Leverkusen Trainer Gerardo Seoane vor dem Champions-League-Spiel

Seoane und Leverkusen vor erstem "Endspiel" in Porto

Stand: 03.10.2022, 12:12 Uhr

Der Druck in Leverkusen wächst. In der Bundesliga auf Platz 17 abgerutscht, könnte die Champions-League-Partie am Dienstag beim FC Porto für Trainer Seoane zum ersten Endspiel werden.

Es sind komplizierte Tage in Leverkusen. Nach der 0:4-Niederlage gegen Bayern München am Freitag in der Bundesliga, sind nun alle Blicke auf die UEFA Champions League gerichtet. Am Dienstag ist Bayer beim FC Porto zu Gast (21 Uhr).

FC Bayern befreit sich gegen Leverkusen aus Krise

Die Stimmung in Leverkusen ist erst einmal wieder getrübt, die zwischenzeitlich aufgekommene Euphorie nach dem 2:0-Sieg gegen Atletico Madrid in der Champions League Mitte September längst verpufft. Dabei hatte sich die Werkself in der Länderspielpause einiges vorgenommen.

Die Chancen, sich mit einem Sieg gegen die Bayern aus dem Tabellenkeller zu befreien, schienen so groß wie lange nicht mehr. Umso deutlicher gestaltete der Rekordmeister die Partie am Freitag. Mit einem ungefährdeten Sieg verstärkte Der FCB die Krise in Leverkusen und erhöhte den Druck bei den Verantwortlichen noch einmal gewaltig.

Leverkusen rutscht in den Tabellenkeller

Bayer Leverkusen ist auf den 17. Tabellenplatz abgerutscht, hat nach acht Spieltagen fünf Zähler auf dem Konto. Noch nie stand Bayer - seit der Drei-Punkte-Regelung - nach acht Spieltagen schlechter da.

Und dennoch wird Trainer Seoane auch am Dienstagabend in Porto an der Seitenlinie stehen, wohl auch dank des Achtungserfolges zuletzt in der Königsklasse. Klar ist jedoch auch: Es müssen Ergebnisse her, der Druck ist gewaltig groß. "Wir brauchen kurzfristig Erfolge, kurzfristig ein anderes Auftreten", forderte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes nach der Niederlage bei den Bayern.

Schließlich sei der Club, das bestätigte Club-Chef Fernando Carro im Sport1-"Doppelpass", in der Trainer-Frage "nicht unvorbereitet". Und könnte dementsprechend auch schnell und spontan handeln.

Eigentlich hatte Carro Seoane vor dem München-Spiel klar den Rücken gestärkt. Und der Wunsch, mit dem Schweizer die Kurve zu kriegen, ist weiterhin ausgeprägt. Das wehrlose Auftreten in München hat aber zumindest teilweise zu einem Umdenken geführt. "Nun kann man in München natürlich auch verlieren – nur vielleicht nicht so", sagte Carro. Seoane ist nicht mehr unantastbar, er muss liefern.

Porto könnte zum Endespiel werden

Seoane zeigte sich am Montagabend nach der Ankunft verständnisvoll für die Aussagen seines Chefs. "Jeder in einem Club hat seine Verantwortlichkeiten und Aufgaben", sagte er: "Ich finde es nur professionell, dass der Club diese Situation immer wieder bewerten muss, um das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren."

Der Weg aus der Krise soll gemeinsam bestritten werden - zumindest aus der Sicht des 43 Jahre alten Schweizers: "Schlussendlich gibt es nur einen Weg: Gemeinsam Lösungen zu finden, gemeinsam einander zu unterstützen und über kleine Erfolgserlebnisse in das Selbstvertrauen kommen."

Drei richtungsweisende Spiele in einer Woche

Das Spiel gegen Porto könnte für Seoane zum Endspiel werden. Die Portugiesen liegen mit Null Punkten am Ende der Tabelle der Gruppe B und verloren zuletzt 0:4 gegen den FC Brügge. Einer der das ändern will, blickt auf eine lange Leverkusener Vergangenheit zurück. Der Brasilianer Wendell - von 2014 bis 2021 bei Bayer aktiv - spielt seit einem Jahr für den FC Porto.

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Und auch in der Liga wartet am Samstag (15.30 Uhr) ein richtungsweisendes Spiel gegen den FC Schalke 04, der mit einem Punkt mehr auf dem 15. Platz rangiert. Mit einem Sieg würde Bayer in der Liga erst einmal für ein Durchatmen sorgen.

Quelle: jha mit dpa