Bayer 04 in Bewertung der Niederlage gegen Atlético uneinig

Kai Havertz von Bayer 04 Leverkusen reklamiert.

Bayer 04 in Bewertung der Niederlage gegen Atlético uneinig

Von Lukas Thiele

  • Bayer 04 in Champions League weiter sieglos
  • Werkself hält gegen Atlético gut mit
  • Völler hofft noch auf Rang drei

Die Fakten sind eigentlich eindeutig: Bayer 04 Leverkusen hat am Dienstagabend (22.10.2019) mit 0:1 bei Atlético Madrid verloren und damit die dritte Niederlage im dritten Champions-League-Spiel kassiert. Dennoch gab es bei der Bewertung der jüngsten Niederlage und deren Bedeutung für die Zukunft unterschiedliche Auffassungen im Leverkusener Lager.

Die erste Frage: Hat Bayer 04 in Madrid ein gutes Spiel gezeigt? Dafür spricht, dass die Werkself Atlético in deren Stadion teilweise dominierte. Vor allem defensiv ließen die Leverkusener wenig zu. "Wenn wir so spielen wie heute, sind wir in der Bundesliga ganz oben", war sich Bayers spanischer Klubchef Fernando Carro nach der Partie sicher. Stürmer Kevin Volland sagte nach dem Spiel dem WDR: "Man hat gesehen, dass wir definitiv mithalten können." Nur einmal ließ Bayer Madrids Linksverteidiger Renan Lodi zu viel Platz. Seine punktgenaue Flanke nutzte Alvaro Morata per Kopf zum Siegtreffer (79.).

Probleme in der Offensive

Volland sprach aber auch das an, was sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Leverkusener Partien in der Champions League zieht: "Leider haben wir kein Tor schießen können." Erst einen Treffer hat Bayer 04 in drei Partien bislang erzielt - und das war auch noch ein Eigentor von Moskaus Benedikt Höwedes. Gegen Madrid brachte Leverkusen nur einen Schuss auf das Tor von Torwart Jan Oblak. "Wir müssen auch mal ein Tor machen. Aber im letzten Drittel hat es gefehlt", machte Carro das Urproblem aus.

Leverkusens Volland: "Bitter, wenn man mit leeren Händen nach Hause fliegt" Sportschau 22.10.2019 01:44 Min. Verfügbar bis 22.10.2020 Das Erste

Die zweite Frage: Muss Bayer 04 das Achtelfinale nun abhaken? Auch hier gehen die Meinungen auseinander: "Ich bin ein Kämpfer. Es ist noch nicht vorbei", sagte etwa Trainer Peter Bosz, schränkte aber auch ein: "Aber die Wahrscheinlichkeit ist natürlich extrem gering." Sportchef Rudi Völler drückte es deutlicher aus: "Auch wenn es mathematisch noch möglich ist: Man muss realistisch sein. Wir müssen alles versuchen, damit wir Dritter werden", sagte er.

Auswärtssieg in Moskau ist Pflicht

Bei Platz drei in der Gruppe dürfte Leverkusen zumindest in der Europa League weitermachen. Dazu braucht es aber auf jeden Fall einen Auswärtssieg bei Lokomotive Moskau und etwas Zählbares gegen die Schwergewichte Atlético und Juventus Turin, die die Gruppe mit jeweils sieben Punkten anführen.

In der Geschichte der Champions League hat es bisher erst eine Mannschaft geschafft, nach drei Auftaktniederlagen noch weiterzukommen: Newcastle United im Jahr 2002. Damals schieden die Engländer dann aber in der Zwischenrunde aus - genau wie Bayer 04 Leverkusen.

Stand: 23.10.2019, 10:47