Gladbacher Wechselbad der Gefühle bei Inter

Gladbachs Ramy Bensebaini

Gladbacher Wechselbad der Gefühle bei Inter

Borussia Mönchengladbach hat sich bei Inter Mailand einen Punkt erkämpft. Das hätten dem Bundesligisten im Vorfeld wohl nur wenige zugetraut. Doch nach der Partie wusste bei den Gästen niemand so recht, ob er sich über das 2:2 wirklich freuen sollte.

"Das war ein Wechselbad der Gefühle", sagte Torschütze Jonas Hofmann nach dem spektakulären Champions-League-Auftakt. Die Gladbacher hatten über 90 Minuten deutlich weniger Spielanteile und nutzten ihre einzigen beiden echten Chancen zu Toren. Doch Inters Ausgleich durch Romelu Lukaku fiel eben auch erst kurz vor dem Schlusspfiff. Daher legte sich Hofmann am Ende fest: "Ich muss ehrlich sagen, dass ich enttäuscht bin über nur einen Punkt."

Verständlich aus seiner Sicht, schließlich hatte der Mittelfeldspieler erst kurz vor dem Lukaku-Treffer die Führung erzielt (84.). "Wir haben uns nach dem 2:1 alle gepusht, vielleicht zu sehr - und dann schaffen wir es nicht, diese Ecke zu verteidigen. Es ist wieder extrem bitter", sagte Hofmann.

Umschaltspiel hakt noch

Mit etwas Abstand wird aber auch der Neu-Nationalspieler mit dem Ergebnis leben können. Denn die Borussia hat gezeigt, dass sie in der Königsklasse mithalten kann - auch wenn noch nicht alles perfekt lief. So funktionierte das Umschaltspiel vor allem in der ersten Halbzeit zu selten. Gladbach fehlte das Tempo und die Präzision in der gegnerischen Hälfte.

Dafür war die Abwehrleistung über weite Strecken "sehr, sehr ordentlich", befand Trainer Marco Rose, auch wenn seine Verteidiger gegen Starstürmer Lukaku zweimal das Nachsehen hatten. "Solche Spieler kann man nicht zu hundert Prozent ausschalten. Er hat, glaube ich, zwei Möglichkeiten gehabt. Das erste Tor macht er aus vier Metern, das zweite aus einem halben Meter. Er ist halt da, wo der Ball hinkommt", nahm es Matthias Ginter sportlich.

Gladbach-Coach Rose: "In der Summe gerechtes Ergebnis" Sportschau 22.10.2020 01:01 Min. Verfügbar bis 22.10.2021 Das Erste

Rose hofft auf "Lerneffekt"

Und auch Rose war nach seinem Königsklassen-Debüt als Trainer nicht besonders sauer über den Last-Minute-Ausgleich. "Wir nehmen neben dem Punkt auch die Erfahrung mit", sagte der 44-Jährige. Und wenn am kommenden Dienstag Real Madrid zu Gast im Borussia-Park ist, profitiere man vielleicht schon von einem "Lerneffekt", so Roses Hoffnung.

Zumindest auf dem Papier scheinen die Spanier der schwerste Gegner der Gladbacher zu sein. Allerdings ist Real nach Niederlagen gegen Aufsteiger Cadiz in der Liga und Schachtjor Donezk in der Champions League angeschlagen. Vielleicht also hat die Rose-Elf das schwerste Spiel in seiner Gruppe bereits hinter sich - dann würde bestimmt auch Hofmann das Remis gegen Inter in einem deutlich positiveren Licht sehen.

Stand: 22.10.2020, 11:23