichterung gesorgt", sagte Pressesprecher Kevin Teichmann.

Stand: 13.10.2020, 15:05