Bayer will in Berlin "Vizekusen" zu den Akten legen

Grenzenloser Jubel bei Bayer Leverkusens Team nach dem Pokalfinaleinzug gegen den 1. FC Saarbrücken.

Bayer will in Berlin "Vizekusen" zu den Akten legen

  • Leverkusen nach Sieg gegen Saarbrücken im Pokalfinale
  • Bayer kann 27 Jahre dauernde Titel-Durststrecke beenden
  • Sportchef Rudi Völler hofft auf Zuschauer in Berlin

Nach dem Final-Einzug von Bayer Leverkusen im DFB-Pokal waren die Corona-Empfehlungen kurzzeitig vergessen. Bei der Kabinen-Feier nach dem 3:0 (2:0) beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken lagen sich Spieler hüpfend in den Armen.

Sportchef Rudi Völler hofft auf zumindest ein paar Zuschauer im Finale. In dem "riesigen Stadion" in Berlin könne man "ein kleines Zeichen" setzen, sagte Völler mit Blick auf das Endspiel am 4. Juli. In der Bundesliga zählt der Einlass von Zuschauern wohl nicht zu den möglichen Lockerungen, die derzeit diskutiert werden.

Völler gibt Hoffnung auf Zuschauer nicht auf

Doch das Pokal-Endspiel findet eine Woche nach Liga-Ende statt. "Ich bin da ein bisschen Optimist und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht ein paar Zuschauer dabei haben werden", sagte Völler: "Aber das entscheidet die Politik."

Ein Pokal-Endspiel ist alles andere als alltäglich für die Leverkusener. Zum erst vierten Mal und zum ersten Mal seit elf Jahren steht die Werkself wieder im Finale. Und ist optimistisch, endlich die 27 Jahre dauernde Titel-Durststrecke zu beenden.

Bosz, Carro und Demirbay wollen den Titel

Völler, der kurioserweise 1994 und damit ein Jahr nach dem letzten Triumph im Pokal zu Bayer kam und dem diese Trophäe auch in seiner beachtlichen Sammlung als Spieler fehlt, umdribbelt das Wort "Titel" beharrlich. Andere sind da forscher. "Man spielt Endspiele, um sie zu gewinnen", sagte Trainer Peter Bosz. "Das ist eine große Chance auf einen Titel", sagte Geschäftsführer Fernando Carro.

Und auch der gegen Saarbrücken überragende Kerem Demirbay redete Klartext: "Da geht es um alles. Das ist Krieg - nicht falsch verstehen - da gibt es nur Vollgas. Ich habe richtig Bock darauf. Und die Mannschaft auch."

Thema "Vizekusen" zu den Akten legen

Am 4. Juli soll das Thema "Vizekusen" dann nach acht zweiten Plätzen seit 1993 endlich zu den Akten gelegt werden. Sie haben durchaus ein ambivalentes Verhältnis dazu in Leverkusen. Zuerst ärgerten sie sich über den Spott. Dann ließ der Verein es als Markenzeichen eintragen. Weil ein zweiter Platz besser ist als nichts und wohl auch, um den Spöttern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Losglück und Seriosität ebneten Weg ins Finale

Spätestens seit Carros Amtsantritt vor zwei Jahren steht das Wort wieder komplett auf dem Index. Es sollen endlich Titel her. Nun ist eine große Chance da. Dass Bayer das Finale erreichte, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen das Losglück, das in den letzten Jahren oft fehlte. Zum anderen die Seriosität, mit der die auch mal an Lotte oder Heidenheim gescheiterte Werkself die Aufgaben als durchweg klarer Favorit anging.

Leverkusen schlägt Saarbrücken - die Höhepunkte im DFB-Pokalhalbfinale Sportschau 09.06.2020 02:22 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste

Stand: 10.06.2020, 13:25